Arbeiten zu Herstellung des künstlichen Seebodens am künftigen Cottbuser Ostsee (Quelle: imago/Rainer Weisflog)
Video: rbb aktuell | 02.06.2017

Flutung soll 2018 starten - Spatenstich für Einlauf-Bauwerk am Cottbuser Ostsee

Zeitgleich zu der Unterzeichnung des Abkommens durch Bund und Länder für eine weitere Finanzierung der Tagebausanierung in ostdeutschen Bundesländern hat bei Cottbus der Spatenstich für ein Einlauf-Bauwerk am künftigen Ostsee stattgefunden.

Nachdem Vattenfall Ende 2015 die Kohleförderung dort beendete, laufen die Arbeiten für die Flutung nun unter der Regie der Lausitz Energie Bergbau AG (LEAG) weiter. Wie Pressesprecher Thoralf Schirmer rbb|24 mitteilte, wird die Gestaltung des Ostsees in einem Umfang von mehr als 300 Millionen Euro allein aus LEAG-Mitteln finanziert.  Dafür habe das Unternehmen entsprechende Rücklagen gebildet, die jetzt für diesen Zweck eingesetzt würden. Kosten für mit dem Projekt zusammenhängende Bauten wie eine Kaimauer an der Stadt Cottbus, werden von der Stadt getragen, hieran gibt es Kritik.

Die LEAG startet dort mit dem Bau der Anlage, mit deren Hilfe ab November 2018 Wasser aus der Spree in das Restloch des ehemaligen Tagebaus transportiert werden soll. Bis dahin bleibt Zeit, Seegrund und Uferböschungen zu gestalten. Mit einer Wasserfläche von 19 Quadratkilometern wird der Ostsee das größte künstliche Gewässer Deutschlands. Die Flutung soll vor allem in den Wintermonaten erfolgen und wird nach Schätzung der LEAG fünf bis sechs Jahre dauern.

Kritik von Umweltschützern am Ostsee

Umweltschützer der in der Region aktiven "Grünen Liga" kritisierten am Freitag in einer Mitteilung, mit dem Start des Baus würden Tatsachen für ein von der zuständigen Wasserbehörde als "nicht genehmigungsfähig" bezeichnetes Projekt geschaffen.

Damit bezieht sich die "Grüne Liga" auf das Protokoll eines Erörtungstermins Anfang November 2016 des Landesamts für Bergbau, worin ein Vertreter des Umweltlandesamtes sagte, "gemäß der vorliegenden Antragsunterlagen" und deren erster Überarbeitung könne "keine wasserrechtliche Erlaubnis für das Vorhaben erteilt werden."

Die Flutung des Restlochs sei, so die Umweltschützer, für die LEAG zudem billiger als eine Rekultivierung als Forst- oder Landwirtschaftsfläche, da für das Wasser nicht gezahlt werden müsse.

Mit Informationen von Dirk Schneider, Cottbus