
"Rütteldruckverdichter-Lanze" stabilisert Boden - Mit Riesenkran entsteht Aschedepot im Tagebau Jänschwalde
Eine Art überdimensionale Schraube mit 65 Metern Länge und einem Rüttelgerät bohrt sich immer wieder in den Boden und verdichtet ihn durch die Vibrationen. So will der Energiekonzern Vattenfall im Braunkohletagebau Jänschwalde ein zweites Depot für Kraftwerksasche und Gips anlegen. Fünf Jahre sollen die Arbeiten dauern.
Mit Hilfe eines Riesenkrans soll im Lausitzer Braunkohletagebau Jänschwalde auf einer Kippenfläche ein weiteres Depot für Kraftwerksasche und Gips entstehen. Der Riesenkran wird zum Verdichten des geschütteten Bodens eingesetzt, teilte der Energieversorger Vattenfall am Montag mit. Am Ausleger der Maschine ist ein 65 Meter langes Gestänge mit einem Rüttelgerät montiert, das im Boden versenkt wird und durch seine Vibrationen die Erde verdichtet. Dadurch soll das Areal auch nach einem Wiederanstieg des Grundwassers stabil bleiben. Die Vattenfall-Tochterfirma GMB beginnt am Mittwoch mit den Arbeiten und will sie in fünf Jahren beenden.
Im ersten Depot liegen bereits 46 Millionen Tonnen Asche
Das erste Depot auf dem Kippengelände sei bereits mit 46 Millionen Tonnen Asche aus dem Kraftwerk gefüllt, sagte Ingolf Arnold, Leiter Geotechnik bei Vattenfall. Nebenan lägen sieben Millionen Tonnen Gips, aber auf der Fläche gebe es noch Reserven. Der Gips entsteht bei der Rauchgasentschwefelung durch den Einsatz von Kalkmilch. Ein Teil wird verkauft, der Rest im Depot für einen späteren Verkauf gelagert.
In den Tagebauen Jänschwalde und Cottbus-Nord wurden 2012 nach Unternehmensangaben rund 17 Millionen Tonnen Rohkohle gefördert und im Großkraftwerk zur Stromproduktion verbrannt. In Brandenburg stammen rund 80 Prozent des erzeugten Stroms aus der Braunkohle. In ganz Deutschland ist es ein Viertel.



