Die Chichen Itza Pyramide in Mexiko (Quelle:dpa)
Audio: Inforadio 03.03.2014 | Franziska Ritter

Partnerland der ITB - "Die Zeit ist reif für Mexiko"

Die Deutschen sind bekanntlich ein reisefreudiges Volk - vor allem die Berliner. Laut einer Studie von Reiseanbieter TUI sind sie elf Tage im Jahr im Ausland unterwegs. Wem das nötige Geld oder die Zeit für eine große Reise fehlen, der kann auf der Internationalen Tourismusbörse Berlin in der Ferne schwelgen. Partnerland in diesem Jahr: Mexiko. Von Franziska Ritter

Es war ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mehrerer Bewerber um die begehrte Position des offiziellen Partnerlandes der ITB Berlin. Gewonnen hat es Mexiko, das sich dieser Ehre natürlich würdig erweisen will. Fantastische Reiseziele, exquisites Essen  und beeindruckende Vielseitigkeit: Für Vicente Salas vom mexikanischen Fremdenbüro liegt es auf der Hand, warum sein Land ein attraktives Reiseziel ist. Und zwar gerade für Hauptstädter, die damit an die Tradition eines berühmten Berliners anknüpfen können, denn Alexander von Humboldt reiste schon vor mehr als 200 Jahren nach Mexiko. Der Naturwissenschaftler vermaß das Land, sammelte Pflanzen und studierte die Kultur der Ureinwohner. Diese Tour nennt Salas "Ausgangspunkt und Fundament der bis heute ausgezeichneten Beziehungen zwischen Deutschland und Mexiko". Humboldt sei sozusagen der Prototyp des entdecker-lustigen Deutschen, von dem die Mexikaner heute noch profitieren und noch viel mehr profitieren möchten, sagte Salas. "Wir freuen uns, dass immer mehr Menschen unser Land besuchen wollen".

Können Sie sich eine Welt ohne Schokolade vorstellen?

Allein im vergangenen Jahr kamen 187.000 Touristen aus Deutschland nach Mexiko. Sie besuchten die berühmten Tempel der Maya und Azteken, jahrhundertealte Kolonialstädte und die Strände von Yucatan. Auf der ITB zeigen in diesem Jahr 80 Aussteller aus Mexiko, was ihr Land touristisch sonst noch zu bieten hat. Neben den Sehenswürdigkeiten will Mexiko vor allem mit Gastfreundschaft und kulinarischen Leckerbissen punkten, sagt Patricia Espinosa Cantellano - die mexikanische Botschafterin in Deutschland. Eine Welt ohne Vanille, Tomate oder Schokolade könne sich vermutlich niemand vorstellen – alles Produkte, die die Welt ihrem Land zu verdanken habe, so Cantellano.

Der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas nach Brasilien exportiert nicht nur Tomatensaft und Bier im großen Stil, das Land produziert auch so viele Smartphones und Plasmafernseher wie kein anderes Land auf der Welt. Doch die robusten Konjunkturdaten werden von Berichten über Gewalt und Drogenhandel überschattet. Die Kriminalität stelle in Mexiko ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, warnt das Auswärtige Amt auf seinen Seiten. Ungeachtet dessen wirbt die Botschafterin "Es el momento de México - Die Zeit ist reif für Mexiko". Dieses Motto habe Präsident Enrique Peña Nieto aus gutem Grund verkündet. Optimismus und Zuversicht seien die bestimmenden Werte, Touristen sollten deshalb ohne Sorge in ihr Land kommen, sagt Cantellano. 

Nur die Chinesen reisen mehr

Neben Mexiko präsentieren sich in diesem Jahr auf der ITB mehr als 10.000 Aussteller aus 180 verschiedenen Ländern - unter ihnen erstmals die britische Kronkolonie Gibraltar und die ostafrikanische Republik Dschibuti. David Ruetz, der die ITB leitet, rechnet mit 170.000 Besuchern und nennt vielversprechende Zahlen vom Reisemarkt. "Im letzten Jahr sind über eine Milliarde Menschen gereist." Der Zuwachs soll bei drei Prozent für 2014 liegen.

Und die Deutschen sind bei Auslandsreisen ganz vorn dabei: Im vergangenen Jahr gaben sie 65 Milliarden Euro dafür aus. Nur die Chinesen haben sich das Reisen im internationalen Vergleich noch mehr kosten lassen.

Beitrag von Franziska Ritter, Inforadio

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