Teilnehmer des Lausitzcamp on Tour haben Banner an ihre Fahrräder befestigt (Quelle: Lausitzcamp 2017)
Video: rbb aktuell | 22.05.2017

Lausitzcamp on Tour - Braunkohle-Gegner radeln durch die Lausitz

Klima-Aktivisten radeln seit Montag durch die Lausitz, um gegen Kohleverstromung zu protestieren. Mit Blick auf die Besetzung des Tagebaus durch Aktivisten letztes Jahr sorgt sich Kraftwerksbetreiber LEAG. Vor dessen Zentrale machten die Aktivisten auch als erstes Halt.

Braunkohle-Gegner haben am Montagvormittag in Cottbus eine einwöchige Radtour durch die Lausitz gestartet. Unter dem Titel "Lausitzcamp" [lausitzcamp.de] wollen bis zu 80 Umweltaktivisten Orte besuchen, die vom Kohle-Abbau betroffen sind. Die Teilnehmer möchten damit für den Kohleausstieg und einen Strukturwandel werben.

Zunächst ist am Montag eine Tour nach Welzow und Proschim geplant, dabei soll unter anderem am Aussichtspunkt des Tagebaus Welzow Halt gemacht werden. In den folgenden Tagen fahren die Teilnehmer des mobilen Protestcamps unter anderem nach Guben, um dort mit polnischen Braunkohle-Gegnern zu diskutieren. Die Tour führt auch zum Tagebau Jänschwalde und von dort am Sonntag zurück nach Cottbus. An den verschiedenen Orten sind Vorträge, Diskussionsrunden oder Filmvorführungen rund um das Thema Energiewende geplant.

Teilnehmer des Lausitzcamp on Tour 2017 halten ein rotes Band (Quelle: Lausitzcamp 2017)
Teilnehmer des Lausitzcamps und Polizei vor der LEAG-Zentrale in Cottbus

Energieunternehmen LEAG in Sorge

Zum Auftakt trafen sich die Teilnehmer zu einer Protestaktion vor dem Hauptgebäude des Energiekonzerns LEAG in Cottbus. Nach rbb-Informationen sollen sie auf dem Weg dorthin von der Polizei aufgehalten worden sein. Die Umweltschützer wollen erreichen, dass der Energiekonzern auf den Aufschluss des Tagebaus Welzow Süd 2 verzichtet.

In einer Mitteilung des Unternehmens hieß es, man habe die Teilnehmer der Radtour darauf hingewiesen, dass Sicherheit oberste Priorität haben müsse - das Betreten von Betriebsgelände sei untersagt und ziehe rechtliche Konsequenzen nach sich. Vor dem Hintergrund auf die Blockade des Tagebaus Welzow vor fast genau einem Jahr durch Aktivisten von "Ende Gelände" habe man ein Infoblatt mit Risiken und Konsequenzen solcher Besetzungsaktionen an die Teilnehmer der Radtour verteilt.

Greenpeace muss Schadenersatz an LEAG zahlen

Erst in der vergangenen Woche ging ein Gerichtsverfahren wegen ähnlicher Protestaktionen zu Ende. Vor Gericht wurde zwischen LEAG und Aktivisten von Greenpeace ein Vergleich erreicht. Wegen der Besetzung von Gleisen nahe dem Kraftwerk Schwarze Pumpe im Jahr 2013  muss Greenpeace 11.000 Euro Schadenersatz an LEAG zahlen.

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