Schlamm wird aus einem Zufluss zum Spreewald gebaggert (Quelle Archivbild: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg aktuell | 24.04.2017

Untersuchung des BUND - Arsen und Schwermetalle in Spree-Fließen gefunden

Im Schlamm der Spree-Fließe hat die Umweltorganisation BUND überhöhte Konzentrationen von Arsen, Kupfer, Nickel und Zink festgestellt. Verantwortlich dafür soll ein nahegelegener Tagebau sein. Der Betreiber reagiert verhalten.

Nicht nur verfärbt, sondern auch belastet: Im Schlamm der Spree-Fließe rund um den Tagebau Welzow-Süd in der brandenburgischen Lausitz finden sich überhöhte Arsen-Werte. Das haben Untersuchungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) ergeben. Auch bei Kupfer, Nickel und Zink seien die Werte mehrfach überschritten worden, sagte am Montag der Geschäftsführer des BUND, Axel Kruschat. Die Umweltorganisation macht den Braunkohleabbau dafür verantwortlich.

Schlamm könnte Sondermüll sein

Daneben enthalte der Schlamm Eisenhydroxid, das für die bräunliche Verfärbung verantwortlich ist, hieß es. Der untersuchte Schlamm war laut BUND aus den Fließen ausgebaggert und daneben abgelagert worden.

Nach der Untersuchung eines Labors im Auftrag des BUND lag der Wert für Arsen bei vier Untersuchungen zwischen 21 und 95 Milligramm pro Kilogramm Trockenmasse. Erlaubt wären nach diesen Angaben lediglich 20 Milligramm bei Material, das als Baggergut wieder in die Umwelt gebracht wird. Die Naturschützer forderten jetzt weitere Analysen und gegebenenfalls die Entsorgung des Schlamms als Sondermüll.

"Besorgniserregende Informationen"

Die bergbaupolitische Sprecherin der Grünen, Heide Schinowsky, zeigte sich in einem Schreiben am Montag besorgt. Der BUND habe "besorgniserregende Informationen über eine giftige Kontaminierung des ausgebaggerten Schlamms" vorgelegt. "Als Überwachungsinstanz ist das Brandenburger Landesbergamt jetzt dringend gefordert, dem nachzugehen."

Ein Sprecher des Bergbausanierers LMBV, der weiter nördlich als in der vom BUND untersuchten Region tätig ist, sagte, bei Abbaggerungen von Schlamm gebe es auch immer behördlich überwachte Messungen. Wenn die Konzentration etwa von Schwermetallen zu hoch sei, werde das
Material als Sondermüll entsorgt. Die LMBV bekämpft am südlichen Rand des Spreewaldes die Eisenbelastung des Wassers.

LEAG geht von sachgerechter Arbeit aus

Der Bergbaubetreiber LEAG teilte mit, man kenne die Vorwürfe des BUND nur aus der Presse und wolle sich die Untersuchung anschauen. Die Fließe würden vom zuständigen Wasser- und Bodenverband regelmäßig ausgegraben und man gehe von einer sachgerechten Arbeit aus.  

Das Potsdamer Wirtschaftsministerium erklärte, der übliche Ablauf sei, das Baggergut nur temporär zur Trocknung zu lagern und es später zu verwerten oder zu entsorgen. Das Ministerium verwies zugleich auf die Ansicht der Bergbaubehörden, dass die Eisenhydroxidschlämme zwar höhere Arsen-Werte aufweisen könnten, der Stoff aber nicht mit dem Wasser ausgewaschen werde.

Wasser aus den Fließen landet auch in Gärten

Die Schadstoffe sind laut BUND im Sediment der Tagebaue enthalten und werden durch die Hebung des Grundwassers zutage gefördert. Dieses Grubenwasser werde in die umliegenden Fließe abgeleitet. Im Ockerschlamm reicherten sich die Schadstoffe dann an, erklärte der BUND.

Die Fließe passieren auf ihrem Weg in die Spree Wälder und landwirtschaftliche Flächen sowie Siedlungen. Teilweise werde das Wasser für die kostenlose Gartenbewässerung zur Verfügung gestellt und es würden Fischteiche und Angelgewässer damit gespeist, erklärte der BUND.