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Im Dezember 2009 erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit Integrationspolitik zu einem Schwerpunktthema für die weitere Arbeit des rot-roten Senats in Berlin 2010.
Einige Monate zuvor hatte der ehemalige Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin mit provokanten Äußerungen zur Wirtschafts- und Integrationspolitik Berlins in der September-Ausgabe der Kulturzeitschrift Lettre International heftige Reaktionen ausgelöst. Migranten-Organisationen waren entsetzt, die ehemalige Ausländerbeauftragte des Berliner Senats Barbara John bezeichnete Sarrazin als bornierten Ignoranten, sein neuer Arbeitgeber, die Deutsche Bundesbank, entzog Sarrazin wichtige Bereiche seiner Zuständigkeit. Die Berliner SPD betreibt derzeit ein Ausschlussverfahren gegen Sarrazin.
Während Thilo Sarrazin weiter zu seinen Äußerungen steht, hat Klaus Wowereit in seiner Funktion als stellvertretender Parteivorsitzender der SPD im Februar 2010 zur Verabschiedung des Migrationsberichts 2008 durch das Bundeskabinett erklärt:
„Deutschland ist ein Einwanderungsland … Deshalb müssen wir auch politisch die Weichen dafür stellen, dass Einwanderer in Deutschland willkommen sind und unser Land bereichern. Einwanderung bedeutet aber auch die Notwendigkeit, nachhaltige Ansätze zur Integrationspolitik zu entwickeln.“
Klaus Wowereit fordert weiter, dass Städte und Gemeinden ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt bekommen, um eine gelungenen Integrationspolitik zu betreiben. Mittlerweile hat Berlin weitere finanzielle Unterstützung für Integrationsmaßnahmen beschlossen, u. a. für das Stadtteilmütterprojekt wie auch für die frühkindliche Sprachförderung sowie für z. T. gebührenfreie Kita-Besuche. Gerade die zuletzt genannte Maßnahme soll die Chancen für Migrantenkinder in Berlin stärken. Kinder mit Migrationshintergrund besuchen sehr viel seltener Kindertageseinrichtungen als ihre übrigen Altersgenossen.
Wie wichtig diese Maßnahmen sind, zeigt auch das Ergebnis einer Studie, die zum Forschungsprogramm „At Home in Europe – Muslims in Europe“ des Open Society Instituts in England gehört. Demnach fühlen sich viele der hier lebenden Muslime nicht akzeptiert, sondern aufgrund ihrer Religion oder Herkunft diskriminiert.
Die Wissenszeit spannt in der Woche „Integration I“ den Erzählbogen von den 50er Jahren, als die erste Generation der sogenannten Gastarbeiter nach Deutschland kam, bis heute. Sie erzählt von Wünschen, Träumen und Hoffnungen, weist auf Probleme hin, aber zeigt auch, wie es ein Miteinander geben kann.
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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