Service - Kinderfahrradhelme im Test

In Deutschland verunglücken jedes Jahr über 77.000 Radfahrer. Unfallmediziner sind sich sicher: Ein Helm kann vor schweren Kopfverletzungen schützen. Doch welcher ist der beste und worauf sollte man beim Kauf achten?

Ökotest hat aktuell zwölf Fahrradhelme und einen so genannten "leichten Kopfschutz“ untersucht.
Geprüft wurden unter anderem der Aufprallschutz aus großer Höhe, die Belastbarkeit von Riemen, inwieweit sich die Temperatur unter dem Helm erhöht, die Handhabung sowie der Komfort. Das Ergebnis ist sehr erfreulich. Sechs der untersuchten Helme sind "sehr gut“, sechs sind "gut“. Nur ein Produkt, der Giro Reverb City Helm Matte Black 2013, bekam ein "befriedigend“. Der Grund: Bei der Prüfung hatte sich eine Gurthalterung am Helm gelöst.

Die sechs "sehr guten" Fahrradhelme sind:

Abus Stadthelm Urban-I Frankfurt, weiß
Alpina Panoma City white matt reflective
Bell Fahrradhelm Muni Titanium matte
KED Certus Brown Matt
MET Camaleonte Executive, Fluo gelb
Profex Fahrradhelm City, Schwarz

Der günstigste “sehr gute” Helm im Test ist das Produkt von Profex. Er kostet rund 21 Euro. Für die anderen sehr guten Helme muss man zwischen 50 und 70 Euro zahlen.

Hitze unterm Helm

Besonders im Sommer ist es unangenehm, wenn schon nach kurzer Zeit glühende Hitze unterm Helm herrscht. Eine gute Belüftung des Helms ist daher wichtig. Die Prüfer von Ökotest stellten in dieser Hinsicht große Unterschiede fest. So stieg die Temperatur beim „Urban-TC“ von Casco um über acht Grad. Einen kühlen Kopf bewahrt man dagegen zum Beispiel mit dem „Cityhelm Velon“ von Cratoni.

Helmmuffel sind in der Überzahl

Obwohl die meisten Unfallmediziner überzeugt sind, dass ein Fahrradhelm Kopfverletzungen zumindest mildern kann, sind die Deutschen nach wie vor Helmmuffel. Die Bundesanstalt für Straßenwesen zählte 2011 etwa 89 Prozent Nichthelmträger. Ein wichtiger Grund für viele Helmverweigerer ist die Optik. Sie befürchten platt gedrückte Haare und insgesamt ein „uncooles“ Aussehen. Das machen sich einige Unternehmen zunutze. Sie entwickelten so genannte „leichte Kopfschutze“. Diese unterliegen nicht den Anforderungen der Fahrradhelmnorm EN 1078, sollen aber vor oberflächlichen und schwachen Stößen schützen. Ein leichter Kopfschutz sieht aus wie ein Cowboy- oder Damenhut. Innen befinden sich eine Hartschale und weiche Teile aus flexiblem PU-Schaum. Im Test bekam das Modell „Helt-Pro Butch Desert“ das Urteil „gut“. Für Radler, die aus optischen Gründen keinen Fahrradhelm aufsetzen möchen, aber dennoch einen leichten Schutz haben wollen, wäre dies also eine Alternative.

ADAC testet Kinderfahrradhelme

Auch wenn sie selbst keinen Helm tragen, bei ihren Kindern achten die meisten Eltern sehr auf einen Kopfschutz. Der ADAC hat aktuell acht Kinderfahrradhelme getestet.
Testsieger ist der "Limar 242“. Er ist besonders leicht und bietet den besten Unfallschutz. Knapp dahinter folgt das Modell "Meggy originals“ von KED. Beide Produkte verfügen über Blinklichter und Reflektoren. Dadurch sind sie auch bei Dunkelheit gut zu erkennen. Kostenpunkt: Rund 40 Euro.
Vier Helme der Hersteller Casco, Giro, POC und Bell haben keinerlei Reflektoren oder Licht. Dafür wurden sie vom ADAC abgewertet und bekamen nur ein "ausreichend“.

Da jede Kopfform anders ist, sollten Eltern gemeinsam mit ihren Kindern mehrere Helme ausprobieren, um den passenden zu finden. Denn nur ein Helm, der nicht drückt und bequem sitzt, wird von den Kindern auch gern getragen.

So sitzt der Helm richtig

Der Helm sollte waagerecht sitzen, Kinnriemen fest angezogen. Die seitlichen Gurte auf beiden Seiten sollten so fest angezogen sein, dass sich um das Ohr ein Dreieck bildet. Mithilfe des Stellrings an der Rückseite wird der Helm dem Kopfumfang angepasst.
(Beitrag von Sina Krambeck)