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"Mama, ich will einen Hund!" Solche Sätze hören Eltern oft, doch das kann schnell zum Albtraum werden: Etwa wenn Kinder sich das "falsche" Tier auswählen, schnell das Interesse verlieren und am Ende die Pflege an die Eltern "abtreten".
Damit das nicht passiert, muss man klären, welches Tier zu welchem Kind in welchem Alter passt. Denn die volle Verantwortung können Kinder erst ab 12 übernehmen. Also sind Eltern auch immer mit in der Verantwortung.
Umfassenden Rat gibt unsere Expertin, die Tierärztin Jeanette Koepsel.
Kinder, die mit einem Haustier aufwachsen, sind verantwortungsvoller, ordentlicher und zuverlässiger. Haustiere stärken das Selbstbewusstsein – durch das Wissen, gebraucht zu werden und für das Haustier verantwortlich zu sein.
Das Einfühlungsvermögen wird durch ein Haustier geschult. Haustiere verstellen sich nicht und zeigen sehr deutlich, was sie gerade wollen und was nicht. So lernen Kinder, das Haustier genau zu beobachten, und bekommen sofort Rückmeldung, ob ihr Verhalten beim Haustier ankommt. Der Umgang mit Tieren verbessert die Frustrationstoleranz, weil z. B. ein Meerschweinchen nicht ständig gestreichelt werden will. Besonders jüngere Kinder können beim spielen mit einem Tier leicht zu grob werden und damit möglicherweise schmerzhafte Attacken der verängstigten Vierbeiner provozieren.
Kleine Kinder müssen erst lernen, dass ein Lebewesen kein Stofftier ist. Meist verletzen Kinder Tiere nicht aus Vorsatz. Sie sind in der Regel keine bewussten Tierquäler, sondern handeln aus Spieltrieb oder Neugier.
Vermenschlichung spielt eine große Rolle. Der Knuddelhund als sozialer Partner muss stundenlange Schmuseorgien über sich ergehen lassen, statt genügend Auslauf zu erhalten. Auch das kann Quälerei sein.
Die volle Verantwortung für ein Tier können erst Jugendliche ab ca. 14 Jahren übernehmen – so lange sind die Eltern in der Pflicht! Ab einem Alter von vier Jahren können Kinder aber in kleinen Schritten die Versorgung des Tieres übernehmen (Wasser oder Futter in den Napf geben oder Fell bürsten).
Auf mangelnde Pflege reagieren die meisten Tiere mit Krankheiten. Lästige Pflichten wie Käfigsäuberung werden Kindern schnell zuviel. Gerade bei kleineren Kindern dürfen Eltern die Pflege nicht allein dem Kind überlassen.
Es gibt viele Möglichkeiten, vor dem Kauf erst einmal zu testen, welches Tier zum Kind passt, vor dem Besitzen kann es Tiere auch erst einmal betrachten und pflegen, z. B. bei Ferien auf dem Bauernhof. Zur Entscheidungsfindung hilft es auch, Tiere in erst einmal als Urlaubspflege zu übernehmen oder auf einem Kinderbauernhof mitzuarbeiten.
Beitrag von Susanne Kallenbach











