Am Standort Schwarze Pumpe werden seit Jahrzehnten Briketts hergestellt. "Rekord" als Marke für die in der DDR hergestellten Briketts wurde 1961 eingeführt. Durch den eingestempelten Zusatz "L" konnten die Lausitzer von den Briketts aus dem Mitteldeutschen Braunkohlerevier unterschieden werden.
Vor der Verarbeitung liegt der Tagebau: In so genannten Flözen lagert die Rohbraunkohle, die duch Tagebaubagger abgeschaufelt und über Bänder und Waggons abtransportiert wird.
Der Konzern Vattenfall betreibt in der Lausitz unter anderem den Tagebau Welzow-Süd und fördert hier 20 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr, ein Teil davon für die Brikettproduktion in Spremberg.
Antransport der Rohbraunkohle mit Waggons und Abtransport nach der Verarbeitung ebenfalls über den Schienenweg: 1994, wenige Monate nach der Auflösung des Gaskombinats am Standort Schwarze Pumpe, war die Verarbeitung der Braunkohle in Spremberg aufgrund der veralteten Anlagen noch ein sehr schmutziges Geschäft.
Ebenso schmutzig: In die Keller der Privathaushalte kam die Kohle dann durch den Kohlehändler, manchmal gestapelt in Kisten, um sie leichter an die Kellerwände aufstellen zu können, meist aber in Säcken.
Wärme zum Mitbringen: 1923, zur Zeit der Inflation, wurden in manchen Praxen die Patienten gebeten, bei ihrem Arztbesuch ein Brikett mitzubringen, um das Wartezimmer zu heizen.
Wärme vor die Tür geschüttet: Den Vorteil sauber gestapelter Briketts im Keller hatten vor allem zu DDR-Zeiten nur wenige. Oft landeten die Briketts als Schüttgut vor der Tür.
Wärme durch Schufterei: Viele mussten durch stundenlanges Schaufeln die Briketts in ihre Keller bringen.
Wärme im Netz: Was schon in den 60ern im Westen klappte, gibt es nun auch heute im Osten: Kohle als Einzelhandelsprodukt.
Wärme aus dem Supermarkt 2013: Statt der Lieferung vom Kohlehändler gibt es heute die Brikettpakete beim Baumarkt und im Einzelhandel - sauber verpackt.
Zusammen mit Holz erlebt die Kohle eine Renaissance: Sauber im Kamin verbrannt erfreuen sich viele nicht nur an der Wärme, sondern schätzen auch das Licht und Atmosphäre des offenen Feuers.
Umstritten allerdings auch heute: Bei der Verbrennung der Kohle entstehen viele umweltschädliche Gase und klimaschädliche Partikel werden freigesetzt.
Wegen der hohen Emissionen durch Kohleverbrennung und der Zerstörung der Landschaft durch den Tagebau werden sowohl die Energiegewinnung durch Braunkohle als auch ihr Abbau immer wieder von Umweltschützern kritisiert.
Vattenfall allerdings sieht in der Kohle durchaus einen Brennstoff der Zukunft. Maschinell verarbeitet und gebündelt im Pressenhaus der Brikettfabrik soll die Kohle in alle Welt gehen. Zwei Arbeiter bedienen eine Maschine, die die "verschnürten" Briketts zu 25-Kilogramm-Bündeln zusammenstellt.
Heute ist die Brikettfabrik am Standort Schwarze Pumpe die einzige verbleibende Fabrik ihrer Art in Ostdeutschland.
Letztes Jahr wurden hier ca. 686.000 Tonnen Briketts gepresst. Gut die Hälfte davon geht verpackt an Baumärkte und Discounter. Der Rest wird in loser Form an ländliche Haushalte geliefert oder exportiert.
Der Braunkohlebrikett aus der Lausitz - ein Heizstein mit fünf Jahrzenten Geschichte. Weitere Bildergalerien
Die Braunkohle hat in den vergangenen Jahrzehnten die Landschaft der Lausitz verändert - und tausende Menschen aus ihren Heimatdörfern vertrieben. Gleichzeitig bringt sie der Region Arbeit. Beispiel Welzow Süd: Dort sollen neue Kohlefelder erschlossen werden, wogegen sich die Anwohner wehren. ...