Kinder auf einer Baustelle für ein Kinderzentrum in Namibia (dpa-Archivbild)

Service - Helfen im Ausland

Das Programm "Weltwärts" bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ein freiwilliges soziales Jahr im Ausland zu absolvieren. Nach erfolgreicher Bewerbung leisten Teilnehmer einen Freiwilligendienst in Entwicklungsländern.

10.000 junge Leute sind schon „weltwärts" gegangen
Weltwärts hat sein fünfjähriges Jubiläum, ein Programm finanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es ist ein Förderprogramm dafür, dass junge Menschen im Alter von von 18 bis 28 Jahren für ein Jahr in ein Entwicklungsland geschickt werden. Mittlerweile über 240 Organisationen sind vom BMZ akzeptiert und geprüft dafür, dass sie die Freiwilligenarbeit mit Partnerorganisationen vor Ort strukturieren, begleiten und die Freiwilligen vorbereiten. Die Bewerbung für so eine Auslandserfahrung geht also direkt an die entsendenden Organisationen, die unter der Homepage www.weltwärts.de <http://www.weltwärts.de> zu finden sind. Die Dauer eines Einsatzes beträgt im Schnitt 6 bis 24 Monate. Die meisten Freiwilligen arbeiten in Lateinamerika (ca. 42%), Afrika (ca.37%) oder Asien (ca. 20%). Hauptausreiseländer sind Südafrika, Indien, Brasilien, Peru und Bolivien.

Zielsetzung des Förderprogramms
„Lernen durch tatkräftiges Helfen" ist das Motto des Freiwilligendienstes. Das Ziel dabei ist es, die „Eine Welt" nachhaltig zu fördern. Das Programm versteht sich als Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch in Entwicklungsländern ermöglicht und einen Einblick in die Berufswelt der Entwicklungszusammenarbeit vermittelt. Dabei geht es darum, die jungen Menschen für Benachteiligung und strukturelle Armut weltweit zu sensibilisieren. In allen Einsatzbereichen geht es darum, die weltweite Armut zu bekämpfen, die Umwelt zu schützen, den Frieden zu sichern und Demokratie zu verwirklichen und die Globalisierung gerecht zu gestalten.
Einsatzbereiche der Freiwilligendienste
Als Einsatzbereiche kommen alle entwicklungspolitischen Arbeitsfelder in Betracht, wie Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft, Not- und Übergangshilfe, Umweltschutz, Wasser, Menschenrechte, Demokratieförderung, Jugendbeschäftigung oder auch Sport. Am meisten arbeiten die Freiwilligen in Bildungsprojekten wie Hausaufgabenbetreuung von Kindern und Jugendlichen in Heimen, Unterrichtsassistenz in Township-Schulen oder die Unterstützung in mobilen Schulen für Straßenkinder. Bei den Einsätzen geht es auch häufig darum, Freizeitnagebote für benachteiligter Gruppen mit zu gestalten durch Sport, Kunst oder Kultur, damit die Zielgruppen aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Auch im Umwelt- und Gesundheitsbereich werden Projekte angeboten, die Aufklärungsarbeit z.B. zu den Themen Klimaschutz oder AIDS-Prävention leisten. Die Freiwilligen sind dann in Unterrichtsprojekten, Aufklärungskampagnen oder Theaterworkshops aktiv oder erstellen Informationsmaterial. Auch Projekte zum Umwelt- oder Tierschutz sind möglich, z.B. Schutz der Giraffen und deren Lebensraum in Niger oder Aufforstungsprojekte in Nicaragua.Im Bereich Landwirtschaft gibt es z.B. Projekte für sauberes Wasser in Indonesien oder Unterstützungsmaßnahmen in strukturschwachen Regionen Afrikas.

Bewerbung und Begleitung
Die Teilnehmer müssen sich bei den Organisationen direkt bewerben. Dort findet ein Auswahlverfahren statt, das mitunter auch in Seminaren läuft. Soziale Kompetenz, Motivation, Engagement, sprachliche Kenntnisse - vieles spielt eine Rolle. Die Bewerbungszeiträume sind meistens im Herbst für die Entsendung im darauffolgenden Sommer.
Die angenommenen Freiwilligen werden verpflichtet an einem Vorbereitungsseminar teilzunehmen mit interkulturellem Training und Sprachförderung. Auch im Land selbst gibt es ein Interimsseminar von verschiedenen Freiwilligen einer Organisation oder einer Region. Die Teilnehmer sind aufgefordert, sich für die Entsendeorganisation zu engagieren, um auch einen Teil der entstehenden Kosten abzudecken. Die Teilnehmer müssen sich vor der Ausreise um ihre Visa und Impfungen selbst kümmern.
Viele Formalitäten übernimmt die Entsendeorganisation. Die Flugorganisation, die Kost und Unterkunft vor Ort, die verschiedenen Versicherungen, die Tätigkeitsbeschreibung, als Ansprechpartner zu fungieren. Sie muss Ansprechpartner vor Ort organisieren und dem Freiwilligen bei Problemen helfen und ihn unterstützen. Für die 40 Stunden Woche werden 100 Euro Taschengeld im Monat gezahlt und es gilt der landesübliche Urlaubsansprach.
Alles weitere über die vielen Details eines Freiwilligendienstes auf www. Weltwärts.de

Engagieren nach dem Auslandseinsatz
Insgesamt ist es eine Zielsetzung von Weltwärts, die Rückkehrer in ein entwicklungspolitisch ausgerichtetes Engagement einzubinden. Dafür gibt es das Projekt, Rückkehrende als MultiplikatorInnen für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit an Berufsschulen zu qualifizieren. Motto ist „Globales lernen"

Beitrag von Eva Wagner