IFA-Konzert mit Knorkator - Heino rockt den Sommergarten
Heino hat das Fach gewechselt, von der Volks- zur Rockmusik. Auf seinem neuen Album covert er bekannte Songs von Bands wie den Ärzten, Rammstein oder den Fantastischen Vier und brachte nun damit den IFA-Sommergarten in Berlin so richtig hardcore-technisch in Wallung. Und es durfte dann auch noch geschunkelt werden.
Nietenbesetzte Jacken, schwarze Lederkleidung, lange Bärte - wo man auch hinschaut im IFA-Sommergarten: Ganz viele Fans gitarrenlastiger Rockmusik sind hier. Sind die wirklich alle wegen Heino gekommen? Nicht wirklich, sagen viele der Metall-Fans. Heino, ja, kannte man so als Spaßlieder, sagen sie. Aber wir haben uns die Karten eigentlich wegen Knorkator gekauft. Eine gute Unterstützung sei der Blonde mit der dunklen Brille zumindest "hardcore-technisch".
Knorkator ist Heinos Vorband und eine absolut durchgeknallte Metall-Band mit derbem Humor. Gemeinsame Sache gibt es nicht, auch wenn sich das die eine Hälfte des Publikums wünscht. Die andere Hälfte fragt sich, wer diese Band mit dem volltätowierten Sänger im Ringeranzug eigentlich war. Und dann kommt Heino.
Alles liebe Freunde bei Heino
Der IFA-Sommergarten ist zur Hälfte gefüllt, mehr hat Heino trotz seines großen Verkaufserfolgs mit seinem Album dann doch nicht geschafft. Was ihm aber gelingt: Alle, die da sind, zu vereinen: Den Renter, den Schlagerfan, den Rocker. Und zwar nicht nur bei den Cover-Songs, sondern auch bei seinen Volksmusik-Klassikern. Die jubelt Heino den Rockfans nämlich auch noch unter. Wie die dann zu "Schwarzbraun ist die Haselnuss" oder "Blau blüht der Enzian" schunkeln, ist fast rührend.
Es wird geschunkelt, Polonaise getanzt und mitgesungen. Heino ist sichtbar stolz über diesen Anblick und hat Spaß an seiner neuen Rolle als Rocker - und irgendwie wirkt er gar nicht verkleidet mit seinem schwarzen Ledermantel. Das liegt daran, dass er sich nicht groß verbiegt. Heino singt die Songs von den Ärzten oder Marius Müller-Westernhagen mit dem selben Ernst wie seine eigenen Lieder.
"Rocker duzen sich. Und deshalb meine lieben Freunde, ich darf doch Freunde zu Euch sagen..."
Zwischenmoderationen und Texte liest er zwar vom Teleprompter ab. Das ist nicht weiter schlimm, weil man merkt, dass es ihm wichtig ist, dass er seinen Auftritt gut macht. Hat er auch.



