Abendliche Außenansicht des Vattenfall-Bürohauses in Berlin (Quelle: dpa)

Verschärftes Sparprogramm bleibt - Vattenfall will sein Europageschäft vorerst nicht verkaufen

Die Ankündigung hatte Ende Juli für große Verunsicherung gesorgt: Vattenfall wolle sein Geschäft in Europa von dem in Skandinavien trennen. Vor allem in der Lausitz grassierte die Sorge um die Arbeitpslätze. Nun gibt es eine einstweilige Entwarnung: Das Europageschäft wird nicht verkauft - vorerst.

Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will sich vorerst nicht von Teilen seines Deutschlandgeschäfts trennen. "Vattenfall bleibt auf absehbare Zeit Eigentümer seiner kontinentaleuropäischen Aktivitäten", sagte Vattenfall-Deutschland-Chef Tuomo Hatakka bei einem Treffen mit dem SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel in Berlin.

Zu den Sorgen der Vattenfall-Mitarbeiter um ihre Arbeitsplätze im Braunkohletagebau in der Lausitz sagte Hatakka, in den Zeitungen sei vieles überinterpretiert worden. "Die Braunkohle ist ein wichtiger Teil des Versorgungsmixes in Deutschland" und werde dies in den nächsten 20 Jahren auch bleiben - unabhängig vom Handeln Vatenfalls. "Deutschland hat Gott sei Dank noch Grundlast", und brauche diese auch, fügte Hatakka mit Blick auf den wachsenden Anteil von Wind- und Solarstrom hinzu. Wegen der großen Schwankungen je nach Jahreszeit und Wetter sind diese Stromarten nicht als Grundlast - also Basis - der Versorgung geeignet.

Verschärftes Sparprogramm bei Vattenfall

Die Ankündigung des schwedischen Mutterkonzerns Vattenfall, sein Sparprogramm  verschärfen und Anfang 2014 das Geschäft in Skandinavien von den übrigen Betiligungen in Europa (Kontinentaleuropa und Großbritannien) trennen zu wollen, hatte Ende Juli für erhebliche Verunsicherung gesorgt. Dieser Ankündigung war vorausgegangen, dass Vattenfall im zweiten Quartal rund 3,4 Milliarden Euro vor allem auf weniger rentable Kraftwerke abgeschrieben hatte. Eingefahren hatten die Verluste vor allem Gas- und Steinkohlekraftwerke in den Niederlanden, aber auch Kohlemeiler in Deutschland.

Deshalb befürchtet die Industriegewerkschaft Bergbau, Energie, Chemie (IG BCE) einen Verkauf des Braunkohletagebaus und der Kraftwerke in der Lausitz. Schon im März hatte das Unternehmen den Abbau von 1.500 Arbeitsplätzen in Deutschland bis 2014 angekündigt - vor allem bei Verwaltung und Service in Hamburg, Berlin und Cottbus.

Mehr zum Thema