Der Arbeiteraufstand am 17. Juni 1953 in Berlin - Quelle: ARD-Foto

60 x Deutschland - Die Jahre 1953 - 1956

Am 17. Juni 1953 entluden sich die politischen und wirtschaftlichen Probleme der DDR in einem Aufstand der Bevölkerung gegen die Regierung. Mit Hilfe der sowjetischen Behörden wurde der Aufstand niedergeschlagen. Im Westen gedachte man von 1954 bis zur deutschen Wiedervereinigung 1990 der Ereignisse mit einem Nationalfeiertag. Im Westen saßen die Menschen gebannt vor dem Fernseher, um die erste weltweit übertragene Krönung einer Monarchin, Elisabeth II.,  zu sehen.

Es ist nur ein Fußball-Spiel, aber was für eines: Mit 3:2 gewinnt die bundesdeutsche Elf 1954 in Bern gegen Ungarn die Weltmeisterschaft. Legendär ist das Tor von Helmut Rahn im Endspiel und legendär die begeisterte Kommentierung von Radio-Reporter Herbert Zimmermann: „Aus, Aus, Aus! Aus. Das Spiel ist aus – Deutschland ist Weltmeister”. Das „Wunder von Bern” sorgt für eine Woge von Begeisterung eine neue nationale Identität. In der DDR verzichtet die Sowjetunion neun Jahre nach dem Krieg auf weitere Reparationen und gibt die letzten Fabriken und Betriebe frei, die sie nach Kriegsende in Besitz genommen hatte.. „Aus Werken in Deutschland sind deutsche Werke geworden”, heißt es in der DDR-Wochenschau.

Zehn Jahre nach dem Ende des Krieges sind noch immer rund zehntausend deutsche Soldaten in russischer Gefangenschaft. Ihr Schicksal beschäftigt Angehörige und Öffentlichkeit in Ost und West. Im Herbst gelingt es Kanzler Adenauer bei seiner Reise nach Moskau, die Freilassung der Gefangenen bei der russischen Führung durchzusetzen. Die von Kanzler Adenauer so vehement vertretene Bindung an die Westalliierten wird durch die Aufstellung der Bundeswehr endgültig. 40 Stunden diskutiert der Bundestag hitzig über die im Westen Deutschlands heftig umstrittene Wiederbewaffnung.In Westdeutschland werden 1956 die ersten Rekruten für die Bundeswehr eingezogen. Die Nationale Volksarmee der DDR baut auf der drei Jahre zuvor gebildeten bewaffneten Kasernierten Volkspolizei auf.

Zum ersten Mal nach dem Zweiten Weltkrieg grüßen deutsche Soldaten wieder die Flagge ihres Vaterlandes – in West- und in Ostdeutschland. Nach der Gründung der Bundeswehr in der Bundesrepublik lässt die DDR nicht lange auf sich warten. Die bereits vorhandene Truppe der “Kasernierten Volkspolizei” wird offiziell zur Nationalen Volksarmee. Eine Geheimrede, die schnell weltberühmt wird, beschäftigt die Sowjetunion im Februar. Der Parteichef der KPdSU, Nikita Chruschtschow, spricht offen aus, was viele denken: “Stalin war keine Heldenfigur, sondern ein Diktator”. Hoffnungen auf ein politisches “Tauwetter” machen sich in Osteuropa breit. Hoffnungen, die in Ungarn in einem Aufstand münden. Zehntausende Demonstranten fordern uneingeschränkte Freiheit in Kunst, Kultur und Medien. Russland antwortet mit Panzern und Soldaten. Der Ungarn-Aufstand wird durch die Sowjetarmee blutig niedergeschlagen. Aus dem “Tauwetter” wird ein Eiswinter.

Fächer: Geschichte
Klassenstufe: ab Klasse 9
45 Minuten

Herkunft: rbb/MDR/NDR/PHOENIX/SWR/WDR/DW-TV