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Gartendünger sind oft erheblich mit Schwermetallen wie Uran und Cadmium belastet. Dieses Resümee zieht ÖKOTEST, das 20 Universaldünger ins Labor geschickt hat. Nur ein Drittel der Dünger hält im Test, was es verspricht.
Der Feind im Beet - Gartendünger im Ökotest
Damits im Garten gut gedeiht, verwenden die meisten Hobbygärtner Gartendünger. Die Hersteller locken mit „bio", „natürlich" oder „rein pflanzlich". Aber: Was ist dran und steckt wirklich drin? Die Zeitschrift ÖKO-TEST hat jetzt 20 Universaldünger ins Labor geschickt. Und schlägt Alarm! Denn Gartendünger sind oft erheblich mit Schwermetallen wie Uran und Cadmium belastet. Teilweise konnte das Verbrauchermagazin zudem Dioxine und Pflanzenschutzmittel nachweisen. Besonders ärgerlich ist, dass die deklarierten Nährstoffgehalte auf den Verpackungen nicht eingehalten werden. Das ist aber wichtig, um den Garten bedarfsgerecht zu düngen.
Uran im Dünger - und dann im Essen
Während die Welt über das Uran im Atomendlager Asse diskutiert, wird mit mineralischen Phosphordüngern Jahr für Jahr Uran in gleicher Größenordnung in deutsche Böden eingebracht. Die neue Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt, dass Universaldünger oft zu viel Uran enthalten. Uran gelangt über Versickerung in das Grund- und Trinkwasser. Es ist giftig, reichert sich im Körper an und kann Krebs verursachen. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es dafür noch immer nicht.
…und dann auch noch Cadmium
In einigen Düngern fand ÖKO-TEST zudem Cadmium in hohen Mengen. Dieses giftige Schwermetall führt - über längere Zeit und in hohen Dosen aufgenommen - zu Nierenschäden und ist als krebserzeugend eingestuft. Der Cadmium-Gehalt eines Blaudüngers im Test überschreitet sogar den Cadmium-Grenzwert der Deutschen Düngemittelverordnung. Das Produkt darf aber ganz legal in den Regalen hierzulande liegen - mithilfe eines Hersteller-Tricks: Für mineralische Dünger, die als EG-Düngemittel gekennzeichnet sind, gibt es keinen Grenzwert.
Nährstoffangaben ungenügend
Bei etlichen Düngern können sich die Verbraucher leider nicht auf die Nährstoffangaben, die auf den Verpackungen aufgedruckt sind, verlassen. Bedarfsgerechtes Düngen, bei dem der Boden genau die Nährstoffe bekommt, die er benötigt, ist so kaum möglich. Die ÖKO-TEST-Analyse zeigt, dass nur ein Drittel der Dünger im Test hält, was es verspricht. Ein Obi-Produkt beinhaltet beispielsweise nur ein Viertel des deklarierten Stickstoffs und ein Zehntel des deklarierten Phosphats.
„Bio" ist nicht immer Bio
Gut zu wissen: Wer einen schadstofffreien Dünger sucht, darf auf Bezeichnungen wie „bio" oder „natürlich" nicht viel geben. ÖKO-TEST macht darauf aufmerksam, dass sich dahinter ganz konventionelle Dünger verbergen, die über organische Bestandteile tierischen oder pflanzlichen Ursprungs wie etwa Geflügeldung oder Hornmehl verfügen.
Tipps zum Kompost
Als Alternative zum teuren und vielleicht auch schadstoffbelasteten Dünger aus dem Gartencenter gilt vielen der Kompost. Er wird auch als „das schwarze Gold des Gärtners" bezeichnet. Wenn die Ausgangsstoffe stimmen, dann kann der Kompost DIE Alternative zum gekauften Dünger sein. Dabei gilt: Je breiter das Angebot an Nährstoffen, desto besser. Mischen Sie deshalb grobe Abfälle (Strauchschnitt) mit feinen (Rasenschnitt), feuchte (verdorbene Äpfel) mit trockenen (Herbstlaub) und nährstoffreiche (Gemüsereste) mit nährstoffarmen (Holzhäcksel).
Wichtig: Es sollten nicht zu große Portionen eines einzigen Materials sein. Am besten sind sie schön zerkleinert und nicht verdichtet, so dass genug Sauerstoff drankommt. Wenn Sie den Kompost später ausbringen, sollten Sie auf die richtige Menge achten und dabei nicht übertreiben.
Pro Quadratmeter Düngfläche reichen 2 bis maximal 3 kg Kompost im Jahr. Auf einen humus- und nährstoffarmen Boden können Sie ebenso wie bei Kulturen mit höherem Stickstoffbedarf - etwa Kohlsorten oder Tomaten - 4 kg Kompost geben. Zu Spinat, Gurken, Kartoffeln geben Sie 3 und zu Radieschen, Zwiebeln, Salat, Spargeln, Möhren oder Kräutern etwa 2 kg pro Quadratmeter.
Aber Achtung: Oft werden die Nährstoffgehalte des Bodens unterschätzt. Deshalb empfiehlt sich eine professionelle Boden- bzw. Kompostanalyse.
Beitrag von Michael Großmann
Damits im Garten gut gedeiht, verwenden die meisten Hobbygärtner Gartendünger. Die Hersteller locken mit „bio", „natürlich" oder „rein pflanzlich". Aber: Was ist dran und steckt wirklich drin? Die Zeitschrift ÖKO-TEST hat jetzt 20 Universaldünger ins Labor geschickt. Und schlägt Alarm! Denn Gartendünger sind oft erheblich mit Schwermetallen wie Uran und Cadmium belastet. Teilweise konnte das Verbrauchermagazin zudem Dioxine und Pflanzenschutzmittel nachweisen. Besonders ärgerlich ist, dass die deklarierten Nährstoffgehalte auf den Verpackungen nicht eingehalten werden. Das ist aber wichtig, um den Garten bedarfsgerecht zu düngen.
Uran im Dünger - und dann im Essen
Während die Welt über das Uran im Atomendlager Asse diskutiert, wird mit mineralischen Phosphordüngern Jahr für Jahr Uran in gleicher Größenordnung in deutsche Böden eingebracht. Die neue Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt, dass Universaldünger oft zu viel Uran enthalten. Uran gelangt über Versickerung in das Grund- und Trinkwasser. Es ist giftig, reichert sich im Körper an und kann Krebs verursachen. Einen gesetzlichen Grenzwert gibt es dafür noch immer nicht.
…und dann auch noch Cadmium
In einigen Düngern fand ÖKO-TEST zudem Cadmium in hohen Mengen. Dieses giftige Schwermetall führt - über längere Zeit und in hohen Dosen aufgenommen - zu Nierenschäden und ist als krebserzeugend eingestuft. Der Cadmium-Gehalt eines Blaudüngers im Test überschreitet sogar den Cadmium-Grenzwert der Deutschen Düngemittelverordnung. Das Produkt darf aber ganz legal in den Regalen hierzulande liegen - mithilfe eines Hersteller-Tricks: Für mineralische Dünger, die als EG-Düngemittel gekennzeichnet sind, gibt es keinen Grenzwert.
Nährstoffangaben ungenügend
Bei etlichen Düngern können sich die Verbraucher leider nicht auf die Nährstoffangaben, die auf den Verpackungen aufgedruckt sind, verlassen. Bedarfsgerechtes Düngen, bei dem der Boden genau die Nährstoffe bekommt, die er benötigt, ist so kaum möglich. Die ÖKO-TEST-Analyse zeigt, dass nur ein Drittel der Dünger im Test hält, was es verspricht. Ein Obi-Produkt beinhaltet beispielsweise nur ein Viertel des deklarierten Stickstoffs und ein Zehntel des deklarierten Phosphats.
„Bio" ist nicht immer Bio
Gut zu wissen: Wer einen schadstofffreien Dünger sucht, darf auf Bezeichnungen wie „bio" oder „natürlich" nicht viel geben. ÖKO-TEST macht darauf aufmerksam, dass sich dahinter ganz konventionelle Dünger verbergen, die über organische Bestandteile tierischen oder pflanzlichen Ursprungs wie etwa Geflügeldung oder Hornmehl verfügen.
Tipps zum Kompost
Als Alternative zum teuren und vielleicht auch schadstoffbelasteten Dünger aus dem Gartencenter gilt vielen der Kompost. Er wird auch als „das schwarze Gold des Gärtners" bezeichnet. Wenn die Ausgangsstoffe stimmen, dann kann der Kompost DIE Alternative zum gekauften Dünger sein. Dabei gilt: Je breiter das Angebot an Nährstoffen, desto besser. Mischen Sie deshalb grobe Abfälle (Strauchschnitt) mit feinen (Rasenschnitt), feuchte (verdorbene Äpfel) mit trockenen (Herbstlaub) und nährstoffreiche (Gemüsereste) mit nährstoffarmen (Holzhäcksel).
Wichtig: Es sollten nicht zu große Portionen eines einzigen Materials sein. Am besten sind sie schön zerkleinert und nicht verdichtet, so dass genug Sauerstoff drankommt. Wenn Sie den Kompost später ausbringen, sollten Sie auf die richtige Menge achten und dabei nicht übertreiben.
Pro Quadratmeter Düngfläche reichen 2 bis maximal 3 kg Kompost im Jahr. Auf einen humus- und nährstoffarmen Boden können Sie ebenso wie bei Kulturen mit höherem Stickstoffbedarf - etwa Kohlsorten oder Tomaten - 4 kg Kompost geben. Zu Spinat, Gurken, Kartoffeln geben Sie 3 und zu Radieschen, Zwiebeln, Salat, Spargeln, Möhren oder Kräutern etwa 2 kg pro Quadratmeter.
Aber Achtung: Oft werden die Nährstoffgehalte des Bodens unterschätzt. Deshalb empfiehlt sich eine professionelle Boden- bzw. Kompostanalyse.
Beitrag von Michael Großmann



