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2020 sollen eine Million Elektroautos auf den Straßen unterwegs sein. Doch die Bilanz für das vergangene Jahr ist ernüchternd. Deutschlandweit wurden lediglich 5300 Elektroautos verkauft. Was spricht für und was gegen E-Autos?
Das politische Ziel steht fest: Im Jahre 2020 sollen eine Million Elektroautos auf Deutschlands Straßen unterwegs sein. Das ist ein wichtiger Faktor, um die harten EU-Vorgaben zum Absenken des Kohlendioxydausstoßes im Straßenverkehr zu Beginn des neuen Jahrzehnts zu erreichen. Mit viel Schwung und Stimmung wurde einst in die abgasfreie Mobilität gestartet und Berlin sogar zu einer "Europäischen Metropole der Elektromobilität" ausgerufen.
Inzwischen ist es um die E-Autos ruhiger geworden, obwohl immer weitere Elektroautos auf den Markt kommen. Doch die ernüchternde Bilanz für 2012: Deutschlandweit wurden lediglich etwa 5300 Elektroautos verkauft. Und selbst diese Zahl ist geschönt. Denn bei 2359 dieser Wagen - also bei rund 40% - handelt es sich um den Renault Twizy. Und der ist laut amtlicher Zulassung ein überdachtes Quad-Bike und kein Auto.
Die Hauptargumente gegen E-Autos:
1. Zu teuer (30000 bis 65000 Euro)
2. zu geringe Reichweite (maximal bis 150 km bis zum Nachtanken an der Steckdose, oder gar an einer extra einzurichtenden Ladestation), was der individuellen, besonders flexiblen Automobilität widerspricht
3. Umwelteffizienz ist nur gegeben, wenn der Ladestrom aus nachhaltigen Energiequellen gewonnen wird.
Um die geringen Reichweiten und damit die eingeschränkte Alltagstauglichkeit zu beheben, gehen Hersteller wie Toyota, Opel oder Volvo dazu über, "Elektroautos auf Zeit" auf den Markt zu bringen, die nur zum Teil mit Elektromotoren fahren. Ein solcher "range extender" kommt im Opel Ampera zum Einsatz - ein Benzinmotor. Ist die Batterieladung für die E-Fahrt aufgebraucht, springt ein Benzinmotor an, der mit konstanter Drehzahl einen Generator befeuert. Der dort während der Fahr produzierte Strom fließt direkt in den E-Motor. Damit fährt man zwar weiterhin elektrisch, aber doch benzingestützt.
Bei diesen Varianten ist der reine E-Betrieb nur begrenzt möglich. Ist die Batterie leer, wird wieder - wenn auch relativ wenig - Kraftstoff verbrannt. Doch mit diesen E-Varianten sind flexibles Agieren über große Reichweiten möglich.
Tipps:
- Renault bietet zur Zeit die größte Palette reiner Elektroautos vom Twizy - Quadt, über den Kleinwagen ZOE, den Mittelklässler Fluence bis zum Kleintransporter Kangoo CE. Da auch hier die Batterien die teuersten Fahrzeugteile sind und den Preis insgesamt nach oben treiben, war der französische Autobauer der erste, der die Batterien vom Autopreis getrennt hat. Man kann sie stattdessen mieten. Beispiele: für den Kangoo werden bei 20000 km pro Jahr und 48 Monate 107,00 Euro im Monat fällig. Für den Twizy über 10000 km pro Jahr und 48 Monate werden 54,00 Euro monatlich fällig. So sinken die Fahrzeugpreise für den Kangoo Z.E. auf 23800 Euro, für den Twizy auf 8000 Euro.
- Aus Sicherheitsgründen empfehlen einige Hersteller, ihre E-Autos nur im Notfall über eine klassischen Haushaltssteckdose zu laden, sonst professionelle Ladestationen oder heimische Wallboxen zu nutzen. Diese kosten um die 1000 Euro oder sind im Fahrzeugpreis enthalten.
- Abgasfreies Fahren nutzt natürlich der Umwelt, beim Tanken auch dem Haushaltsbudget. Zwar gibt es Strom nicht für umsonst, aber günstiger als Sprit. Aktuell kostet der Kraftstoff aus der Dose für 100 km Fahrt des Kleintransporters Kangoo ZE ca. 3,00 Euro. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass zukünftig der "Fahrstrom" höher besteuert wird als Haushaltsstrom.
- Die begrenzte Einsatzmöglichkeit reiner E-Autos machen sie vor allem für den kommunalen Bereich, den innerstädtischen Verkehr und täglich überschaubare Strecken im gewerblichen Bereich interessant. Zum Beispiel den Twizy, den Citroen ZE, wie er vom Carsharingunternehmen Multicity auch in Berlin zum Einsatz kommt oder den Kleintransporter Kangoo in Klein- und Mittelständischen Unternehmen, in Handwerk und Handel.
Beitrag von Reinhard Rychlik
Inzwischen ist es um die E-Autos ruhiger geworden, obwohl immer weitere Elektroautos auf den Markt kommen. Doch die ernüchternde Bilanz für 2012: Deutschlandweit wurden lediglich etwa 5300 Elektroautos verkauft. Und selbst diese Zahl ist geschönt. Denn bei 2359 dieser Wagen - also bei rund 40% - handelt es sich um den Renault Twizy. Und der ist laut amtlicher Zulassung ein überdachtes Quad-Bike und kein Auto.
Die Hauptargumente gegen E-Autos:
1. Zu teuer (30000 bis 65000 Euro)
2. zu geringe Reichweite (maximal bis 150 km bis zum Nachtanken an der Steckdose, oder gar an einer extra einzurichtenden Ladestation), was der individuellen, besonders flexiblen Automobilität widerspricht
3. Umwelteffizienz ist nur gegeben, wenn der Ladestrom aus nachhaltigen Energiequellen gewonnen wird.
Um die geringen Reichweiten und damit die eingeschränkte Alltagstauglichkeit zu beheben, gehen Hersteller wie Toyota, Opel oder Volvo dazu über, "Elektroautos auf Zeit" auf den Markt zu bringen, die nur zum Teil mit Elektromotoren fahren. Ein solcher "range extender" kommt im Opel Ampera zum Einsatz - ein Benzinmotor. Ist die Batterieladung für die E-Fahrt aufgebraucht, springt ein Benzinmotor an, der mit konstanter Drehzahl einen Generator befeuert. Der dort während der Fahr produzierte Strom fließt direkt in den E-Motor. Damit fährt man zwar weiterhin elektrisch, aber doch benzingestützt.
Bei diesen Varianten ist der reine E-Betrieb nur begrenzt möglich. Ist die Batterie leer, wird wieder - wenn auch relativ wenig - Kraftstoff verbrannt. Doch mit diesen E-Varianten sind flexibles Agieren über große Reichweiten möglich.
Tipps:
- Renault bietet zur Zeit die größte Palette reiner Elektroautos vom Twizy - Quadt, über den Kleinwagen ZOE, den Mittelklässler Fluence bis zum Kleintransporter Kangoo CE. Da auch hier die Batterien die teuersten Fahrzeugteile sind und den Preis insgesamt nach oben treiben, war der französische Autobauer der erste, der die Batterien vom Autopreis getrennt hat. Man kann sie stattdessen mieten. Beispiele: für den Kangoo werden bei 20000 km pro Jahr und 48 Monate 107,00 Euro im Monat fällig. Für den Twizy über 10000 km pro Jahr und 48 Monate werden 54,00 Euro monatlich fällig. So sinken die Fahrzeugpreise für den Kangoo Z.E. auf 23800 Euro, für den Twizy auf 8000 Euro.
- Aus Sicherheitsgründen empfehlen einige Hersteller, ihre E-Autos nur im Notfall über eine klassischen Haushaltssteckdose zu laden, sonst professionelle Ladestationen oder heimische Wallboxen zu nutzen. Diese kosten um die 1000 Euro oder sind im Fahrzeugpreis enthalten.
- Abgasfreies Fahren nutzt natürlich der Umwelt, beim Tanken auch dem Haushaltsbudget. Zwar gibt es Strom nicht für umsonst, aber günstiger als Sprit. Aktuell kostet der Kraftstoff aus der Dose für 100 km Fahrt des Kleintransporters Kangoo ZE ca. 3,00 Euro. Allerdings ist es nicht ausgeschlossen, dass zukünftig der "Fahrstrom" höher besteuert wird als Haushaltsstrom.
- Die begrenzte Einsatzmöglichkeit reiner E-Autos machen sie vor allem für den kommunalen Bereich, den innerstädtischen Verkehr und täglich überschaubare Strecken im gewerblichen Bereich interessant. Zum Beispiel den Twizy, den Citroen ZE, wie er vom Carsharingunternehmen Multicity auch in Berlin zum Einsatz kommt oder den Kleintransporter Kangoo in Klein- und Mittelständischen Unternehmen, in Handwerk und Handel.
Beitrag von Reinhard Rychlik



