Fahrgäste steigen auf dem Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) in Berlin aus ihrem Reisebus (Quelle: dpa)

Reportage - Fernbusreisen im Trend

Ein Jahr nach der Liberalisierung des Fernreisebus-Verkehrs hat sich die Zahl der Fernbuslinien mehr als verdoppelt. Denn seither konnte jedes Busunternehmen den Verkehr durch Deutschland im regelmäßigen Linienbetrieb aufnehmen. Doch wie gut wird das neue Angebot überhaupt angenommen? zibb zieht ein Fazit.

Vor einem Jahr wurde der Fernbusverkehr liberalisiert. Das heißt, das Privileg der Bahn AG, Fernbuslinien parallel zur Schiene zu betreiben, wurde gebrochen. Jedes Busunternehmen konnte nun den Fernverkehr durch Deutschland im regelmäßigen Linienverkehr aufnehmen. Diese Möglichkeit sahen die einen sehr euphorisch, andere dagegen eher abwartend. Rentabilitätsgarantien gab es nicht, und auch der Umweltbonus des Busfernverkehrs wurde angezweifelt. Das gilt auch für die Fahrplanzuverlässigkeit, bedingt durch die zunehmende Staugefahr auf deutschen Autobahnen.

Zu den Abwartenden gehörte auch der ADAC. Doch gemeinsam mit der Posttochter DHL sind jetzt auch die "ADAC Postbusse" durchgestartet. Damit wird nun der inländische Fernbusverkehr von Berlin im Wesentlichen von vier Unternehmen angeboten. Neben dem Platzhirsch BerlinLinienBus sind das MeinFernbus, FlixBus und eben ADAC Postbus. Dieses Unternehmen hat bereits für 2014 eine deutliche Ausweitung des Streckennetzes angekündigt.

Das Fazit nach einem Jahr liberalisierten Fernbusverkehres: Offensichtlich reicht die Fahrgastauslastung, um wirtschaftlich zu sein. Der zugesagte positive Umwelteffekt des Busverkehrs stellt sich nur ein, wenn die Fahrgäste vom PKW auf den Bus umsteigen, nicht aber, sofern sie Bahnreisende waren. Des weiteren haben sich die ganz großen Befürchtungen, die Staugefahr auf den Autobahnen mache die Fernbusfahrpläne zur Makulatur, nicht bewahrheitet. Auch einie prophezeite Flut von Dumpinganbietern aus dem Ausland ist bis jetzt völlig ausgeblieben.

Während bei den Fahrzeiten die Bahn vorn liegt, haben die Busunternehmen im Vergleich zu ICE- und EC-Verbindungen der Bahn bei den Fahrpreisen die Nase ganz weit vorn. Für die Busfernfahrt ist meist nur etwa ein Drittel, in manchen Fällen auch knapp die Hälfte des Bahnticketpreises zu zahlen. Dazu kommen teils extreme Sonderangebote, die zeitlich begrenzt sind oder für Frühbucher gelten: Von Berlin nach Hamburg, Dresden oder Leipzig für 9,00 Euro ist durch nichts und niemanden zu unterbieten.

Außerdem ist die Buchung im Bus grundsätzlich mit einem Sitzplatz gekoppelt, extra Reservierungsgebühren wie bei der Bahn entfallen. Aber: Kommt es bei der Bahn zu Verspätungen, kann in unterschiedlichem Maße der Fahrpreis teils zurückverlangt werden. Im Busfernverkehr geht dies dagegen nicht.

Derzeit sind 370 Fernbusse auf den Autobahnen unterwegs. Die Aussage, dass diese Zahl zu Staus führe, ist jedoch übertrieben, denn für jeden Reisebus können statistisch bis zu zehn PKW entfallen.

Beitrag von Reinhard Rychlik

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