Ein Demonstrant zeigt am 02.03.2014 vor der russischen Botschaft in Berlin ein Plakat mit der Aufschrift "Peace not war" (Quelle: dpa)

- Ukraine-Konflikt - Wie weiter?

Täglich erreichen uns neue beunruhigende Nachrichten aus der Ukraine. Die Lage auf der Halbinsel Krim ist hochexplosiv. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sieht Europa in der "schärfsten Krise seit dem Mauerfall" und forderte eine diplomatische Lösung. Wie beurteilen die Berliner und Brandenburger den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland? Welche Sorgen und Befürchtungen, welche Hoffnungen gibt es?

Dramatische Tage auf der Krim - Eine Chronologie

26. Februar: Wenige Tage nach dem Umsturz in der ukrainischen Hauptstadt Kiew geraten auf der Krim Anhänger und Gegner einer Annäherung an Russland aneinander. Tausende Krimtataren demonstrieren gegen eine Abspaltung der autonomen Republik. Prorussische
Demonstranten fordern die engere Anbindung an Moskau.

27. Februar: Bewaffnete besetzen Regionalparlament und Regierungsgebäude in der Hauptstadt Simferopol - um die russische Bevölkerung auf der Krim zu verteidigen, wie sie sagen. Das prorussische Krim-Parlament spricht sich für eine Volksbefragung über die Autonomie der Region im Mai aus und setzt die Regierung ab.

28. Februar:
Eine bewaffnete prorussische Gruppe besetzt kurzzeitig den Flughafen der Hauptstadt. Das ukrainische Parlament appelliert an Moskau, alles zu unterlassen, was die territoriale Einheit des Landes gefährde. Nach ukrainischen Berichten sind auf der Krim russische Militärmaschinen mit rund 2000 Soldaten gelandet. Interimspräsident Alexander Turtschinow spricht von einer «militärischen Invasion» unter dem Deckmantel einer Übung.

1. März: Der moskautreue neue Krim-Regierungschef Sergej Aksjonow übernimmt vorübergehend die Befehlsgewalt und bittet Kremlchef Wladimir Putin um Beistand. Er zieht das Referendum über die Zukunft der Krim auf den 30. März vor. Die russische Staatsduma ruft Putin auf, der neuen Regierung auf der Krim Beistand beim Schutz der Bürger zu leisten. Die prorussische Krim-Regierung und die auf der Halbinsel stationierte russische Schwarzmeerflotte vereinbaren eine Zusammenarbeit bei der Sicherung der öffentlichen Ordnung. In mehreren russisch geprägten Städten der Schwarzmeer-Halbinsel gibt es Proteste gegen die Regierung in Kiew.

Putin erklärt, Russland könne bei weiterer Gewalt gegen die russischsprachige Bevölkerung "nicht tatenlos zusehen". In Kiew ordnet Interimspräsident Alexander Turtschinow die
volle Kampfbereitschaft der ukrainischen Armee an und droht, eine Intervention Moskaus werde "der Beginn eines Krieges und das Ende aller Beziehungen sein".

2. März: Das ukrainische Parlament, die Oberste Rada, berät in nicht-öffentlicher Sitzung über die heikle Lage. Die sieben führenden Industrienationen der Welt (G7) setzen alle Vorbereitungstreffen für den G8-Gipfel mit Russland im Juni in Sotschi aus. US-Präsident Barack Obama und Kanzlerin Angela Merkel werfen Russland vor, mit der Intervention auf der Krim gegen das Völkerrecht zu verstoßen.

3. März: Auf der Krim herrscht gespannte Ruhe. Russland lehnt die Entsendung einer Mission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) in die Ukraine ab. Außenminister Sergej Lawrow sagt, es gehe Moskau um die "Frage der Verteidigung unserer Bürger und Landsleute". Die EU-Außenminister beraten bei einer Krisensitzung
in Brüssel über die Lage auf der Krim.

(Quelle: dpa)

Beitrag von Judith Kirsten

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