Tagebau Welzow (dpa, Archivbild)

Tagebau Welzow: Dörfern droht Zwangsumsiedlung - Die Kohle gibt, die Kohle nimmt

Die Braunkohle hat in den vergangenen Jahrzehnten die Landschaft der Lausitz verändert - und tausende Menschen aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Gleichzeitig bringt sie der Region Arbeit. Beispiel Welzow Süd: Dort sollen neue Kohlefelder erschlossen werden, wogegen sich die Anwohner wehren. Eine Entscheidung steht demnächst bevor.

Eine riesige Abraumförderbrücke überspannt am Donnerstag (15.12.2011) das Kohleflöz im Braunkohletagebau der Vattenfall AG im südbrandenburgischen Welzow (Quelle: dpa)

Braunkohlen-Stromproduktion steigt - Vattenfall fördert mehr Kohle in der Lausitz

Energiewende hin oder her, es läuft gut für die Braunkohle. Deutschlandweit ist die Stromproduktion aus Braunkohle auf ihren höchsten Wert seit 1990 gestiegen - in der Lausitz fördert Vattenfall immer größere Mengen des klimaschädlichen Rohstoffs. 2013 sogar 1,2 Millionen Tonnen mehr als noch im Vorjahr.

Sternmarsch gegen die Erweiterung des Lausitzer Tagebaus am 5- Januar 2014 (Quelle: dpa)

Siebter Sternmarsch gegen Braunkohle - Tagebau-Gegner fordern Beteiligung an Schiedsstelle

Beim siebten Sternmarsch gegen Braunkohle sind am Sonntag rund 850 Teilnehmer durch die Dörfer Grabko, Kerkwitz und Atterwasch gezogen. Diese Dörfer könnten wie andere in der Lausitz neuen Tagebauplänen zum Opfer fallen. Die Organisatoren stellten bei einer Kundgebung auch Anforderungen an die von der Brandenburger Landesregierung angekündigte Schiedsstelle für Bergschäden.

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Dampf steigt in Grevenbroich (Nordrhein-Westfalen) aus den Kühltürmen des Braunkohlekraftwerkes Neurath in die Luft auf. (Bild: dpa)

Brandenburg aktuell | 06.01.2014 | Julia Baumgärtel - Stromriese als Rabattjäger

Nach Erkenntnissen der Deutschen Umwelthilfe muss der schwedische Staatskonzern Vattenfall keinen Beitrag für die Ökostrom- und Energiewende leisten. Er ist von der Ökostrom-Umlage befreit  - und das bereits seit Jahren. Massiv entlastet wird ausgerechnet die Bergbau-Tochter des Unternehmens.

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Links:Befürworter der Braunkohle protestieren mit Plakaten vor dem Messezentrum in Cottbus, rechts: Demonstration der Gegner am 10.12.2013.(Quelle: rbb/dpa)

Erörterungsverfahren zu Welzow abgeschlossen - Kippen die Tagebaupläne wegen des Wasserschutzes?

Fünf Tage lang debattierten in Cottbus Kritiker und Befürworter des geplanten neuen Tagebaus Welzow-Süd II. Am Montag ist das Erörterungsverfahren zu Ende gegangen. Die Befürworter hoffen auf grünes Licht für die Planungen und den Erhalt vieler Arbeitsplätze, Greenpeace jedoch will die Pläne noch kippen: Mit einem brisanten Gutachten zu den Folgen für den Wasserhaushalt der Region. Von Robin Avram

Hintergrund

Ein Vattenfall-Mitarbeiter erklärt einem Besucher das Gelände im Tagebau Welzow-Süd in Brandenburg (Bild: DPA)

Der Konflikt in Bildern - Der Streit um die Braunkohle in Welzow

Die einen wollen ihre Jobs behalten - die anderen ihr Haus. Die Pläne des Energiekonzerns Vattenfall, das Kohleabbaugebiet Welzow Süd, südwestlich von Cottbus, zu vergrößern, sind seit ihrer Vorstellung vor zwei Jahren stark umstritten. Denn für Welzow Süd II sollen weitere Dörfer dem Bagger weichen.

Energieriese Vattenfall

  • Vattenfall als Arbeitgeber

  • Vattenfalls Fürsprecher und Lobbyisten

  • Vattenfalls Beteiligungen und Subunternehmen

  • Vattenfall als Sponsor

  • Vattenfall und die Energiewende

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  • Kippen die Tagebaupläne wegen des Wasserschutzes?

    Links:Befürworter der Braunkohle protestieren mit Plakaten vor dem Messezentrum in Cottbus, rechts: Demonstration der Gegner am 10.12.2013.(Quelle: rbb/dpa)

    Fünf Tage lang debattierten in Cottbus Kritiker und Befürworter des geplanten neuen Tagebaus Welzow-Süd II. Am Montag ist das Erörterungsverfahren zu Ende gegangen. Die Befürworter hoffen auf grünes Licht für die Planungen und den Erhalt vieler Arbeitsplätze, Greenpeace jedoch will die Pläne noch kippen: Mit einem brisanten Gutachten zu den Folgen für den Wasserhaushalt der Region. Von Robin Avram

  • Erörterung zum Braunkohlenplan wird verlängert

    Gegner der Braunkohle demonstrieren mit Plakaten am 10.12.2013 vor dem Messezentrum in Cottbus. (Quelle: dpa)

    Am Montag wird weiterdiskutiert: In der Debatte über den Tagebau Welzow-Süd II sind bereits viele Argumente ausgetauscht. Doch die veranschlagten vier Tage reichen dafür nicht. Die öffentliche Erörterung - also die Diskussion um die erhobenen Einwendungen gegen die Pläne - geht weiter.

  • Tagebaupläne im Kreuzfeuer der Kritik

    Das Kohleflöz der Vattenfall AG in Welzow (Quelle: dpa)

    Braucht Brandenburg einen neuen Braunkohle-Tagebau? Nicht nur die Landesregierung ist in dieser Frage zerstritten – das Thema entzweit eine ganze Region. Im Dezember ging das Genehmigungsverfahren für den Tagebau Welzow-Süd II in die nächste, vielleicht entscheidende Runde. Gegner und Befürworter nutzten den Termin in Cottbus für neue Proteste.

  • Mit Riesenkran entsteht Aschedepot im Tagebau Jänschwalde

    Im dichten Nebel steht ein Kran im Braunkohletagebau der Vattenfall AG in Jänschwalde. (Quelle: dpa)

    Eine Art überdimensionale Schraube mit 65 Metern Länge und einem Rüttelgerät bohrt sich immer wieder in den Boden und verdichtet ihn durch die Vibrationen. So will der Energiekonzern Vattenfall im Braunkohletagebau Jänschwalde ein zweites Depot für Kraftwerksasche und Gips anlegen. Fünf Jahre sollen die Arbeiten dauern.

  • Mit "Rekord" wird's warm

    Kohlenplatz Werbetafel der Lausitzer Rekord Briketts (Quelle: imago)

    Es ist ein dreckiges Geschäft, auch wenn es heute mit deutlich weniger Staub und Krach vonstatten geht. Und doch läuft die Brikettherstellung in der Niederlausitz – anders als in den ersten Nachwendejahren – wieder gut. In Schwarze Pumpe in Spremberg feiert Vattenfall nun den runden Geburtstag der letzten Brikettfabrik in der Region.

  • "Darf man für 5000 Jobs 2000 Menschen verjagen?"

    Braunkohlekraftwerk von Vattenfall in Jänschwalde (dpa-Archivbild)

    Für den Tagebau Jänschwalde soll das Dorf Atterwasch im Spree-Neiße-Kreis samt seiner hunderte Jahre alten Kirche weichen. Dagegen demonstrieren die Anwohner seit Jahren: Jedes Jahr zum Reformationstag rufen die Tagebau-Gegner von "Heimat und Zukunft" zu einer Protestfeier auf.

  • Schweden will Vattenfalls Pläne für die Lausitz nicht stoppen

    Archiv: Parlamentseröffnung in Schweden (Quelle: dpa)

    Die Lausitzer Tagebaupläne des Energiekonzerns Vattenfalll sind am Freitag im schwedischen Parlament debattiert worden. Anlass war eine Anfrage der Grünen in Stockholm. Sie halten den Bau neuer Braunkohlentagebaue in Brandenburg und Sachsen für nicht mit den Nachhaltigkeitszielen Schwedens vereinbar und werfen der Regierung Verrat vor. Doch die will sich nicht einmischen.

  • 185.000 Hinweise zum Tagebauplan Welzow-Süd II

    Schienen im Braunkohletagebau Welzow (Quelle: imago)

    Befürworter und Gegner der Lausitzer Kohleverstromung haben eine neue Stufe der Mobilisierung erreicht. Sie übergaben der Planungsbehörde eine Rekordzahl von Hinweisen: Mehr als 185.000 Einwendungen wurden eingereicht. Diese müssen nun bearbeitet werden.

  • Die Kohle gibt, die Kohle nimmt

    Tagebau Welzow (dpa, Archivbild)

    Die Braunkohle hat in den vergangenen Jahrzehnten die Landschaft der Lausitz verändert - und tausende Menschen aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Gleichzeitig bringt sie der Region Arbeit. Beispiel Welzow Süd: Dort sollen neue Kohlefelder erschlossen werden, wogegen sich die Anwohner wehren. Eine Entscheidung steht demnächst bevor.

  • Greenpeace-Aktivisten bleiben weiter angekettet

    Der Protest gegen den geplanten Braunkohletagebau des Energiekonzerns Vattenfall ist am Montag weiter eskaliert. Auch am späten Abend noch waren neun Greenpeace-Aktivisten weiter an die Bahngleise gekettet, um gegen den Ausbau des Tagebaus in Welzow-Süd zu demonstrieren. Arbeiter versuchten vergeblich, die Ketten zu durchtrennen.

  • Neues Gutachten: Plan für Welzow II so nicht genehmigungsfähig

    Braunkohletagebau Welzow-Süd (Quelle: imago)

    Kurz vor Ende des Beteiligungsverfahrens haben die Grünen ein neues Gutachten zum geplanten Tagebau Welzow-Süd II vorgelegt. Der Planentwurf sei lückenhaft, heißt es darin. Die Auswirkungen auf die Gesundheit der Bewohner, die umgesiedelt werden sollen, seien nicht ausreichend gewürdigt worden, ebensowenig wie die Zukunft betroffener Betriebe.

  • Greenpeace: Erdrutsche gefährden Dorf an Tagebaukante

    Blick aus einem Sportflugzeug auf den Braunkohletagebau der Vattenfall AG im südbrandenburgischen Welzow (Foto: dpa)

    Der Stromkonzern Vattenfall will seine Kohlegruben in der Lausitz ausweiten. Doch die geplante Abbaggerung der Grube Welzow II setzt Leib und Leben der Dorfbewohner von Lieske aufs Spiel - warnt die Umweltorganisation Greenpeace in einem neuen Gutachten. Das Dorf stünde nach jetziger Planung nur noch auf einem 600 Meter schmalen Damm, der von Grundwasser unterspült werden könnte.

  • CO2-Speicherung in Ketzin scheint möglich

    Ein Ingenieur dreht am Obertage-Sicherheits-Absperrventil des Eruptionskreuzes zur CO2 Speicherbohrung (DPA)

    Fünf Jahre lang haben Wissenschaftler im havelländischen Ketzin untersucht, wie das Treibhausgas Kohlendioxid gefahrlos unterirdisch gespeichert werden kann. Ihr Ergebnis: Die umstrittene CO2-Verpressung in Ketzin ist sicher, zumindest über einen Zeitraum von fünf Jahren. Nun soll noch einmal fünf Jahre lang beobachtet werden, ob und wie sich das Gas unterirdisch ausbreitet.

  • Grüne zweifeln Braunkohle-Umfrage an

    Im Tagebau im brandenburgischen Jänschwalde trägt ein Schaufelradbagger Abraum ab (Bild dpa)

    Nach Zahlen einer neuen Forsa-Umfrage, die von einer Bergbaugewerkschaft in Auftrag gegeben wurde, sind fast 70 Prozent der Lausitzer für neue Tagebaue. Die Grünen melden nun erhebliche Zweifel an: Die Fragen der Umfrage seien "manipulativ" gestellt.

  • Vattenfall will sein Europageschäft vorerst nicht verkaufen

    Abendliche Außenansicht des Vattenfall-Bürohauses in Berlin (Quelle: dpa)

    Die Ankündigung hatte Ende Juli für große Verunsicherung gesorgt: Vattenfall wolle sein Geschäft in Europa von dem in Skandinavien trennen. Vor allem in der Lausitz grassierte die Sorge um die Arbeitpslätze. Nun gibt es eine einstweilige Entwarnung: Das Europageschäft wird nicht verkauft - vorerst.

  • "Wir bringen Opfer für das Land – wir erwarten Unterstützung"

    Harald Altekrüger [rbb/Rausch]

    Braunkohle aus der Lausitz wird noch lange Zeit gebraucht, sagt Harald Altekrüger, Landrat im Spree-Neiße-Kreis. In der strukturschwachen Region in Südbrandenburg und Ostsachsen hängen tausende Arbeitsplätze an der Kohle. Für die erwartete Umsiedlung bis zu 2000 Menschen verlangt der CDU-Politiker Hilfe von der rot-roten Landesregierung.

  • Tagebau-Gegner starten Unterschriftenaktion

    Protestaktion gegen Erweiterung des Tagebaus Welzow-Süd in Potsdam (Bild: dpa)

     Gegner des Braunkohletagebaus haben in Potsdam eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie wehren sich gegen die Zerstörung weiterer Dörfer in Südbrandenburg. Zugleich startete eine weitere Bürgerbefragung zu dem Thema.

  • Umweltschützer wollen Welzow-Süd-II doch noch verhindern

    Ein Arbeiter steht im Tagebau Welzow-Süd vor einem riesigen Bagger (Quelle: dpa)

    Greenpeace hält es weiter für möglich, die Erweiterung von Welzow-Süd abblocken zu können. Die beschlossene Erweiterung des Tagebaus sei ökologisch unsinnig, sagte ein Experte im rbb.

  • Braunkohlenausschuss stellt Weichen für Welzow Süd II

    Protest pro und contra Braunkohle in Cottbus (Quelle: dpa)
    Der Braunkohlenausschuss macht nach kontroversen Debatten den Weg frei für die Weiterführung des Tagebaus Welzow Süd. Ende Juni soll das Beteiligungsverfahren beginnen.
  • Vattenfall verspricht Lausitzer Bauern Unterstützung

    Protestaktion gegen die Erweiterung des Braunkohlentagebaus Welzow (Quelle: dpa)

    Wenn Welzow Süd II kommt, müssen die Landwirte gehen. Vattenfall hat im Zuge seiner Pläne, die Lausitz-Tagebauen auszuweiten, Unterstützung für die Bauern versprochen. Betroffene Landwirte sind kritisch.

  • Strom aus Lausitzer Braunkohle - von damals bis heute

    Braunkohleförderung im Tagebau Cottbus-Nord (Quelle: dpa)

    Vom kleinen Bergwerk zur riesigen Förderbrücke - der Abbau von Braunkohle hat eine ganze Region verändert. Einerseits wirtschaftlicher Aufschwung und Arbeitsplätze für tausende Menschen, andererseits zerstörte Landschaft und Dörfer.