Berliner Energietisch sammelt Unterschriften für Rückkauf des Stromnetzes (imago, 31.05.2013)

Stimmen zum Volksentscheid - "Es gab schon eine breite Zustimmung"

Die Initiatoren sind enttäuscht, aber nicht verzweifelt. Nach ihrer Ansicht muss Rot-Schwarz jetzt liefern. Und irgendwie fühlen sich alle ein bisschen als Sieger.

Stefan Taschner, Sprecher des Energietisches

"Wir werden nicht von der Bildfläche verschwinden. Wir haben ja einen Auftrag bekommen von 600.000 Berlinerinnen und Berlinern."

Michael Below, Energietisch Berlin

"Es gab schon eine breite Zustimmung. Das schlechteste Ergebnis, das wir hatten - das muss man sich mal vorstellen - in Reinickendorf mit 73,3 Prozent. Die CSU hat das glaube ich höchstens auf einzelnen Dörfern."

Michael Efler, Kampagnenleiter Berliner Energietisch

"Wenn Sie jetzt erwarten, dass Sie hier lauter hängende Köpfe sehen, dann haben Sie sich getäuscht. [...] Das knappe Ergebnis wird den Senat jetzt unter Druck setzen."

Klaus Wowereit, SPD, Regierender Bürgermeister

"Die Vorarbeiten zur Gründung eines Stadtwerks wurden von den Berlinern anerkannt. Die breite öffentliche Debatte hat gezeigt, wie wichtig das Thema ist, Das sollten wir alle als Rückenwind zur Umsetzung der Energiewende verstehen."

Daniel Weser, Grüne, Landesvorsitzender

"Deutlich mehr Berlinerinnen und Berliner haben für diesen Volksentscheid gestimmt als zum Beispiel die SPD bei der letzten Abgeordnetenhauswahl an Stimmen hatte. Insofern ist es ein starkes Signal für eine Energiewende und dass die Bürger mehr wollen, als dass, was CDU und SPD jetzt planen."

Daniel Buchholz, SPD-Fraktion, energiepolitischer Sprecher

"Das Öko-Stadtwerk muss auch vernünftig ausgestattet werden, damit es vernünftig arbeiten kann. Die 1,5 Millionen, die der Senat derzeit pro Jahr vorgesehen hat, sind deutlich zu wenig. Ich bin eigentlich recht zuversichtlich, dass auch unser Koalitionspartner die CDU einsieht, dass 600.000 Stimmen nicht einfach sio weggewischt werden können. Wir wollen da pro Jahr vier Millionen drauflegen: Das wären dann 5,5 Millionen."

Michael Garmer, CDU-Fraktion, energiepolitischer Sprecher

"Daniel Buchholz und ich sind uns einig, dass das Stadtwerk kein Zuschussbetrieb sein kann. [...] Ich weiß, dass in Berlin eine Neigung besteht, immer sehr schnell sehr groß zu denken. Aber für uns als CDU-Fraktion ist wichtig, dass wir hier ein wirtschaftlich vernünftiges Konzept auf die Beine stellen. Wieviel investive Mittel das erfordert, das wird man sehen."

Frank Henkel, CDU, Innensenator

"Ich bin zufrieden, dass Berlin den eingeschlagenen Weg bei den Stadtwerken fortsetzen kann und sich nicht unkontrollierten Milliardenrisiken aussetzt."

Cornelia Yzer, CDU, Wirtschaftssenatorin

"Die Entscheidung belegt, dass die Bürger Berlins weit überwiegend den Kurs des Senats in der Energiepolitik mittragen."

Christian Amsinck, Vereinigung der Unternehmensverbände (UVB)

"Die Berliner haben heute entschieden, dass sie keine Rekommunalisierung des Stromnetzes wollen. Konsequenterweise sollte das Land Berlin seine Bewerbung um das Berliner Stromnetz jetzt zurückziehen."

Harald Wolf, Linke, energiepolitischer Sprecher

"Trotz des Scheiterns ist das ein eindrucksvolles Votum [...] Jetzt steht der Senat unter Druck, er muss reale Schritte unternehmen. Wir werden weiter Druck ausüben."

Pavel Mayer, Piraten-Fraktion

"Ich sehe nach wie vor nicht, dass beim Senat irgendwo Leidenschaft brennt für das Stadtwerk. Ich sehe nichtmal was glühen oder dampfen."