Vattenfall Heizkraftwerk (Quelle: Daniel Naupold / dpa)

Vattenfall präsentiert Geschäftszahlen - Raus aus der Braunkohle – rein in die Gewinnzone

Eine Milliarde Euro Verlust hat der Stromkonzern Vattenfall 2015 gemacht. Doch nach dem Verkauf der Braunkohle-Sparte präsentiert der Konzern wieder schwarze Zahlen. Die Brandenburger Kommunen haben nichts mehr davon.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall vermeldet nach dem Verkauf der deutschen Braunkohlegeschäft in der Lausitz wieder schwarze Zahlen. Im Kerngeschäft sei der Gewinn nach Steuern in den ersten neun Monaten auf 1,8 Milliarden Schwedische Kronen (184 Millionen Euro) gestiegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Dies sei unter anderem Kostensenkungen zu verdanken gewesen.

Im Vorjahres-Zeitraum hatte Vattenfall noch einen Verlust von 9,7 Milliarden Kronen (knapp eine Milliarde Euro) gemeldet - und Steuer-Vorauszahlungen in Millionenhöhe von Kommunen in der Lausitz zurück gefordert. Brandenburgs Finanzminister Christian Görke (Linke) hatte dem Konzern im Frühjahr deshalb "Finanzakrobatik" vorgeworfen.

Von dem nun ausgewiesenen Gewinn haben die Brandenburger Kommunen allerdings nichts, da die Abgaben von Vattenfall auf Schätzungen des erwarteten Gewinns basierten.

Hohe Abschreibungen auf Braunkohle-Geschäft

"Der Verkauf der Braunkohleaktivitäten ist ein wesentlicher Schritt bei unserer Anpassung an neue Marktbedingungen und unsere Umstellung auf ein dauerhaft nachhaltiges Energiesystem", sagte Vattenfall-Chef Magnus Hall nun. Im September bekam Vattenfall grünes Licht, sein Braunkohle-Geschäft an den tschechischen Versorger EPH zu verkaufen.

Der Kaufpreis, den Vattenfall dabei erzielte, lag allerdings weit unter dem ursprünglich anvisierten Wert. Deswegen musste Vattenfall hohe Abschreibungen auf das Braunkohlegeschäft mit Kraftwerken und Tagebauen vornehmen - unterm Strich steht deshalb nun ein Fehlbetrag von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro.

Für die Zukunft kündigte Vattenfall an, sein Geschäft mit der Windenergie weiter ausbauen zu wollen. Zudem solle das Berliner Kraftwerk Klingenberg von Braunkohle auf den klimaschonenderen Gasbetrieb umgerüstet werden. "Wir arbeiten weiterhin mit Nachdruck an der Reduzierung unserer Kohlendioxidemissionen", sagte Konzern-Chef Hall.