Ein Schild am Solarpark in Senftenberg weist auf den Diebstahlschutz der Solarmodule durch eine künstliche Hightech-DNA hin. (Quelle: dpa)

"Spuren führen zum Täter" - Solarpark Senftenberg will mit Hightech-DNA Diebe abwehren

Es klingt wie Science Fiction - und ist in Brandenburg trotzdem Realität: Der Solarpark Senftenberg schützt sich seit Mittwoch mit so genannter "künstlicher DNA" vor Diebstahl.

Hightech gegen Diebstahl - die Stadtwerke Senftenberg setzen seit Mittwoch nach eigenen Angaben als erster Betreiber von Solarparks "künstliche DNA" zum Schutz vor Straftätern ein.

In einem ersten Schritt wurden 8.000 Solar-Felder mit einer Flüssigkeit bestrichen, die einen DNA-Code beinhaltet. Schilder mit Warnhinweisen wie "DNA - Spuren führen zum Täter" warnen potenzielle Diebesbanden. Kommen die Täter oder die Tatwerkzeuge mit der Flüssigkeit in Berührung, ist später zwischen ihnen und den schnell trocknenden Partikeln mit den darin enthaltenen DNA-Informationen ein eindeutiger Zusammenhang herstellbar.

"Wir sind von der abschreckenden Wirkung dieser Technologie überzeugt", sagte Geschäftsführer Detlef Moschke. "Die Investitionen stehen in einer vernünftigen Relation und sind günstiger als eine permanente Videoüberwachung der Anlage", so Moschke. Konkrete Summen wollte er nicht nennen.

Blick auf das Solarfeld am Flugpatz Neuhardenberg (dpa-Bild)
Solarpark Neuhardenberg

"Sonderkommission Sonne" will Tätern auf den Leib rücken

Die Anzahl der Diebstähle in Solarparks ist bundesweit gestiegen. 2012 rief die Polizei in Brandenburg die "Sonderkommission Sonne" ins Leben, weil sich im ersten Halbjahr die Zahl der Fälle drastisch erhöht hatte.

Allein in der Zeit von März bis Dezember 2012 haben die Ermittler 59 große Fälle registriert. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehr als zwei Millionen Euro. In diesem Jahr gab es laut Angaben eines Sprechers bereits 14 größere Diebstähle in Solarparks.

"Wir gehen davon aus, dass es sich überwiegend um organisierte Angriffe von osteuropäischen Tätergruppen handelt", sagte ein Polizeisprecher. Derartige Taten seien kaum ohne Planung und Organisation möglich: "Schließlich braucht man Fahrzeuge zum Abtransport."

"Künstliche DNA" wird auch in der Landwirtschaft eingesetzt

"Wir versuchen, Kommunen und Firmen verstärkt ins Boot zu holen", sagte der Beamte. Die Ermittler gehen von einer abschreckenden Wirkung durch die Methode aus. Greifen die Diebe dennoch zu, ist das Material zumindest eindeutig zuzuordnen - was einen Weiterverkauf erschwert.

Die Sicherheitstechnologie wurde zunächst in Pilotprojekten in Bremen und Brandenburg getestet, Sachsen folgte. Zunächst wurden vor allem Autos in der Grenzregion zu Polen markiert. Inzwischen wird die "künstliche DNA" häufig in der Landwirtschaft, aber auch bei der Deutschen Bahn und dem Energiekonzern Vattenfall eingesetzt.

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