Braunkohlekraftwerk von Vattenfall in Jänschwalde (dpa-Archivbild)
Video: Brandenburg aktuell | 31.10.2013 | Beitrag von Phillipp Manske

Atterwasch protestiert gegen Tagebau - "Darf man für 5000 Jobs 2000 Menschen verjagen?"

Für den Tagebau Jänschwalde soll das Dorf Atterwasch im Spree-Neiße-Kreis samt seiner hunderte Jahre alten Kirche weichen. Dagegen demonstrieren die Anwohner seit Jahren: Jedes Jahr zum Reformationstag rufen die Tagebau-Gegner von "Heimat und Zukunft" zu einer Protestfeier auf.

Mit einem Dorffest für "Heimat und Zukunft" haben am Donnerstag die Menschen in Atterwasch (Spree-Neiße) gegen den geplanten Braunkohletageabbau in der Lausitz protestiert. Rund 500 Menschen haben nach Veranstalterangaben daran teilgenommen.

Aufgerufen dazu hatte erneut das gleichnamige Bündnis, das die Aktion regelmäßig am Reformationstag in der Gemeinde Atterwasch, unweit der polnischen Grenze bei Guben, veranstaltet. Unterstützt wird es von Kirchengemeinden, Feuerwehr und Landwirtschaftsbetrieben.

Annalena Baerbock, Quelle:

Grüne fordern Reform des Bergrechts

"Das ist die Grundsatzfrage: Darf man für 5000 Arbeitsplätze 2000 Menschen von Haus und Hof jagen?", so ein Sprecher des Bündnisses. "Die Energiewende ist die Reformation des 21. Jahrhunderts", sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Monika Schulz-Höpfner.

"Wir brauchen dringend eine Reform des Bergrechts", forderten Brandenburgs Grünen-Chefs Annalena Baerbock und Benjamin Raschke. Es könne nicht angehen, dass die Interessen des Bergbaus über alle anderen Interessen gestellt würden.

Baerbock hatte zuvor im rbb gesagt, die Grünen protestierten deshalb gegen die Neuerschließung von Braunkohlentagebauen, "weil es aus unserer Sicht nicht nur klimaschädlich ist, es zerstört auch Dörfer, Wälder und Felder." Zudem sei die Förderung von Braunkohle zur Energiegewinnung keine Zukunftstechnologie, berücksichtige man Alternativen wie die Erneuerbaren Energien.

Trotz Kritik hält die rot-rote Landesregierung mit ihrer Energiestrategie 2030 an der Braunkohle fest.

Atterwasch ist eines von fünf Dörfern, die nach Plänen des Energiekonzerns Vattenfall abgebaggert werden sollen. Für das Braunkohlenfeld Jänschwalde Nord, zwischen Cottbus und Guben gelegen, sollen die Orte Atterwasch, Grabko und Kerkwitz verschwinden. Die Umsiedlung der Dörfer soll ab 2020 geschehen.