Die Pressekonferenz der neugegründeten LEAG (Quelle: rbb/Jasmin Schomber)
Video: Brandenburg aktuell | 11.10.2016 | Anke Blumenthal

Alte Firma, neuer Eigentümer - Lausitzer Tagebaufirma heißt jetzt LEAG

Das Unternehmen LEAG betreibt künftig die Gruben und Braunkohlekraftwerke in der Lausitz. Den Namen gab das neue Eigentümerkonsortium EPH nach der ersten Aufsichtsratssitzung am Dienstag bekannt. Doch es ging nicht nur um den Namen der Firma, sondern auch um Personalien.

Der neue Firmenname für die Braunkohlewirtschaft in der Lausitz steht fest: Künftig firmieren die Gruben und die Braunkohlekraftwerke in Brandenburg und Sachsen als Lausitz Energie
Bergbau AG
und Lausitz Energie Kraftwerke AG - kurz: LEAG. Ein "B" für "Bergbau" oder für "Braunkohle" allerdings taucht im Namen nicht auf. Der neue Vorstandsvorsitzende Helmar Rendez stellte am Dienstag am Firmensitz in Cottbus die neuen Namen und das Logo vor.

Rendez war zuvor Finanz-Vorstand bei Vattenfall. LEAG ist Teil des tschechischen EPH-Konzerns, der Ende September das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands vom schwedischen Energiekonzern Vattenfall übernommen hatte. Der Verkauf der Braunkohlesparte an EPH war Ende September vollzogen worden.

Künftig alle Entscheidungen aus Cottbus

LEAG-Hauptsitz sowohl für die Bergbau als auch für die Kraftwerke AG in Sachsen und Brandenburg wird nach Angaben vom Dienstag Cottbus. Hierher sollen auch die bisherigen Vattenfall-Firmensitze in Berlin und Hamburg verlegt werden, so die Ankündigung.

EPH-Vorstandsmitglied Jan Springl sagte nun bei der Präsentation des neuen Firmen-Geflechts, In Cottbus würden künftig auch alle Entscheidungen getroffen. Die Braunkohle, so Springl, werde auch in den nächsten Jahren eine preiswerte, kalkulierbare und effiziente Energiequelle bleiben, betonte der Manager.

Keine Infos zu neuen Tagebauen

Ob EPH an den früheren Vattenfall-Plänen zur Tagebau-Erweiterung und dem Aufschluss neuer Felder festhalten wird, blieb unklar. Rendez stellte in Aussicht, dass es vor Sommer 2017 eine Entscheidung dazu geben werde. "Es handelt sich nur um Monate", sagte der 54-Jährige.

EPH-Vorstand Jan Springl sagte, dass es bis 2020 keine betriebsbedingten Kündigungen für die ehemaligen Vattenfall-Mitarbeiter geben werde. Zudem betonte er, dass für die Unternehmen auch in Deutschland Steuern bezahlt würden. Außerdem werde EPH in den ersten Jahren auf eine Dividendenausschüttung verzichten, um in die Unternehmen zu reinvestieren.

Zu LEAG gehören nun die Kraftwerke Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg sowie die Kraftwerke Boxberg und Lippendorf (Anteil: 50 Prozent) in Sachsen. Bei den aktiven Tagebauen handelt es sich um die Gruben Nochten und Reichwalde in Sachsen sowie Welzow-Süd und Jänschwalde in Brandenburg.

2015 wurden nach Firmenangaben 62,5 Millionen Tonnen Rohkohle gefördert. In der Lausitz liegt das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands. Rund 8.000 Mitarbeiter arbeiten in der Lausitzer Braunkohlenindustrie.

Umweltschützer aus Protest auf einem Kohlebagger

Am Rande der ersten offiziellen Sitzung der neuen Unternehmensführung hatten in Cottbus Klimaaktivisten für den Ausstieg aus der Braunkohle-Förderung demonstriert. Zeitgleich zur Unternehmensführung trafen sich auch Gewerkschaftsvertreter auf dem Firmengelände. Beide Versammlungen verliefen friedlich und es kam zu keinerlei Störungen, teilte die Polizei mit.

Bereits in den frühen Morgenstunden hatten nach Polizeiangaben vier Umweltaktivisten kurzzeitig einen Bagger im Tagebaugelände in Welzow bestiegen. Ein Mann und eine Frau seien kurze Zeit später außerhalb des Tagebaugeländes von Polizisten festgestellt worden. Zur Klärung ihrer Identität wurden sie nach Cottbus in die Polizeidienststelle mitgenommen. Dort wurden sie bis zum Ende aller Veranstaltungen in polizeilichem Gewahrsam festgehalten, um Störungen zu vermeiden, wie die Polizei mitteilte.