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Energiewende - Berliner Stadtwerke wollen mit Windrädern in Brandenburg starten
Die künftigen Stadtwerke Berlin sollen ihren Öko-Strom ausschließlich selbst erzeugen, ohne Zukäufe von anderen Anbietern. So hat es das Abgeordnetenhaus beschlossen. Doch das bringt gerade in der Gründungsphase einige Probleme mit sich. Ein erster Schritt in Richtung Eigenproduktion könnten acht Windräder auf den Rieselfeldern der Stadtgüter sein.
Des Rätsels letzter Schluss ist es nicht, aber es könnte immerhin ein Anfang sein: Nach Angaben der dpa überlegen die neuen Berliner Stadtwerke, auf den Rieselfeldern der berlin-eigenen Stadtgutflächen in Brandenburg in die Stromproduktion einzusteigen. Geplant seien zunächst acht Windräder mit je drei Megawatt Leistung, habe Jörg Simon, der Chef der Berliner Wasserbetriebe, erklärt. Die Investition liege bei mehr als 20 Millionen Euro: "Man fängt klein an, und wenn man sieht, dass es läuft, geht man in den größeren Maßstab."
Zufrieden zeige sich Simon allerdings nicht von der Vorgabe, nur selbst produzierten Strom verkaufen und keinen Strom zukaufen zu dürfen. Das rechne sich nicht. Er habe sich mehr Freiheiten erhofft, erklärte Simon. "Die Politik entscheidet, was sie will, und in dem Zusammenhang muss die Politik das Thema auch gegebenenfalls noch mal diskutieren." Sinnvoll sei es auch, wenn die Stadtwerke mit den Energieanbietern Gasag und Vattenfall zusammenarbeiteten.
Große Pläne, wenig Fläche
Auf Drängen der CDU wurde bei dem Beschluss zur Gründung des neuen Berliner Stadtwerks im Oktober 2013 festgelegt, dass dieses den Strom aus erneuerbaren Energien komplett selbst gewinnen muss. Doch um wirtschaftlich rentabel zu sein, schnell zu wachsen und Kunden zu gewinnen, muss ein erfolgreiches Stadtwerk gerade in der Gründungsphase Strom dazukaufen können. Die Regelung bedeutet also ein Handicap für das neue Stadtwerk, zumal nicht klar ist, wie und wo der Öko-Strom hergestellt werden soll. Der Stadtstaat Berlin hat nur wenig geeignete Flächen für den Bau von Windkrafträdern – darunter auch die Berliner Stadtgüter im Süden Berlins und im Umland.
Noch steht nicht fest, wo die Windräder genau gebaut werden und wie lange es dauert bis sie in Betrieb genommen werden. "Am wichtigsten sind Standorte und Genehmigungen", erklärte Stephan Natz, der Sprecher der Berliner Wasserbetriebe. Fachleute gehen davon aus, dass sich aus genehmigungstechnischen Gründen die ersten Windräder frühestens Ende 2016 drehen werden.
Ende 2013 hatten sich in einem Volksentscheid 600.000 Berlinerinnen und Berliner für ein eigenes Stadtwerk ausgesprochen. Das Abgeordnetenhaus entschied, das Stadtwerk bei den Wasserbetrieben anzudocken. Bis Ende März soll die Gründung der Berliner Stadtwerke GmbH durch den Eintrag beim Handelsregister Charlottenburg abgeschlossen sein.





