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Wenn die eigenen Kinder aus dem Haus sind und das Arbeitsleben zu Ende ist, stellt sich für viele Renterinnen die Frage: Was nun? Ein Auslandsaufenthalt ist eine gute Gelegenheit, um neue Erfahrungen zu machen, Kontakte zu schließen, Impulse zu bekommen.
Als Aupair eine Zeit lang im Ausland bei einer Gastfamilie leben und dabei tief in eine fremde Kultur und Sprache eintauchen – für viele Mädchen ist das eine prägende Erfahrung. Doch nicht nur junge Menschen möchten sich diesen Wunsch erfüllen. Auch Frauen jenseits der Fünfzig träumen davon, nach einem erfüllten Familien- und Berufsleben noch einmal die Koffer zu packen und die weite Welt zu entdecken.
Michaela Hansen hat das erkannt. 2010 gründete die Hamburgerin ihre Agentur „Granny Aupair“. Sie vermittelt Frauen jenseits der Fünfzig an Gastfamilien und in soziale Projekte ins Ausland. Die Aufenthaltsdauer ist dabei individuell verschieden und reicht von einigen Wochen bis hin zu einem Jahr. Um als „Oma Aupair“ an eine ausländische Gastfamilie vermittelt zu werden, sollte man in erster Linie aufgeschlossen, flexibel und anpassungsfähig sein. Geduld, Selbstständigkeit sowie körperliche und geistige Gesundheit sind ebenfalls wichtig. Außerdem sollten die Frauen Lust haben, dieses kleine Abenteuer zu wagen. Eine Altersgrenze nach oben gibt es nicht. Die älteste Teilnehmerin, die Michaela Hansen bisher vermittelt hat, war 76 Jahre alt.
In der Gastfamilie nehmen die Aupairs hautnah am Alltag teil, helfen im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Bezahlt werden sie nicht, sie erhalten aber Kost und Logis frei. In manchen Fällen übernimmt die Gastfamilie auch die Kosten für den Flug sowie den Sprachkurs.
Die Aupairs müssen die Sprache des Gastlandes nicht beherrschen. Oft sind es deutsche Familien, die im Ausland leben und für ihre Kinder eine deutschsprachige Betreuung suchen. Dennoch ist es hilfreich, sich etwas in der Sprache des Gastlandes verständigen zu können. Eventuell sollte man vor dem Abflug einen Sprachkurs absolvieren.
Um als Granny Aupair ins Ausland zu gehen, müssen sich die Interessierten zunächst auf der Homepage der Agentur www.granny-aupair.com registrieren. Das ist kostenlos und unverbindlich. Dann können sie auf der Webseite nach Angeboten stöbern. Wenn sie mit einer Gastfamilie oder einem sozialen Projekt in Kontakt treten wollen, müssen sie ihr Profil ausfüllen, also ihre Daten eingeben sowie ein Foto hochladen, und eine Mitgliedschaft bei Granny Aupair abschließen. Die Kosten sind abhängig von der Länge der Mitgliedschaft (ab 30 Euro/Monat.) Per email oder Telefon lernen sich Gastfamilie und Aupair erstmal kennen und können die gegenseitigen Erwartungen bereits im Vorfeld klären.
Ein Gesundheitszeugnis ist nicht notwendig, jedoch empfiehlt sich für längere Auslandsaufenthalte der Abschluss einer Reisekrankenversicherung.
Wer sich zunächst einlesen möchte: Die spannendsten Erfahrungen ihrer „Oma Aupairs“ hat Michaela Hansen in einem Buch herausgebracht: „Als Granny Aupair in die Welt“, dtv Verlag, 14,90 €
Beitrag von Sina Krambeck











