
IFA-Bilanz - Mehr Bestellungen, aber kein neuer Besucherrekord
Die IFA 2013 ist zumindest mit einem Rekord zu Ende gegangen: Die Branche bestellte für fast vier Milliarden Euro neue Waren und hofft im Fernseher-Geschäft auf eine Trendwende- spätestens zu Weihnachten. Ein neuer Besucherrekord blieb in den Messehallen jedoch aus. Von Johannes Frewel
Der Elektronikhandel hat auf der Berliner Funkausstellung Waren für die Rekordsumme von knapp vier Milliarden Euro bestellt. Das teilten die Veranstalter der IFA zum Abschluss der Messe mit. Einen neuer Besucherrekord gab es indes nicht: Wie im Vorjahr besuchten rund 240.000 Menschen die IFA, das erwartete Plus blieb damit aus. Es wurden aber mehr Fachbesucher und mehr internationale Gäste registriert. Im vergangenen Jahr hatte es auf der IFA Bestellungen im Gesamtwert von 3,8 Milliarden Euro gegeben.
TV-Hersteller wieder optimistisch
Europameisterschaft, Olympische Spiele und die Analogabschaltung hatten den Hersteller von Fernsehgeräten 2012 noch glänzende Verkaufszahlen beschert. In diesem Jahr dann die Talfahrt: Der Absatz von TV-Geräten brach ein. Nach der IFA 2013 setzen Hersteller und Händler auf die Trendwende und ein wieder anziehendes Weihnachtsgeschäft.
Die Branche hofft, dass die neuen ultrahoch auflösenden 4K-Fernseher die Umsatzverluste des ersten Halbjahrs mit einem Boom im Weihnachtsgeschäft wieder ausbügeln. Auch wenn es Übertragungsverfahren und Filme in 4K erst in einigen Jahren geben wird, standen IFA-Besucher in Trauben staunend vor dem knackscharfen und besonders farbtreuen Bildschirmen der nächsten TV-Generation. Roland Stehle vom Branchenverband gfu, der die weltgrößte Unterhaltungselektronikmesse IFA veranstaltet, gibt sich deshalb am Mittwoch zuversichtlich. "Handel und Industrie gehen davon aus, dass die Trendwende kommt. Wir sagen, wir haben die Trendwende auf der IFA eingeleitet und viele bestätigen uns, dass der Fall sein wird."
"Die Händler sind extrem positiv gestimmt"
Hersteller und Händler hoffen, bis Jahresende acht Millionen Fernseher verkaufen zu können. 2012 gingen noch fast zehn Millionen Geräte über die Ladentheke. Der Einbruch wundert nicht, denn viele Verbraucher geben ihr Geld inzwischen lieber für Smartphones und Tablets aus, die ein Umsatzwachstum von 23 und 110 Prozent verzeichnen. Der Strukturwandel beim Konsum digitaler Medien - weg vom Fernseher und hin zu Mobilgeräten - halte an, bestätigt Jens Heithecker, IFA-Chef der Messe Berlin, das brummende Geschäft und volle Messehallen bei Tablet- und Smartphone-Anbietern. "Die Reaktionen sind so gut, dass auch die Smartphone-Hersteller extrem gute Geschäfte mit nach Hause nehmen und auf das Weihnachtsgeschäft mit den Konsumenten positiv eingestimmt sind."
Die massive Spionage und Speicherung nahezu aller privaten wie geschäftlichen Internetdaten durch Geheimdienste beschert Festplattenherstellern Sonderkonjunktur. Gespeichert wird statt in der Cloud wieder ganz ohne Internet zuhause. Der Verkauf externer Festplatten zog um rund ein Drittel an. Insgesamt scheint die IFA für die Branche ein voller Erfolg.
2014 öffnet die IFA in Berlin vom 5. bis 10. September ihre Tore. Dann wird auch eine neue Messehalle fertig sein und die Messegesellschaft hofft, dass sie auf dem seit Jahren überbuchten Gelände dann mehr als die in diesem Jahr 1.500 Aussteller unterbringen kann.


