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Urlaub ist für die meisten Menschen die wichtigste Zeit des Jahres. Doch mehr als sieben Millionen Menschen in Deutschland stoßen dabei auf unüberwindbare Hindernisse.
Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderungen und kognitiven Beeinträchtigungen, Blinde oder Sehbehinderte, Taube und Menschen mit Hörproblemen sind auf barrierefreie touristische Angebote angewiesen.
Bisher gab es in Deutschland eine Fülle von unterschiedlichen Sieglen und Symbolen, die Barrierefreiheit signalisieren sollten. Jetzt ist mit der neuen Kennzeichnung "Reisen für Alle" ein bundesweites, einheitliches System eingeführt worden, mit dem branchenübergreifend Qualitätsstandards ausgewiesen werden. Jetzt sind die Touristikanbieter gefragt, sich um dieses Siegel zu bemühen.
Im Rahmen der Messe ITB findet am 7. März ein "Tag des barrierefreien Tourismus" statt, auf dem sich Interessierte über das neue Kennzeichnungssystem informieren können.
Reisejournalist Dominik Peter
Der Journalist und Vorsitzende des Berliner Behindertenverbands Dominik Peter kennt die Schwierigkeiten eines Rollstuhlfahrers auf Reisen nur zu gut, seit er vor 16 Jahren einen schweren Unfall hatte. Doch ihn schreckt das nicht ab. Mit seinem Rollstuhl erkundet der 49jährige Länder wie Indonesien, Thailand, Neuseeland.
Allen, denen es so geht wie ihm, macht er Mut, denn es gibt viele Länder, in denen Barrierefreiheit deutlich größer geschrieben wird als in Deutschland. Seine "Hotspots" sind z.B. die USA, Kanada, die Kanaren, Australien und Neuseeland. Seit den Paralympics steht auch England auf seiner Liste der gut zu bereisenden Länder.
Tatsächlich gibt es auch international viele unterschiedliche Siegel und nur, weil barrierefrei drauf steht, ist nicht unbedingt Barrierefreiheit drin. Dominik Peter verlässt sich aus Erfahrung auf Hotelketten mit dem "ADA"-Siegel. Das unterliegt dem American Disability Act und wird von Hotelketten weltweit geführt. Letztendlich schadet aber ein Anruf im Hotel nicht, um die eigenen Bedürfnisse zu erfragen. Dann steht einem tollen Urlaub allerdings nichts mehr im Weg.
Beitrag von Antje Pfeiffer











