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Aufpassen und immer schön nach oben schauen. Der Weg in den alten Bahnhof von Jamlitz führt heute nur durch einen Eingang. Denn vom Anbau des Bahnhofs fällt Stein für Stein. Die Löcher, die im Mauerwerk in der oberen Etage entstehen, sind für die neuen Fenster.
Auch ein Durchbruch zum alten Gebäude wird gemacht, sodass dort eine Tür eingesetzt werden kann. Es staubt extrem und durch die Presslufthammer an der Mauer ist es auch ziemlich laut. Davon lassen sich die Maler im Nachbarraum nicht irritieren. Sie putzen schon mal die Wände sauber und reißen die alte Tapete ab. Nur aufpassen müssen sie, dass sie die Markierungen des Elektrikers nicht weg wischen. Er hat nämlich schon die Kanäle angezeichnet für die neuen Kabel und Steckdosen. Jetzt muss er nur warten. Warten auf das Material. Sonst kann er nicht weiter machen.
Es fehlen auch noch Helfer, die den Schuttberg in den Container bringen, oder die Platten aus der oberen Etage entgegen nehmen. Denn unten steht ein spezieller Gabelstapler. Damit transportiert Axel Fritsche aus Lieberose die OSB Platten über den Balkon in die Zimmer. So spart man viel Zeit und Kraft, weil man nicht jede Platte einzeln die Treppe hoch tragen muss. Einige Frauen aus Jamlitz haben sich in der Küche vom alten Bahnhof versammelt, backen leckeren Kuchen, schmieren Brötchen und kochen Kaffee zur Stärkung für die Helfer, die da sind.
Auf einmal kommt ein Mann aus dem Wald mit Tarnjacke bekleidet. Mit festen Schritten stampft er zur Baustelle. Ein Bewohner aus Jamlitz, der gerne helfen möchte. Er kennt den Bahnhof noch von früher. Oft ist er von hier in den Zug gestiegen. Er sagt nur knapp:"Hallo, wo kann ich anpacken?". Stimmt, wir haben nicht viel Zeit zum Reden, denn die Uhr tickt.
Beitrag von Bettina Hanke









