Protestplakat der Bürgerinitiative Altdöberner See (Quelle: imago / Aswendt)
Video: Brandenburg aktuell | 01.07.2016 | Phillipp Manske

Erfolg für Bürgerinitiative - Altdöberner See wird doch nicht braun

Einst Landschaft, später Loch, dann endlich ein See und künftig ein braunes Schlammlager? Der Altdöberner See sollte Lager für das braune Eisenocker werden - mit Folgen nicht nur für den Tourismus. Eine Bürgerinitiative lief Sturm dagegen - und hat jetzt tatsächlich Erfolg.

Anders als zunächst angedacht wird der Altdöberner See in Südbrandenburg doch nicht als Lagerstätte für Eisenschlamm genutzt.

Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) teilte am Freitag mit, dass diese Entscheidung auf Grundlage eines Zwischenberichts externer Gutachter getroffen worden sei. Eine Bürgerinitiative hatte gegen die Einspülung der braunen Schlämme gekämpft.

Wenig Leben im braunen Wasser

In Lausitzer Gewässern gibt es vielerorts die Verschmutzung der Gewässer mit Eisenhydroxid, also mit Mineralen, die durch die Senkung und Anhebung der Wasserspiegel in Folge der Kohletagebaue aus tieferen Erdschichten ausgespült werden:  Nach der Stilllegung einer Braunkohle-Grube kehrt Grundwasser zurück und schwemmt verwittertes Pyrit an die Oberfläche.

Eisenhydroxid und Sulfat werden ausgespült und gelangen so in Flüsse. Das oxidierte Eisen verfärbt das Wasser braun. Daher kommt auch der Begriff braune Spree. Die braunen Partikel machen das Wasser lichtundurchlässiger und verhindern so das Wachstum vieler Tiere und Pflanzen, Ockerschlämme überziehen den Gewässerboden.  

Eisenschlammlager wäre theoretisch möglich

Die LMBV sucht seit Jahren nach Lagermöglichkeiten für den anfallenden Schlamm. Eine Option ist es, ihn in Seen einzuspülen, so dass er dort zu Boden sinkt. Diese Praxis wendet der staatliche Bergbausanierer zum Beispiel im Spreetaler Bereich in Sachsen und im Sedlitzer See bei Senftenberg bereits an.

Beim Altdöberner See handelt es sich selbst um einen ehemaligen Tagebau. Gegen die Einspülung von Eisenhydroxidschlamm sprach nach LMBV-Angaben, dass der See für Touristen unattraktiver werden könnte. Zudem seien technische Anlagen nötig, die  Verkehrsbeeinträchtigungen rund um den See nach sich gezogen hätten.

Zugleich habe der Zwischenbericht der Gutachter aber bescheinigt, dass das Gewässer grundsätzlich technisch geeignet sei für die Zuleitung von Eisenockerschlamm. Der Bergbausanierer will jetzt nach anderen möglichen Standorten suchen. Eine Bürgerinitiative hatte sich gegen die früheren Pläne für den See gewehrt und auf mögliche ökologische Probleme und negative Folgen für den Tourismus verwiesen.

Nun werden Deponieoptionen geprüft

Als eine weitere Option für die Lagerung von Eisenschlamm ist bei der LMBV eine eigene Deponie im Gespräch. Es gibt darüber hinaus weitere Techniken. Eisenocker wird zum Beispiel in Seen gleich so behandelt, dass das Ganze zu Boden sinkt und dort bleibt. Zudem gibt es in Sachsen eine Firma, die aus dem Schlamm Eisen-Granulat und Eisen-Pulver herstellt. Die Produkte werden zum Beispiel in Biogasanlagen eingesetzt.

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