Rauchwolken über der gesprengten Förderbrücke F34 im stillgelegten Braunkohletagebau Cottbus-Nord (Quelle: dpa)

Hunderte Tonnen Stahl müssen abtransportiert werden - Förderbrücke im Tagebau Cottbus-Nord gesprengt

Sie war die letzte ihrer Art und liegt nun wie erlegt am Boden: Die alte Förderbrücke F34 aus der stillgelegten Braunkohlegrube Cottbus-Nord ist am Donnerstag gesprengt worden. Mehr als 30 Jahre lang hatten die Förderbänder Sand und Erde aus dem Tagebau abtransportiert. Jetzt soll aus der Grube ein See werden.

Im kürzlich stillgelegten Braunkohle-Tagebau Cottbus-Nord ist am Donnerstag die Förderbrücke gesprengt worden. Die Sprengung sei reibungslos verlaufen, berichtete eine Sprecherin des Energiekonzerns Vattenfall. Es seien 24 Kilogramm Sprengstoff an 150 Stellen eingesetzt worden. Videokameras waren in der Nähe nicht erwünscht.

Nach der Sprengung müssen nun rund 2.200 Tonnen Stahl zerkleinert und abtransportiert werden.

Voraussichtlich von Winter 2018/2019 bis 2024 soll Spreewasser in die Grube geleitet werden. Dort soll dann Brandenburgs größter künstlicher See, der Cottbuser Ostsee, entstehen. Der Tagebau war im Dezember 2015 planmäßig stillgelegt worden.

Die Abraumförderbrücke F34 war nach Angaben von Vattenfall 32 Jahre lang in der Grube im Einsatz. Sie sei die letzte Förderbrücke ihrer Art gewesen.

Die ganze Kohle-Sparte steht zum Verkauf

Seit 1981 wurden in Cottbus-Nord rund 220 Millionen Tonnen Kohle gefördert. Fast eine Milliarde Kubikmeter Erde musste laut Vattenfall dafür umgewälzt werden. Mehrere Dörfer mussten weichen.

Mit der Sprengung der Brücke werde einmal mehr deutlich, dass die Braunkohleförderung eine auslaufende Technologie sei, teilte die Grünen-Fraktion im Landtag am Donnerstag mit. "Umso wichtiger ist es jetzt, den Strukturwandel aktiv zu gestalten und sich über eine sozialverträgliche Abfederung dieses Prozesses Gedanken zu machen."

Der schwedische Staatskonzern sucht derzeit einen Käufer für seine Braunkohle-Sparte in der Lausitz. Interessenten sind bis Mitte März aufgerufen, verbindliche Angebote abzugeben. Die Lausitz ist das zweitgrößte Braunkohlerevier Deutschlands, nur im Rheinland wird noch mehr gefördert.