Rennwagen rasen über den Lausitzring, hinter dessen Tribüne sich ein Windrad erhebt (Quelle: Juergen Tap/Dtm/Itr/dpa)

360-Grad-Video | Die Lausitz nach der Kohle - Der Lausitzring ist schon grün

Kohle ist der Energie- und Wirtschaftsmotor der Lausitz, kann es aber nicht auf ewig sein. Der Lausitzring hat bereits umgestellt und liefert aus drei grünen Quellen Strom ins Netz. Was kann der Rest der Region von diesem Modellprojekt lernen? Von Stefanie Mnich und P. Bastian Welte

Es klingt erst einmal wie ein Widerspruch: ausgerechnet eine Rennstrecke, klassischerweise ein Treffpunkt PS-starker CO2-Schleudern, als Vorbild für die Energiewende? Der Lausitzring ist seit 2010 dem Namen nach grün und tut so einiges für sein umweltbewusstes Image: Photovoltaik, Windkraft, Biogasanlage. Mehr als 20.000 Megawattstunden elektrischer Energie speisen die Anlagen pro Jahr ins Stromnetz ein und können so über 5.000 Vier-Personen-Haushalte versorgen. Die Braunkohle, die hier früher abgebaut wurde, scheint weit weg. Der CO2-Fußabdruck ist deutlich kleiner geworden.

Gehäckselter Mais vergoren mit Gülle? Klingt nicht lecker, dienst aber auf dem Lausitzring zur Herstellung von grünem Strom. Im diesem 360-Grad-Video können sie in die Heizkraftanlage hineinschnuppern ... oder besser schauen.

Dabei stand eigentlich die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, als das Versorgungskonzept vom Energieunternehmen "Energiequelle" den Zuschlag bekommen hat: Die weitläufige Anlage musste im Winter ausreichend beheizt werden, wie Projektleiter Thomas Roßner erzählt. Die Wärme dafür liefert inzwischen die Biogasanlage unweit der Rennstrecke. Übers Jahr wird in der Anlage ein gigantischer Haufen aus fast 9.000 Tonnen gehäckseltem Mais und Gras zusammen mit 5.000 Kubikmetern Gülle vergoren. Das beheizt nicht nur den Lausitzring, sondern kann über das Wärmenetz knapp 1.000 Haushalte mit Strom und Wärme versorgen.

Ein gärendes Gülle-Gemisch beheizt die Rennstrecke

In erneuerbare Energien investieren - "das ist eigentlich der Weg, um von der Braunkohle wegzukommen", ist sich Roßner sicher. "Wir wollten zeigen, dass die erneuerbaren Energien in der Lage sind - in Kombination sozusagen - auch die Energieversorgung zu übernehmen." Der Mann in der schwarzen Regenjacke verschmilzt optisch mit der schwarzen Plane, die den Berg aus Mais-Silage auf dem Vorplatz der Biogasanlage bedeckt. Gegoren wird immer. Das gleicht die Flauten von Wind und Sonne in dunklen, windstillen Zeiten aus.

Erneuerbare Arbeit?

Der Lausitzring steht für Wandel. Statt eines Braunkohlebaggers dreht sich hier inzwischen ein Windrad. Wenn spätestens 2050 die Kohleverstromung ganz aus der Lausitz verschwindet, fürchten deshalb viele Menschen Arbeitslosigkeit, Verödung, Verarmung. Selbst wenn die erneuerbaren Energien irgendwann die komplette Stromversorgung übernehmen - viele Menschen braucht es dafür auf den ersten Blick nicht. Die Windanlage muss ab und zu gewartet werden, die Solar-Carports produzieren den Strom auch von allein, in der Biogasanlage arbeiten nur zwei Betriebsführer, die Fertigung der Anlagen findet größtenteils nicht in Brandenburg statt.

Der Wandel – ein Jobkiller?

 

Der Lausitzring steht für Wandel. Statt eines Braunkohlebaggers dreht sich hier inzwischen ein Windrad. Wenn spätestens 2050 die Kohleverstromung ganz aus der Lausitz verschwindet, http://www.rbb-online.de/wirtschaft/thema/braunkohle/beitraege/kohle-lausitz-rueckblick-ausblick.html

fürchten deshalb viele Menschen Arbeitslosigkeit. Verödung. Verarmung. Selbst wenn die erneuerbaren Energien irgendwann die komplette Stromversorgung übernehmen – viele Menschen braucht es dafür auf den ersten Blick nicht. Die Windanlage muss ab und zu gewartet werden, die Solarcarports produzieren den Strom auch von allein, in der Biogasanlage arbeiten nur zwei Betriebsführer, die Fertigung der Anlagen findet größtenteils nicht in Brandenburg statt.

 

 

Erneuerbare Arbeit?

 

Doch insgesamt arbeiten etwa 330 000 Menschen in Deutschland direkt oder indirekt im Sektor der erneuerbaren Energien. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung aus dem Jahr 2015 hervor.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/fuenfter-monitoring-bericht-energie-der-zukunft.pdf?__blob=publicationFile&v=30

Dem gegenüber stehen die Beschäftigten im Braunkohlesektor. Der Bundesverband Braunkohle geht von mehr als 70.000 direkt,

http://www.braunkohle.de/126-0-Beschaeftigtenzahlen.html

indirekt oder anders hervorgebrachten Arbeitsplätzen aus, die von der Braunkohle abhängig sind. Der Energieversorger LEAG beschäftigt in der Lausitz etwa 8.000 Menschen  direkt in der Braunkohle. 16.000 weitere indirekt, etwa durch Zulieferer oder durch Gastronomie.

Wie viele Jobs die erneuerbaren Energien in der Lausitz bereits bieten, lässt sich nur schwer ermitteln, Statistiken gibt es nicht. Roßner zeigt sich zuversichtlich: "Projektentwickler, Planer, Ingenieure, Biologen, die Anlagen betreuen, im Vorfeld in der Planung, aber auch danach. Dann kommt es jetzt dazu, dass wir mehr in die Richtung Dienstleistung gehen müssen, also sozusagen Stromvermarktung."

 

 

Think small

                                                                                 

Am Lausitzring hat praktisch bereits eine Mini-Energiewende stattgefunden. Der Strom aus dem Windrad, den Solarcarports und der Biogasanlage wird direkt ins öffentliche Stromnetz eingespeist, die Wärme versorgt den Lausitzring direkt. Damit ist das Projekt ein erster Schritt, aber nur einer von vielen, ein Teil der einer möglichen Lösung. Planer, Biologen, Ingenieure, Bauarbeiter, Bauern - rund um das Modellprojekt “Grüner Lausitzring” hat sich ein wirtschaftliches Geflecht entwickelt, das auf viele einzelne statt auf einen großen Player setzt. Das könnte zukünftig die Region vor zu einseitigen Abhängigkeiten wie beim Braunkohletagebau verhindern. Und die Solarcarports im Regen? Der Bedarf sei eben noch nicht so hoch, sagt Thomas Roßner, "aber ich denke mal in Zukunft wird sich das ganz einfach ändern." Vielleicht ist die Zukunft der Lausitz auch eine Frage der Perspektive.

 

 

Mögliche Überleitung zum Video:

Der Lausitzring liegt in einem ehemaligen Braunkohletagebau. Heute entsteht der Strom hier klimafreundlich - nur muss das Wetter mitspielen:

 

Der Wandel – ein Jobkiller?

 

Der Lausitzring steht für Wandel. Statt eines Braunkohlebaggers dreht sich hier inzwischen ein Windrad. Wenn spätestens 2050 die Kohleverstromung ganz aus der Lausitz verschwindet, http://www.rbb-online.de/wirtschaft/thema/braunkohle/beitraege/kohle-lausitz-rueckblick-ausblick.html

fürchten deshalb viele Menschen Arbeitslosigkeit. Verödung. Verarmung. Selbst wenn die erneuerbaren Energien irgendwann die komplette Stromversorgung übernehmen – viele Menschen braucht es dafür auf den ersten Blick nicht. Die Windanlage muss ab und zu gewartet werden, die Solarcarports produzieren den Strom auch von allein, in der Biogasanlage arbeiten nur zwei Betriebsführer, die Fertigung der Anlagen findet größtenteils nicht in Brandenburg statt.

 

 

Erneuerbare Arbeit?

 

Doch insgesamt arbeiten etwa 330 000 Menschen in Deutschland direkt oder indirekt im Sektor der erneuerbaren Energien. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung aus dem Jahr 2015 hervor.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/fuenfter-monitoring-bericht-energie-der-zukunft.pdf?__blob=publicationFile&v=30

Dem gegenüber stehen die Beschäftigten im Braunkohlesektor. Der Bundesverband Braunkohle geht von mehr als 70.000 direkt,

http://www.braunkohle.de/126-0-Beschaeftigtenzahlen.html

indirekt oder anders hervorgebrachten Arbeitsplätzen aus, die von der Braunkohle abhängig sind. Der Energieversorger LEAG beschäftigt in der Lausitz etwa 8.000 Menschen  direkt in der Braunkohle. 16.000 weitere indirekt, etwa durch Zulieferer oder durch Gastronomie.

Wie viele Jobs die erneuerbaren Energien in der Lausitz bereits bieten, lässt sich nur schwer ermitteln, Statistiken gibt es nicht. Roßner zeigt sich zuversichtlich: "Projektentwickler, Planer, Ingenieure, Biologen, die Anlagen betreuen, im Vorfeld in der Planung, aber auch danach. Dann kommt es jetzt dazu, dass wir mehr in die Richtung Dienstleistung gehen müssen, also sozusagen Stromvermarktung."

 

 

Think small

                                                                                 

Am Lausitzring hat praktisch bereits eine Mini-Energiewende stattgefunden. Der Strom aus dem Windrad, den Solarcarports und der Biogasanlage wird direkt ins öffentliche Stromnetz eingespeist, die Wärme versorgt den Lausitzring direkt. Damit ist das Projekt ein erster Schritt, aber nur einer von vielen, ein Teil der einer möglichen Lösung. Planer, Biologen, Ingenieure, Bauarbeiter, Bauern - rund um das Modellprojekt “Grüner Lausitzring” hat sich ein wirtschaftliches Geflecht entwickelt, das auf viele einzelne statt auf einen großen Player setzt. Das könnte zukünftig die Region vor zu einseitigen Abhängigkeiten wie beim Braunkohletagebau verhindern. Und die Solarcarports im Regen? Der Bedarf sei eben noch nicht so hoch, sagt Thomas Roßner, "aber ich denke mal in Zukunft wird sich das ganz einfach ändern." Vielleicht ist die Zukunft der Lausitz auch eine Frage der Perspektive.

 

 

Mögliche Überleitung zum Video:

Der Lausitzring liegt in einem ehemaligen Braunkohletagebau. Heute entsteht der Strom hier klimafreundlich - nur muss das Wetter mitspielen:

 

Doch insgesamt arbeiten etwa 330.000 Menschen in Deutschland direkt oder indirekt im Sektor der erneuerbaren Energien. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung aus dem Jahr 2015 hervor. Dem gegenüber stehen die Beschäftigten im Braunkohlesektor: Der Bundesverband Braunkohle geht von mehr als 70.000 direkt, indirekt oder anders hervorgebrachten Arbeitsplätzen aus, die von der Braunkohle abhängig sind. Der Energieversorger LEAG beschäftigt in der Lausitz etwa 8.000 Menschen direkt in der Braunkohle. 16.000 weitere indirekt, etwa durch Zulieferer oder durch Gastronomie.

Wie viele Jobs die erneuerbaren Energien in der Lausitz bereits bieten, lässt sich nur schwer ermitteln, Statistiken gibt es nicht. Roßner sieht viele Beschäftigungsbereiche: "Projektentwickler, Planer, Ingenieure, Biologen, die Anlagen betreuen, im Vorfeld in der Planung, aber auch danach. Dann kommt es jetzt dazu, dass wir mehr in die Richtung Dienstleistung gehen müssen, also sozusagen Stromvermarktung."

 

Erneuerbare Arbeit?

 

Doch insgesamt arbeiten etwa 330 000 Menschen in Deutschland direkt oder indirekt im Sektor der erneuerbaren Energien. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung aus dem Jahr 2015 hervor.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/fuenfter-monitoring-bericht-energie-der-zukunft.pdf?__blob=publicationFile&v=30

Dem gegenüber stehen die Beschäftigten im Braunkohlesektor. Der Bundesverband Braunkohle geht von mehr als 70.000 direkt,

http://www.braunkohle.de/126-0-Beschaeftigtenzahlen.html

indirekt oder anders hervorgebrachten Arbeitsplätzen aus, die von der Braunkohle abhängig sind. Der Energieversorger LEAG beschäftigt in der Lausitz etwa 8.000 Menschen  direkt in der Braunkohle. 16.000 weitere indirekt, etwa durch Zulieferer oder durch Gastronomie.

Wie viele Jobs die erneuerbaren Energien in der Lausitz bereits bieten, lässt sich nur schwer ermitteln, Statistiken gibt es nicht. Roßner zeigt sich zuversichtlich: "Projektentwickler, Planer, Ingenieure, Biologen, die Anlagen betreuen, im Vorfeld in der Planung, aber auch danach. Dann kommt es jetzt dazu, dass wir mehr in die Richtung Dienstleistung gehen müssen, also sozusagen Stromvermarktung."

 

Erneuerbare Arbeit?

 

Doch insgesamt arbeiten etwa 330 000 Menschen in Deutschland direkt oder indirekt im Sektor der erneuerbaren Energien. Das geht aus Zahlen der Bundesregierung aus dem Jahr 2015 hervor.

https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Publikationen/Energie/fuenfter-monitoring-bericht-energie-der-zukunft.pdf?__blob=publicationFile&v=30

Dem gegenüber stehen die Beschäftigten im Braunkohlesektor. Der Bundesverband Braunkohle geht von mehr als 70.000 direkt,

http://www.braunkohle.de/126-0-Beschaeftigtenzahlen.html

indirekt oder anders hervorgebrachten Arbeitsplätzen aus, die von der Braunkohle abhängig sind. Der Energieversorger LEAG beschäftigt in der Lausitz etwa 8.000 Menschen  direkt in der Braunkohle. 16.000 weitere indirekt, etwa durch Zulieferer oder durch Gastronomie.

Wie viele Jobs die erneuerbaren Energien in der Lausitz bereits bieten, lässt sich nur schwer ermitteln, Statistiken gibt es nicht. Roßner zeigt sich zuversichtlich: "Projektentwickler, Planer, Ingenieure, Biologen, die Anlagen betreuen, im Vorfeld in der Planung, aber auch danach. Dann kommt es jetzt dazu, dass wir mehr in die Richtung Dienstleistung gehen müssen, also sozusagen Stromvermarktung."

Viele Einzelne übernehmen von einem Großen

Am Lausitzring hat praktisch bereits eine Mini-Energiewende stattgefunden. Der Strom aus dem Windrad, den Solar-Carports und der Biogasanlage wird direkt ins öffentliche Stromnetz eingespeist, die Wärme versorgt den Lausitzring direkt. Damit ist das Projekt ein erster Schritt, aber nur einer von vielen, ein Teil der einer möglichen Lösung.

Ingenieure, Bauarbeiter, Bauern - rund um das Modellprojekt "Grüner Lausitzring" hat sich ein wirtschaftliches Geflecht entwickelt, das auf viele einzelne statt auf einen großen Player setzt. Das könnte zukünftig die Region vor zu einseitigen Abhängigkeiten wie beim Braunkohletagebau verhindern.

Und die Solar-Carports im Regen? Der Bedarf sei eben noch nicht so hoch, sagt Thomas Roßner, "aber ich denke mal in Zukunft wird sich das ganz einfach ändern." Vielleicht ist die Zukunft der Lausitz auch eine Frage der Perspektive.

Auf der Website www.360lausitz.de finden Sie das komplette ems-Fimprojekt "Auf heißen Kohlen" mit weiteren 360-Grad-Videos.

Beitrag von Stefanie Mnich und P. Bastian Welte

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