Eine IFA-Besucherin mit einer Videobrille des Unternehmens Sony (Quelle: dpa)
Video: Nadine Brecht, Abendschau | 06.09.2013

IFA präsentiert neue Elektroniktrends - Hochauflösend, biegsam, superschnell

Von den aktuellsten Smartphone-Modellen bis zum mitdenkenden Kühlschrank - die IFA 2013 will zeigen, wie sich der Haushalt mit neuer Elektronik besser organisieren lässt. Noch bis Mittwoch präsentieren 1500 Aussteller auf der Internationalen Funkausstellungin Berlin ihre Produkte.

Die Elektronik- und Technologiemesse IFA hat am Freitag ihre Tore für das breite Publikum geöffnet. Tausende Besucher strömten in die 27 Messehallen zu Füßen des Berliner Funkturms. "Die Hallen sind voll, auch das Ordergeschäft ist bei den Ausstellern gut angelaufen", erklärte Messesprecher Michael Hofer am Abend. Die Veranstalter erwarten bis zum 11. September wieder mehr als 240.000 Besucher auf der Schau.

Leicht zulegen konnte die Messe in diesem Jahr bereits bei der Zahl der Aussteller und dem Umfang der vergebenen Präsentiationsfläche: 1.500 Anbieter belegen nunmehr 145.000 Quadratmeter.

Zahlreiche Besucher in den Messehallen auf der IFA in Berlin. (Quelle: dpa)
Volle Messehallen am Eröffnungstag der IFA.

Ob es auch einen Besucherzuwachs gibt, bleibt abzuwarten. Die Besucher erwarten allerdings höhere Ticketpreise als im Vorjahr. An der Tageskasse kostet die Karte 17 Euro statt 15 Euro, im Vorverkauf 12 statt 11 Euro. Das Familienticket für maximal zwei Erwachsene und drei Kinder unter 18 Jahren ist gleich um vier Euro teurer geworden und kostet jetzt 35 Euro. Gleichgeblieben ist lediglich der Preis für Schulklassentickets, die ebenfalls 35 Euro kosten.

Eine Frau hält einen Tablet-PC in der Hand (Bild: dpa)
Gefragter denn je: Tablet-PCs

Der klassische Computer verliert seine Bedeutung

Traditionell ist die IFA Schaufenster aktueller Entwicklungen der Elektronik-Branche vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft. In diesem Jahr nun muss die Branche allerdings ein verkaufsschwaches erstes Halbjahr ausgleichen. Die Unternehmen setzen deshalb vor allem auf neue Entwicklungen und den Smartphone-Boom.

Tablets und Smartphones verdrängen weiter den klassischen Computer in der Gunst der Konsumenten. Mit solchen mobilen Geräten werden zunehmend andere Geräte, Apparaturen und Abläufe von unterwegs gesteuert. Entsprechend purzelte im ersten Halbjahr im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres die Nachfrage nach stationären Rechnern um sieben Prozent. Der Absatz von Tablets verdoppelte sich dagegen in Deutschland.

Weltweit sind diese Trends sogar noch ausgeprägter. "Der Computermarkt befindet sich derzeit in einer Umbruchphase, die es in dieser Dimension in den letzten 20 Jahren nicht gegeben hat", folgern die Marktforscher.

Ein Smartphone als vollwertige Qualitätskamera

Sony etwa zeigt mit seinen neuen Smartphones, dass Handys immer mehr Aufgaben übernehmen können und dass sie durch Zusatzinstrumente Spezialgeräten wie Fotoapparaten nahezu gleichwertig sind.

So stellt der japanische Elektronikkonzern Aufsteckkameras für Smartphones vor, mit denen sich die Handys in vollwertige Fotoapparate verwandeln sollen.

Immer mehr TV-Geräte mit dem Netz verbunden

Bei Flachbildfernsehern war zuletzt der Umsatz merklich eingebrochen - um 25 Prozent. Offenbar ist vielen Kunden die Technik inzwischen zu kompliziert. Nur etwa 58 Prozent der Käufer von internetfähigen Fernsehern schaffen es, das Gerät ins Netz zu bringen. Und nur die Hälfte davon wiederum nutzt das Internet dann tatsächlich am TV. 

Und so setzten die Hersteller hier auf die Vernetzung der Geräte. Die Hersteller bieten neben noch schärferen Bildern durch die UHD-Auflösung auch eine ganz neue Funktionsvielfalt bei den Geräten.

"Smart-TV" lautet der Titel für die Geräte, die auszeichnet, dass sie durch verschiedene Onlinedienste genutzt werden können, aber wo auch Inhalte von anderen Geräten abgespielt werden können: etwa Fotos und Videos von Computern, Smartphones oder Multimedia-Speichern. Die Funktionen der Fernseher werden - wie bei Smartphones - durch Mini-Anwendungen erweitert, sogenannten Apps.

Und da soll die IFA zum Rettungsanker für die Elektronikbranche werden: Geräte im Gegenwert von knapp vier Milliarden Euro für das Weihnachtsgeschäft sollen am Ende bestellt, ein Jahres-Umsatz von 28 Milliarden Euro erreicht werden. Die Hoffnung ist klar und deutlich: Raus aus den roten Umsatzzahlen.

Haushaltsgeräteboom durch Verdienstzunahme befeuert

Bei den Haushaltsgeräten spielen Verbrauch und Steuerung von außen eine immer größere Rolle aufgrund der stark gestiegenen Energiekosten. Ebenfalls immer wichtiger: digitale Trends.

Da ist etwa der Kühlschrank, der sein Innenleben fotografiert, damit sein Besitzer unterwegs auf seinem Smartphone sehen kann, welche Lebensmittel noch da sind. Auch die Sorge, ob zu Hause der Herd wirklich aus ist, soll bald der Vergangenheit angehören. Online wird informiert, ob alle vernetzten Haushaltshelfer ausgeschaltet sind.