Ein Windrad und ein Strommasten in Norddeutschland [dpa]

Energiewende - Berliner Stadtwerke wollen mit Windrädern in Brandenburg starten

Die künftigen Stadtwerke Berlin sollen ihren Öko-Strom ausschließlich selbst erzeugen, ohne Zukäufe von anderen Anbietern. So hat es das Abgeordnetenhaus beschlossen. Doch das bringt gerade in der Gründungsphase einige Probleme mit sich. Ein erster Schritt in Richtung Eigenproduktion könnten acht Windräder auf den Rieselfeldern der Stadtgüter sein.

Stromleitungen (Bild: imago)

Abendschau | 18.03.2014 | Dorit Knieling - Bewerber für Berliner Strom

Die heiße Phase im Kampf um die Stromnetze läuft. Die Bewerber erhalten in Kürze die Kriterien, nach denen der Gewinner ausgewählt wird, und müssen erste Angebote abgeben. Im Rennen um die kompletten Berliner Stromnetze sind das landeseigene Unternehmen Berlin Energie, der schwedische  Konzern Vattenfall mit seiner Tocher Stromnetz Berlin und alliander aus den Niederlanden.

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ARCHIV - Arbeiter arbeiten an Stromleitungen im Hochspannungsnetz, während sich im Hintergrund ein Windrad dreht. (Quelle: dpa)

Aufsichtsrat der Wasserbetriebe berät über Konzept - Welche Art von Stadtwerk soll es sein?

Die Hauptstadt bekommt nach dem Willen der Großen Koalition ein Stadtwerk. Dafür hatten sich Ende 2013 in einem Volksentscheid auch 600.000 Berlinerinnen und Berliner ausgesprochen. Am Mittwoch hat nun der Aufsichtsrat der Wasserbetriebe die Weichen für die Gründung eines Tochterunternehmens gestellt, das die Energieversorgung übernehmen soll. Allerdings gibt es noch grundsätzliche Fragen. Von Jan Menzel

Ein Stromwandler an einem Trafo in der Schaltanlage im Umspannwerk Fennpfuhl von Vattenfall (Quelle: dpa)

Aktuelle Stunde zu Berliner Energieversorgung - Opposition fordert Kompromiss zum Stadtwerk

Der Volksentscheid zur Berliner Stromversorgung Anfang November 2013 ist zwar knapp gescheitert. Trotzdem haben knapp 600.000 Menschen gegen die Pläne des Senats gestimmt - sagt jedenfalls die Opposition im Abgeordnetenhaus. Das könne man nicht ignorieren. Deshalb fordert sie einen Kompromiss zwischen den beiden Entwürfen. Aus Sicht des Regierenden Bürgermeisters ist der Volksentscheid dagegen eine bittere Niederlage - auch für die Opposition.

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Das Heizkraftwerk in der Köpenicker Straße (Bild: dpa)

Von Strom bis Wasser - Eine Chronologie der Privatisierungen in Berlin

Heute stehen die Zeichen in Berlin wieder auf Rekommunalisierung, aber vor gut 20 Jahren wurde kräftig verkauft: Die BEWAG, die Wasserbetriebe, die Gasag und auch landeseigene Wohnungsbaugesellschaften verkaufte der Berliner Senat an private Eigentümer. Das Ziel: Die horrenden Schulden Berlins zu drücken.

  • Worüber wurde abgestimmt?

  • Was waren die Ziele der Initiatoren des Volksentscheids?

  • Wie war die Haltung des Berliner Senats dazu?

  • Wie unterschieden sich die Pläne von Koalition und Energietisch?

  • Hätte der Energietisch das Stromnetz überhaupt kaufen können?

  • Sollte der Strompreis billiger werden?

  • Wie viele Wahlberechtigte hätten für einen Erfolg mit "Ja" abstimmen müssen?

  • Ist der Berliner Senat an das Ergebnis des Volksentscheids gebunden?

Arbeiter auf einem Strommast in Berlin-Lichtenberg (Quelle: imago)

Widersprechende Gutachten - Was kostet das Berliner Stromnetz?

Beim Volksentscheid ging es um die Zukunft der Energieversorgung, aber auch ums Geschäft und um das Geld der Berlinerinnen und Berliner. Doch wie teuer würde es Berlin eigentlich zu stehen gekommen, wenn die Stadt das Stromnetz kaufen würde. Zwei Gutachten kommen da zu extrem unterschiedlichen Ergebnissen. Von Jan Menzel

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Volksentscheide in Berlin

2013
Am 3. November 2013 kam es zur Abstimmung über den Volksentscheid "'Neue Energie für Berlin': Für die Rekommunalisierung der Berliner Stromversorgung". Dieser wurde unter anderem vom Aktionsbündnis "Berliner Bündnis gegen Privatisierung", attac und Berliner Vereinen initiiert. Trotz einer Mehrheit scheiterte der Volksentscheid am 25-Prozent-Zustimmungsquorum. 29,1 Prozent der Wahlberechtigten hatten sich daran beteiligt, 83,2 Prozent stimmten dafür. Mit 24,1 Prozent aller Abstimmungsberechtigten scheiterte der Volksentscheid allerdings knapp.

2011
Beim letzten Volksentscheid in Berlin entschieden die Bürger über die Offenlegung der Teilprivatisierungsverträge bei den Berliner Wasserbetrieben. Der Volksentscheid hatte Erfolg: 666.235 Berliner stimmten mit Ja (98,2 Prozent). Auch das Quorum wurde mit 27 Prozent der Stimmberechtigten erreicht, die mit Ja stimmten. Insgesamt nahmen 678.507 Wahlberechtigte teil. Initiiert hatten den Volksentscheid "Schluss mit Geheimverträgen - Wir Berliner wollen unser Wasser zurück" vom 13. Februar 2011 unter anderem das Aktionsbündnis "Berliner Bündnis gegen Privatisierung", das globalisierungskritische Netzwerk attac und Berliner Vereine.

2009
Keinen Erfolg hatte hingegen der Volksentscheid über die Einführung eines Wahlpflichtbereichs Ethik/Religion am 26. April 2009. Für die Annahme hätte die Mehrheit der Teilnehmer und zugleich 25 Prozent der Stimmberechtigten zustimmen müssen. Doch nur 14,1 Prozent der Stimmberechtigten stimmten am Ende dafür. Die 345.004 Befürworter sahen sich sogar in der Unterzahl: 366.721 Berliner stimmten bei dem Volksentscheid mit Nein. Initiiert wurde der Volksentscheid vom Verein "Pro Reli", den beiden großen Kirchen sowie unter anderem von CDU und FDP.

2008
Auch der Volksentscheid "Tempelhof bleibt Verkehrsflughafen!" am 27. April 2008 scheiterte am Quorum. Zwar stimmten weit mehr als Hälfte der Teilnehmer (60,1 Prozent) mit Ja, doch auch sie waren zu wenige: nur 21,7 Prozent der Stimmberechtigten statt der geforderten 25 Prozent. Für den Volksentscheid hatte sich die Interessengemeinschaft City-Airport Tempelhof e.V. (ICAT), CDU, FDP und Teile der Wirtschaft eingesetzt.

Dunkle Regenwolken hängen über der Siegessäule und einer unbeleuchteten Straßenlaterne in Berlin.(Quelle: dpa)

Ist Berlin auf einen Blackout vorbereitet? - "Katastrophenschutz-Leuchttürme müssen im Dunkeln leuchten"

Durchschnittlich zwölf Minuten sind die Berliner pro Jahr ohne Strom. Das lässt sich verkraften. Bei Rotwein und Kerzenschein kann das sogar noch ganz romantisch sein. Doch was passiert bei einem mehrtägigen Blackout? Telefonnetze, Krankenhäuser, Wasserwerke, Supermärkte – für alles brauchen wir Strom. Benedikt Schweer von der Hochschule für Wirtschaft und Recht in Berlin warnt im rbb-Interview: Die Hauptstadt ist auf lange, großflächige Stromausfälle nicht ausreichend vorbereitet.

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