Ku'damm: Nach der Währungsreform 1949 - (Quelle: dpa Report)

60 X Deutschland - Die Jahre 1949 - 1952

Deutschland ist 1949 immer noch ein besetztes Land. Der Kalte Krieg ist harte Realität. Noch wird die Versorgung West-Berlins durch die Sowjetunion blockiert. Mit einer gigantischen Luftbrücke erhalten die Westalliierten die Stadt bis zur Aufhebung der Blockade im Mai am Leben. Im Westen wie im Osten laufen dabei die Vorbereitungen für die Gründung der beiden deutschen Teil-Staaten. Im Mai ist es in Bonn soweit, im Oktober in Ost-Berlin.

13 Millionen Deutsche hatten in den letzten Kriegsmonaten ihre Heimatgebiete verlassen müssen. Jeder Fünfte in Deutschland war nach dem Krieg ein Vertriebener. Die Integration der Flüchtlinge wird eine der großen Aufgaben der jungen deutschen Staaten. Aus früheren deutschen Siedlungsgebieten kommen 1950 immer noch Zehntausende deutschstämmige Bürger. Nicht immer sind die Flüchtlinge gerne gesehen – in Ost wie in West. Aufsehen erregt der Kartoffelkäfer-Propaganda-Krieg. Und die westdeutsche Fußball-Nationalmannschaft tritt in diesem Jahr erstmals wieder zu einem Länderspiel an. Einen sportlichen Verlust muss die DDR hinnehmen. Mit der Dresdner Fußballmannschaft verlässt auch der spätere DFB-Bundestrainer Helmut Schön die DDR..

In der Bundesrepublik wie in der DDR wird aufgebaut – Fabriken, Infrastruktur und mit Vorrang Wohnungen etwa für die Bergarbeiter im Ruhrgebiet. In der DDR beginnt der Aufbau des “Eisenhüttenkombinats Ost”. Das Großprojekt soll die Versorgung mit Stahl sichern. Kohle und Stahl spielen auch im Westen eine große Rolle. Dort wird die Montanunion beschlossen. Die Zusammenarbeit bei der Produktion von Kohle und Stahl zwischen Frankreich und Deutschland hat Konsequenzen: Sie ist der Anfang des vereinten Europas und wird ein Motor des westdeutschen Wirtschaftswunders. Die Auseinandersetzungen zwischen Ost und West gehen weiter. Um die Gunst der Jugend wirbt die DDR-Führung mit den Weltfestspielen der Demokratischen Jugend in Ost-Berlin. Tausende erkunden dabei auch den Westteil der Stadt, an der Zonengrenze geht das nicht ohne Rangeleien ab. Den Menschen in beiden Teilen Deutschlands geht es wieder ein bisschen besser. Luxuswaren wie Kaffee bleiben aber Mangelware und sorgen für abenteuerliche Szenen bei der Jagd der Polizei im deutsch-belgischen Grenzgebiet auf die Kaffeeschmuggler. Einen handfesten Skandal verursacht Hildegard Knef. Als Akt-Modell ist die Schauspielerin im Spielfilm “Die Sünderin” für ein paar Sekunden nackt zu sehen – genug um Debatten quer durch die Gesellschaft loszutreten.

Sieben Jahre nach dem Weltkrieg bewegt die Frage nach der Wiederbewaffnung des eigenen Landes die westdeutsche Bevölkerung. Zehntausende gehen auf die Straße – der Widerstand gegen das Vorhaben wird dabei nicht nur von linken oder kommunistischen Gruppen getragen. Bei einer Demonstration in Essen stirbt ein junger Mann durch eine Polizeikugel. Das Besatzungsstatut in der Bundesrepublik wird aufgehoben. Der Preis dafür ist die feste Einbindung in das westliche System. Die deutsch-deutsche Grenze wird nun noch sichtbarer: Eine fünf Kilometer breite von der DDR eingerichtete Sperrzone trennt West und Ost. In der DDR wird der “Aufbau des Sozialismus” verkündet. Die Stalin-Allee in Ost-Berlin wird dabei zum Vorzeigeprojekt.Neues in Ost und West gibt es ab dem 1. Weihnachtsfeiertag im nun regelmäßigen Sendebetrieb des West-Fernsehens. Die erste “Tagesschau” lässt nicht lange auf sich warten. Am 2. Weihnachtsfeiertag erreicht sie die wenigen tausend Fernseher, die es in der Bundesrepublik gibt.

 

Fächer: Geschichte
Klassenstufe: ab Klasse 9
45 Minuten

Herkunft: rbb/MDR/NDR/PHOENIX/SWR/WDR/DW-TV