Zwei Personen studieren eine in Cottbus aufgestellte Karte mit Planungen für den Ostsee (Quelle: imago/Klaus Martin Höfer)

Neuer Management-Posten - Der Cottbuser Ostsee braucht ein Allround-Talent

Im Dezember fuhr der letzte Kohlezug aus der Cottbuser Grube – in zwei Jahren soll sie geflutet werden und an dem neuen See ein Erholungsparadies entstehen: mit Hafen, Strand und Gaststätten. In Kürze wird entschieden, wer neuer Manager – oder Managerin - des Ostsees wird. Der Posten hat es in sich. Von Thomas Krüger

In reichlich zehn Jahren wird aus dem ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord der größte künstliche See im Lausitzer Tagebau-Seengebiet. Die Bewerbungsfrist für den Managementposten ist gerade abgelaufen. Mehr als 20 Kandidatinnen und Kandidaten haben sich beworben, im Sommer soll der Ostsee-Manager oder die Managerin den Job antreten.

Und der hat es in sich, wie Bürgermeisterin Marietta Tzschoppe erklärt. In Verwaltungsarbeit und Finanzierung solle sich die oder der Neue auskennen, außerdem gehöre es dazu, Kontakte zu Ministerien und Banken zu knüpfen, und zu privaten Partnern und Anwohnern zu kommunizieren. Kurzum - ein Allrounder werde gesucht.

Die Bürgermeisterin weiß auch, dass die Stelle möglichst schnell besetzt werden muss. "Wir sind in einem sehr engen Zeitfenster bis zur Flutung in der zweiten Jahreshälfte 2018", sagt sie. Die Planungen für die europaweite Ausschreibung für die Kaimauer liefen aber bereits.

Finanzierung noch nicht gesichert

Obwohl auch Vattenfall und der Bergbausanierer LMBV hier kräftig mitfinanzieren, muss die Stadt Cottbus selbst auch tief in die Tasche greifen. Und seitdem die Altanschließer wissen, dass sie durch Gerichtsbeschlüsse ihre Gebühren zurückbekommen werden, sei die Ausgangslage für den ohnehin hoch verschuldeten Stadthaushalt nochmal schwieriger und komplizierter geworden, so Tzschoppe. "Wir haben ja schon vor den Altanschließer-Urteilen gesagt, für so ein Großprojekt, bei dem wir ja nur die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen vornehmen, brauchen wir über 60 Millionen Euro. Ohne Unterstützung mit Fördermitteln auf allen Ebenen geht das gar nicht."

Das heißt, Bund, Land und EU-Töpfe sollen angezapft werden, damit das Projekt Ostsee Realität wird. Und von dem verspricht sich Bürgermeisterin Tzschoppe eine deutliche Image-Aufwertung für die Stadt und natürlich Aufschwung im Tourismus. Vor allem die Nähe zur Stadt sei ein Riesenvorteil, so die Bürgermeisterin. Nach dem Tag am See könne man dann abends das Staatstheater, Schloss Branitz oder die Cottbuser Kulturszene nutzen. "Man ist auch schnell im Spreepark. Unsere geographische Lage hilft auch bei der touristischen Erschließung des Ostsees."