Symbolbild/Eine Krähe sitzt am 24.02.2017 auf einem abgestorbenen Obstbaum vor dem wolkigen Himmel. (Quelle: dpa/Frank Rumpenhorst)

Urteil des Landgerichtes Cottbus - Braunkohle-Betreiber LEAG muss für Obstbäume zahlen

20 abgestorbene Obstbäume haben am Mittwoch das Landgericht in Cottbus beschäftigt. Geklagt hatte ein Obstbauer aus Schenkendöbern - und er bekam Recht: Der Vattenfall-Nachfolger LEAG muss zahlen, denn Schuld am Tod der Bäume ist der Braunkohle-Tagebau.

Die Braunkohle ist schuld daran, dass ein Obstbauer in Schenkendöbern (Spree-Neiße) 20 Obstbäume verlor. Sie sind eingegangen, weil der Tagebau zu einer massiven Absenkung des Grundwasserspiegels führte. Die Bäume hatten nicht mehr genug Nährstoffe und starben ab.

Wie der Obstbauer sah das am Mittwoch auch das Landgericht Cottbus: Der Betreiber des Tagebaus, der tschechische Energiekonzern LEAG, muss daher einen Schadensersatz für die Bäume zahlen, heißt es in einem (Teil-)Urteil. Über die Höhe der Entschädigung hat das Gericht bisher noch nichts gesagt.

47 Euro pro Baum - oder 3.000?

Wie es weitergeht, liegt nun vor allem an der LEAG. Wenn der Konzern das Urteil akzeptiert, wird ein Gutachter die Schadenshöhe bestimmen - und da sind die Vorstellungen des Klägers und der Beklagten bisher weit auseinander gegangen.

Wobei zunächst gar nicht die LEAG, sondern Vattenfall betroffen war. Denn als der Landwirt aus Schenkendöbern zum ersten Mal auf Entschädigung pochte, war der Tagebau noch in Händen des schwedischen Staatsunternehmens. Wie eine rbb-Reporterin am Mittwoch berichtete, hätte Vattenfall auch gezahlt, aber nur 47 Euro pro Baum. Der Obstbauer dagegen schaute in entsprechende Gehölzwert-Tabellen und kam auf 3.000 Euro - ebenfalls pro Baum.

Aufgrund dieser großen Differenz könnte es also noch eine Weile dauern, bis der Kläger sein Geld bekommt. Auch könnte die LEAG, die im Herbst 2016 die Braunkohlesparte von Vattenfall übernommen hatte, in Berufung gehen. Sollte das Oberlandesgericht dem Urteil der ersten Instanz folgen, würde der Fall zurück ans Landesgericht gehen, das dann über die Höhe des Schadensersatzes befinden müsste, ebenfalls mit Hilfe eines Gutachters.

LEAG will das Urteil prüfen - Anrainer freuen sich

Die LEAG wollte sich am Mittwoch noch nicht zum Urteil äußern. Wie es hieß, will der Konzern erst die genaue Urteilsbegründung abwarten und diese durch seine Justiziare prüfen lassen. Der Kläger selbst reagierte im Gerichtssaal relativ gelassen; er hofft offenbar darauf, seine Ansprüche noch durchsetzen zu können.

Wie die rbb-Reporterin weiter berichtet, waren im Gerichtssaal aber auch Einwohner von Schenkendöbern und Taubendorf. Diese werteten das Urteil als gutes Zeichen. Gegenüber dem Land Brandenburg und der Schiedsstelle für Bergbau-Folgeschäden sei man nun in einer guten Position. Das Urteil sei wie eine Art "Joker", sagte einer der Prozessbeobachter.

Mit Informationen von Anja Kabisch

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