
Tagebau in der Lausitz - Vattenfall verspricht Lausitzer Bauern Unterstützung
Wenn Welzow Süd II kommt, müssen die Landwirte gehen. Vattenfall hat im Zuge seiner Pläne, die Lausitz-Tagebauen auszuweiten, Unterstützung für die Bauern versprochen. Betroffene Landwirte sind kritisch.
Der Tagebau in der Lausitz soll ausgeweitet werden. Auf der Fläche, die für die neuen Abbaugebiete vorgesehen ist, leben zurzeit noch viele hunderte Menschen und Landwirtschaftsbetriebe haben hier ihre Anbauflächen. Im Fall der Ausweitung der Tagebauen ist Vattenfall als Bergbautreibender dafür verantwortlich, die Existenz der Agrarbetriebe zu sichern.
Dazu hat sich der Konzern am Mittwoch erklärt und umfassende Unterstützung in Aussicht gestellt. Eine gleichlautende Verpflichtung kündigte der Konzern auch für die Landwirte an, die von einer Weiterführung des sächsischen Tagebaus Nochten im Abbaugebiet II betroffen sind.

Finanzielle Nachteile sollen ausgeglichen werden
Vattenfall werde gemeinsam mit den von Umsiedlung betroffenen Landwirten nach geeigneten Ersatzstandorten suchen und außerdem wirtschaftliche Nachteile finanziell ausgleichen, sagte Thomas Penk, Leiter für Rekultivierung und Umsiedlungsmanagement. Damit will das Bergbauunternehmen auf Sorgen und Zweifel von Landwirten reagieren.
Für das Tagebaugebiet Nochten II in der sächsischen Lausitz sollen etwa 1.600 Menschen umgesiedelt werden; für Welzow-Süd II sind es etwa 800. Die Braunkohle wird für den Betrieb Kraftwerke Boxberg und Schwarze Pumpe benötigt.
Für das Tagebaugebiet Nochten II in der sächsischen Lausitz sollen etwa 1.600 Menschen umgesiedelt werden; für Welzow-Süd II sind es etwa 800. Die Braunkohle wird für den Betrieb Kraftwerke Boxberg und Schwarze Pumpe benötigt.

Bauernbund Brandenburg wirft Vattenfall Irreführung vor
Die Existenzgrundlage jeder Landwirtschaft sei der Boden, und der werde durch Braunkohletagebaue unwiederbringlich zerstört, erklärte Bauernbund-Vorstandsmitglied Christoph Schilka, Landwirt aus Guhrow im Spreewald. Der Bauernbund gehört zum Deutschen Bauernbund, einer Interessenvertretung ostdeutscher bäuerlicher Familienbetriebe.
Die Umweltschutzorganisation Grüne Liga, selbst mit Vertretern im Braunkohleausschuss vertreten, befürchtet in einer Stellungnahme zu den alten Plänen für Welzow Süd II, dass der landwirtschaftlich geprägte Firmenverbund Proschim nicht weiterbestehen kann und dass Arbeitsplätze in Gefahr sind. In Proschim sollen bis 2024 mehr als 340 Menschen und zwei große landwirtschaftliche Betriebe weichen.
Die Umweltschutzorganisation Grüne Liga, selbst mit Vertretern im Braunkohleausschuss vertreten, befürchtet in einer Stellungnahme zu den alten Plänen für Welzow Süd II, dass der landwirtschaftlich geprägte Firmenverbund Proschim nicht weiterbestehen kann und dass Arbeitsplätze in Gefahr sind. In Proschim sollen bis 2024 mehr als 340 Menschen und zwei große landwirtschaftliche Betriebe weichen.
"Mit Proschim steht und fällt unsere Zukunft"
Der Firmenverbund macht auf seiner Webseite "wir-sind-die-lausitz.com" deutlich, dass seine Existenz untrennbar an den Standort gebunden ist. "Mit ihm steht und fällt unsere Zukunft", heißt es in einer am Mittwoch verbreiteten Pressemitteilung. Darin geht der Verbund noch einen Schritt weiter und wirft Vattenfall Täuschung vor. Mit dem Pressetermin versuchten die Verantwortlichen "den Eindruck zu vermitteln, ihnen sei an unserer Existenzsicherung gelegen. Dem widersprechen wir ausdrücklich."
Die nächste öffentliche Sitzung des Braunkohlenausschusses ist am 23. Mai. Dann soll zum überarbeiteten Planentwurf Stellung genommen und der Weg für ein neues Beteiligungsverfahren frei gemacht werden.
Die nächste öffentliche Sitzung des Braunkohlenausschusses ist am 23. Mai. Dann soll zum überarbeiteten Planentwurf Stellung genommen und der Weg für ein neues Beteiligungsverfahren frei gemacht werden.
Was passiert in der Lausitz und wozu ist Vattenfall verpflichtet?
Der Tagebau in der Lausitz soll ausgeweitet werden. Auf der Fläche, die für die neuen Abbaugebiete vorgesehen ist, leben zurzeit noch viele hunderte Menschen und Landwirtschaftsbetriebe haben hier ihre Anbauflächen. Im Braunkohlenplan der Gemeinsamen Landesplanung ist festgehalten, dass Umsiedlungen sozialverträglich und gemeinsam mit den Menschen zu gestalten sind. Die Kosten trägt der Bergbautreibende - also Vattenfall. Das Unternehmen ist auch verpflichtet, Ersatzanlagen für landwirtschaftliche Betriebe bereitszustellen und damit die Existenz der Betriebe zu sichern.

