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Färben sich die Blätter bunt und beginnen zu fallen, fahren die Versicherungen ihre Aktivitäten hoch und locken zum Versicherungswechsel. Oft wird gigantisches Sparen beim Beitrag versprochen: 30, 40, ja 50 Prozent weniger seien drin.
"Finanztest" bei der Stiftung Warentest machte einen knallharten und umfangreichen Check. Beim Test wurden über 150 Versicherungen bzw. deren Tarife verglichen. Das Ergebnis: Sparen ist sehr wohl drin, bis zu mehreren hundert Euro. Zu Gast im Studio ist Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur Finanztest.
"Finanztest" gibt Beispielrechnungen für verschiedene Kategorien an: Für eine Alleinfahrerin, einen Vielfahrer, eine junge Familie und einen Rentner. Die günstigste Versicherung für alle gibt es nicht. Zu viele individuelle Tarifmerkmale des Versicherten und des Autos spielen in den Beitrag. Dennoch benennt Finanztest bei aller Individualität des Versicherungsbeitrages folgende Versicherungen oft als günstige: Direct Line, HDI Direkt, OVAG, deutsche internet, Allsecur, BGV Badische Allgemeine, CosmosDirekt und WGV. Viele davon sind Internet- bzw. Direktversicherer, ohne Vertreter vor Ort. Auf diesen und das persönliche Gespräch wollen aber gerade nach einem Unfall viele Versicherungsnehmer nach wie vor nicht verzichten.
Werkstatttarif
Ein Werkstatttarif gewährt bis zu 15 Prozent Rabatt in Voll- und Teilkasko, wenn der Kunde ausschließlich Werkstätten nutzt, die die Versicherung vorgibt. So hat diese im Schadenfall die Kontrolle über Gutachten und Reparatur. Manipulationen zu ihrem Nachteil sind faktisch ausgeschlossen.
Schadenfreiheitsklasse
Einige Versicherer wollen für Neukunden neue Schadenfreiheitsklassen einführen. Der geringste Beitragssatz liegt zurzeit bei 30 Prozent nun soll er bei langer Schadenfreiheit bis auf 20 Prozent sinken können. Jedoch ist dies reine Zahlenkosmetik. Entscheidend ist der Grundbeitrag auf den sich diese 20 Prozent beziehen. Und der wird höher sein als der alte. Auch deshalb sind nicht die Prozent, sondern der Jahresbeitrag das entscheidenden Vergleichskriterium.
Vollkasko
Vollkasko ist sinnvoll, wenn man bei einem Totalschaden mit dem Kauf eines gleichwertigen Autos finanziell überfordert wäre. Also in der Regel bei Neuwagen oder teuren gebrauchten. Aber: Die Reparatur einer Motorhaube plus Kotflügel und Stoßstange kostet nach einem selbstverschuldeten Unfall an einem dreijährigen Auto genauso viel wie an einem sechsjährigen.
Analyse
"Finanztest" bietet einen umfassenden, unabhängigen und aktuellen Versicherungsvergleich für Interessenten an. In Heft 11/2011 findet sich dazu ein Fragebogen. Wer will, kann auch die günstigen Tarife für das eigene Auto im Internet auf der Seite www.test.de/Analysen analysieren lassen. Die Analyse kostet 16 Euro.
Kündigung
Zu kündigen ist eine Kfz-Versicherung fristgemäß bis zum 30. November (Eingang bei der Versicherung). Für Kfz-Versicherungen gilt eine vierwöchige Kündigungsfrist und der 1.Januar ist auch der Start für das neue Versicherungsjahr. Man kann auch danach kündigen, fordert nun die Versicherung bei gleicher Leistung einen höheren Beitrag als zuvor. So auch nach einem Schadenfall. Die Kündigungsfrist beträgt dann einen Monat nach Zugang der höheren Rechnung. Bereits voraus gezahlte Beiträge müssen dann von der Versicherung anteilig zurückerstattet werden.
Beitrag von Reinhard Rychlik
© Rundfunk Berlin-Brandenburg
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