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Mi 15.08.12 18:30

Service

Autoassistenzsysteme

Viele Autohersteller überbieten sich geradezu mit neuen Assistenzsystemen für Autos - auch bereits in der Kompaktklasse. Doch sind sie in jedem Fall wirklich sinnvoll? zibb-Verkehrsexperte Reinhard Rychlik hat die Antwort.

Assistenten sind in der Regel fachkompetente Personen, die anderen bei deren Arbeit tatkräftig zur Seite stehen. Fahrerassistenzsysteme gehen da noch weiter, sollen sie doch Unaufmerksamkeiten und Fehler der Autolenker vermeiden und Gefahren abwenden.

Sie warnen vor anderen Fahrzeugen im toten Winkel oder bremsen bei niedrigen Geschwindigkeiten vor plötzlich auftauchenden Fußgängern oder anderen Fahrzeugen, bis sie zum Stehen kommen. Bei hohen Geschwindigkeiten bremsen sie zumindest stark ab oder - zunehmend - auch hier bis in den Stand.

In Kombination mit einem Tempomaten wird der Sicherheitsabstand zum Vorausfahrenden oder zu Fahrzeugen, die unvermittelt die Spur wechseln, durch Abbremsen konstant gehalten und wieder auf die zuvor eingegebene Geschwindigkeit beschleunigt. Hierfür hat sich der Name "Geschwindigkeits- und Abstandsregelsystem" eingebürgert.

Aber auch adaptive Lichtsysteme mit automatischem Fernlicht, Nachtsichtassistenten, Einparkhilfen per Sensoren- oder Kameraüberwachung oder sogar allein einlenkend, Müdigkeitswarner, Spurhalteassistenten und Verkehrszeichenerkennung sollen Fahrerinnen und Fahrern assistieren, vor Fehlern bewahren und Unfälle verhindern.

Tipps:
Fahrerassistenzsysteme finden sich zunehmend auch in Kleinwagen, hierbei kommen besonders die im Stadtverkehr hilfreichen Systeme zum Einsatz, die bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h vor Füßgängern oder Fahrzeugen bis in den Stand bremsen.

Da Fahrerassistenzsysteme nicht zu den billigsten Techniken zählen, empfiehlt sich ein Paketkauf. So fasst Ford für den Focus verschiedene Systeme in zwei Paketen zusammen, jedes zum Preis von etwa 1000 Euro. Volvo bietet neben den Seriensystemen otional ein umfassendes Assistentenpaket für knapp 2000 Euro an. Die verschiedenen Gefahrensituationen werden laser-, radar und kameragestützt erfühlt und erkannt. Dieses Erfühlen und Erkennen kann aber behindert und sogar ganz ausgeschaltet werden. Sind Laseraustritt oder Kameraobjektiv stark verschmutz oder vereist oder befindet sich das Hindernis "in einem besonders ungünstigem Winkel" zu den Sensoren. Und natürlich ist ein klassisches technisches Versagen auch nicht 100%ig auszuschließen.

Kein Assistenzsystem spricht den Fahrer davon frei, konzentriert, aufmerksam und insgesamt sicherheitsorientiert unterwegs zu sein. Die Verantwortung für Fehlverhalten liegt stets allein beim Fahrer und nicht bei der Technik. Selbst beim aktiven Parkassistenten, der das Auto nach dem Erkennen einer ausreichenden Parklücke dort einlenkt, muss der Fahrer noch Kupplung und Bremse am Fuß haben.
 
Als völlig sinnlos ist keines der aktuellen Assistenzsysteme einzustufen, auch wenn es mehr oder weniger "sicherheitssinnvolle" gibt. Kritik ist an der Wirkweise einiger zu üben. Von verschiedenen Anbietern wird die Geschwindigkeit bis zu  die City Safety Systeme  allein abbremsen von "ca. 17 km/h bis so um die 30, aber eher etwas weniger" angegeben. Die Verkehrszeichenerkennung fordert auch mal über lange Autobahnstrecken maximal Tempo 50, obwohl diese Angabe nur für die gerade passierte Ausfahrt galt. Ein Müdigkeitswarner muss in jedem Falle nicht nur per Signet, sondern auch mit sattem Weckton Alarm schlagen. Und ein weit vorausreichenden Nachtsichtbild auf einem Display kann vom Verkehrsgeschehen direkt vor der Nase ablenken.

Beitrag von Reinhard Rychlik

Dieser Text gibt den Sachstand vom 15.08.2012 wieder. Neuere Entwicklungen sind in diesem Beitrag nicht berücksichtigt.

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