96 Stunden -
Die Akkubohrer laufen heiß. Die Stimmung ist leicht gereizt. Die Luft ziemlich trüb. Alles voller Sägespäne. Bauschutt, Kabel, Farbeimer, Handschuhe und Werkzeuge verteilen sich auf dem Weg. Ganz klar und eindeutig: Wir sind auf der 96-Stunden-Baustelle im Endspurt.
Morgen ist der Tag der Tage. Dieses Ziel vor Augen, geben heute alle noch mal richtig Gas.
Der Fliesenleger wartet schon im Toilettenbereich der Theatergruppe auf seinen ganz persönlichen Auftritt. Er möchte Fliesen an die Wand kleben. Kann aber nicht anfangen, denn die Toiletten befinden sich noch komplett im Rohbau. Überall lose Kabel, aufgestemmte Wände und Löcher im Boden. Mal sehen, ob da bis morgen Fliesen dran sind.
Zur Abwechslung gibt es eine ganz besondere Motivation für das Jugendtheater: Die Schülerfirma der Stötzner-Schule überreicht eine selbstgebaute mobile Bühne. Chor und Theatergruppe können nun überall und flexibel auftreten. Die mobile Bühne ist aus Stahl. Schön leicht und einfach aufzubauen. Die Freude darüber ist extrem groß. Mit neuer Energie gehts wieder auf die Baustelle.
Die Tribüne wird massgeschneidert. Jede Ecke wird genau ausgemessen. Das wird ein absoluter Hingucker. Dauert allerdings auch seine Zeit. Von da aus kann man dann die Bühne perfekt beobachten und die Auftritte der Theatergruppe verfolgen. Aber noch ist das Zukunftsmusik. Beziehungsweise: das soll morgen schon soweit sein. Noch aber liegen die Bretter ungeschnitten auf dem Boden und die Nägel daneben.
Im Chorsaal nebenan sind viele Maler beschäftigt. Es wird immer noch probiert, das alte Rot an der Decke durch ein himmlisches Gold zu ersetzen. Die alten Holzpaneele, Heizungskörper und Fensterrahmen werden mit einem strahlenden Weiss gestrichen. Auch die Heizungen bekommen einen neuen Anstrich.
Wenn man durch den Chorsaal geht, kommt man direkt in die Reformationskirche. Immer dem Duft nachgehen. Dort versammeln sich zeitweise alle für eine kurze Pause. Frischer Kaffee, belegte Brötchen und selbst gebackener Kuchen stehen zur Stärkung bereit. Dabei kann man sich austauschen, sich gegenseitig Mut zusprechen oder einfach mal die Kirche von innen anschauen und die feierliche Stimmung genießen.










