![Harald Altekrüger [rbb/Rausch] Harald Altekrüger [rbb/Rausch]](/wirtschaft/thema/kohle/welzow/beitraege/Tagebaue_Landrat_Altekrueger_fordert_Hilfe_vom_Land/_jcr_content/image.img.jpg/rendition=original/size=708x398.jpg)
Umsiedlung durch Tagebaue - "Wir bringen Opfer für das Land – wir erwarten Unterstützung"
Braunkohle aus der Lausitz wird noch lange Zeit gebraucht, sagt Harald Altekrüger, Landrat im Spree-Neiße-Kreis. In der strukturschwachen Region in Südbrandenburg und Ostsachsen hängen tausende Arbeitsplätze an der Kohle. Für die erwartete Umsiedlung bis zu 2000 Menschen verlangt der CDU-Politiker Hilfe von der rot-roten Landesregierung.
Harald Altekrüger ist ein "Mann der Kohle“ – der Landrat des südbrandenburgischen Spree-Neiße-Kreises stammt selbst aus dem Lausitzer Braunkohle-Revier, sein Vater und viele Nachbarn arbeiteten "in der Kohle“, sein Bruder hat in der Branche gelernt.
"Die Lausitzer Kohle wird dringend gebraucht“, sagt er denn auch im Gespräch mit rbb-Reporter Andreas Rausch. Mehr noch: "Für meine Begriffe ist die Kohle wichtiger Bestandteil der Energiewende.“
Vattenfall soll im Paket verkaufen
Drei Tagebaue und zwei Kraftwerke sind auf brandenburgischem Territorium in Betrieb, rund 17.000 der 120.000 Einwohner der Region finden direkt oder indirekt Arbeit (mit der direkten Braunkohle-Bearbeitung sind in Ostdeutschland rund 8000 Menschen befasst). Umweltschützer protestieren seit Jahren gegen das Kraftwerk Jänschwalde, das jährlich viele tausend Tonnen Kohlendioxid in die Lausitzer Luft bläst.
Berichte, dass der Betreiber, der schwedische Vattenfall-Konzern, sein Geschäft aufspalten und die Braunkohleverstromung in der Lausitz irgendwann aufgeben könnte, machen den CDU-Politiker Altekrüger zwar "ein bisschen unruhig“, wie er selbst sagt. Doch ein Ende der Verstromung kann er sich nicht vorstellen: "So viel Know-how, wie hier drin steckt...“ Sollte Vattenfall tatsächlich verkaufen, dann bitte schön im Paket: "Kraftwerke und Tagebaue gehören zusammen. Dann bin ich optimistisch, dass es weiter geht.“
Zwischen Baum und Borke
Der geplanten Erweiterung der Tagebaue sieht der Landrat mit gemischten Gefühlen entgegen. 1.500 bis 2.000 Menschen in Brandenburg und Sachsen dürften ihre Häuser verlieren und müssten umgesiedelt werden. Wie Ende der 1990er, Anfang der 2000er Jahre das Dorf Horno, das dem Bagger zum Opfer fiel. Damals leisteten Anwohner und Braunkohle-Gegner erbitterten Widerstand.
"Man steht dann zwischen Baum und Borke“, sagt Harald Altekrüger. "Ich habe die Nachsorge für das umgesiedelte Dorf Kauscher [als Bürgermeister] erlebt. Es ist sehr schwierig für die Menschen.“
Hilfen für "Randbetroffene"
Anders als zu DDR-Zeiten kümmere sich der Betreiber Vattenfall zwar um die Umsiedler und biete Unterstützung. Dennoch müsse manchen Dörfern mit extremer Randlage an der Tagebaukante oder zwischen altem und neuem Bergbau verstärkt geholfen werden, sagt der Landrat.
Die (rot-rote) Landesregierung solle "das Thema Randbetroffenheit festschreiben“, verlangt der Christdemokrat. "Wir bringen Opfer für das Land. Dann erwarte ich auch vom Land, dass es uns unterstützt und die Bedingungen erträglicher macht.“





