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Wann ist ein Auto ein "Oldtimer", wie bekommt man das "H"-Kennzeichen, welche steuer- und versicherungstechnischen Folgen hat das? Dürfen Oldies in die Umweltzone? Wir geben die Antworten in unserem Service.
Immer mehr Autofahrer zeigen Interesse an Oldtimern und Youngtimern. Neben dem ganz eigenen nostalgischem Charme der Autos aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert reizt viele auch die Anschaffung eines solchen Fahrzeugs aus Kostengründen – spart man doch mit einem sogenannten H-Kennzeichen euine Menge Geld. Auch als Wertanlage sind einige Modelle heutzutage durchaus geeignet.
Das H-Kennzeichen
Ein PKW, der das Alter von 30 Jahren seit Erstzulassung erreicht hat, gilt als Oldtimer. Um ein H- (Historie)–Kennzeichen zu beantragen und dauerhaft zuerkannt zu bekommen, ist folgendes nötig: Die Oldtimer- Einstiegs-Hauptuntersuchung ( 97,-€ ); eine HU alle zwei Jahre (90 €); einmalige Gebühren und Kosten bei der Zulassungsstelle bzw. für den Schildermacher (rd. 70 €)
Die Kfz-Steuer
Hat man derart investiert, bringt das H-Kennzeichen einige Vorteile mit sich: Unabhängig von Alter und technischen Daten ist die Kfz.-Steuer in Form eines pauschalen Jahressatzes von 191, 73 € zu zahlen. Zum Vergleich: Ohne H-Kennzeichen kostet dies für
einen VW Golf II, Baujahr 1983, als Benziner 369 €, als Diesel 632 €.
Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen trotz katastrophaler Abgaswerte ohne Einschränkung in Deutschlands Umweltzonen einfahren.
Die Versicherung
Die Prämie für eine Oldtimer – Haftpflichtversicherung ist geringer als für neuere Modelle.
Die Versicherer gehen davon aus, dass der Oldie nicht das Hauptfahrtzeug der Familie ist,
gehegt und gepflegt, besonders vorsichtig und recht wenig gefahren wird. Um sicher zu gehen, bauen sie deshalb fast immer ein Limit für die Jahreslaufleistung ein. Bekannt ist hier eine Spanne von 5 000 bis 10 000 km/Jahr. Nicht ganz so günstig kommt man bei der
Kaskoversicherung weg. Entscheidend ist hier der Marktwert, des automobilen Schatzes. Denn dessen Ermittlung sollte bei der Fahrzeugübernahme ermittelt und im zwei- bis maximal dreijährigem Abstand mit eine Kurzbewertung aktualisiert werden. Prüforganisationen veranschlagen für Ersteres schon mal um die 500 €, für nachfolgenden
Kurzbewertungen um 120 € . Deshalb werden oft jene Oldtimer nicht kaskoversichert, die aus den Endsiebzigern und Anfangsachtzigern stammen und zunehmend nicht als gehegtes und
gepflegtes Liebhaberstück, sondern als „Alte Gurken“ im Alltag ihre letzten Runden drehen., dabei aber die Oldtimer-Vorteile noch abschöpfen.
Die Preise
Das Ermitteln des Marktwertes eines Oldtimers ist deutlich komplizierter und aufwendiger als bei einem „normalen“ Gebrauchtwagen. Seine volle Funktionstüchtigkeit vorausgesetzt, sind dabei folgende Fragen zu beantworten:
- Welches Autoklassement wird bedient?
- Wie alt ist das Auto, in welchem Allgemeinzustand befindet es sich und inwieweit ist es noch im Originalzustand.
- Ist es in seiner individuellen Geschichte ggf. mit historischen Persönlichkeiten oder gesellschaftspolitischen Ereignissen verbunden ?
- Wie oft wurde das Auto produziert und welche technischen Besonderheiten bringt es ein?
- Zu welchen Preisen kaufen Liebhaber derzeit solche Autos und wie viel bringen sie auf Auktionen ein?
Je nachdem, wie diese Fragen beantwortet werden, kann der aktuelle Wert eines Oldie-Liebhaberstückes aus den 50iger bis 60iger Jahren zwischen 5 000 und 200.000 € liegen.
Beitrag von Reinhard Rychlik










