Rohrkeller im Wasserwerk Tegel (Quelle: Berliner Wasserbetriebe/Joachim Donath)

SPD-Fraktionschef zu Stadtwerk-Plänen - Saleh kann sich große Stadtwerk-Lösung vorstellen

Ende vergangenen Jahres haben die Wählerinnen und Wähler für ein landeseigenes Berliner Stadtwerk gestimmt - über die genaue Ausgestaltung und die Größenordnung wird allerdings noch gestritten. Aus Sicht von SPD-Fraktionschef Raed Saleh wäre auch eine große Lösung vorstellbar - unter Einbeziehung von Wasser, Strom und Gas.

Berlin könnte zukünftig ein Stadtwerk bekommen, das Strom-, Gas- und Wasserversorgung unter einem Dach bündelt. Sollte das Land in den laufenden Vergabeverfahren den Zuschlag für die Strom- und Gasnetze erhalten, sei eine solche große Lösung vorstellbar, sagte SPD-Fraktionschef Raed Saleh dem rbb am Samstag.

Großes Stadtwerk könnte Millionen sparen

Eine große Lösung hält rbb-Reporter und Energieexperte Jan Menzel durchaus für möglich: Strom, Gas, Wasser - alles aus einer Hand bzw. alles in öffentlicher Hand - damit bekäme die Stadt statt vieler Einzelunternehmen ein komplettes Stadtwerk, wie es etwa München oder Wien haben. Der Vorteil sei, dass eine solche Holding-Lösung Steuern spart und möglicherweise mehrere hundert Millionen Euro in die Landeskasse spült.

Ähnliche Überlegungen, die Berliner Landesunternehmen unter einem Dach zu versammeln, verfolge auch Finanzsenator Nußbaum. Der Vorschlag von Fraktionschef Saleh sei auch ein deutlicher Fingerzeig in der aktuellen Bieterschlacht um das Strom- und Gasnetz, berichtet Menzel. In diese Verfahren könne und dürfe die Politik nicht eingreifen. Saleh habe jedoch deutlich gemacht, dass es Berlin mit der Rekommunalisierung der Netze ernst meine.

Mit Informationen von Jan Menzel