Service - Kindersitze im Test

Mit dem Ferienstart beginnt auch wieder die Reisezeit. Wer mit Kindern unterwegs ist, sollte auf sichere Kindersitze nicht verzichten. Je nach Gewicht und Größe der Kinder kommen unterschiedlichen Ausführungen in Betracht.

Zwei Dinge müssen zusammenkommen, damit eine Babyschale oder ein Kindersitz die ganz Kleinen wie die Größeren optimal schützt: Sicherheitsqualität von Herstellerseite und richtiges Einsetzen der Sitze durch die Erwachsenen. Beides nahm der ADAC aktuell unter die Lupe.

Die Testergebnisse:
Im aktuellen Kindersitztest wurden 27 Sitze der verschiedenen Gewichts- bzw. Altersklassen gecheckt. Vor allem ging es dabei natürlich um deren Sicherheit und die Bedienung. Das Ergebnis zeigt sich in der Masse zwischen Gut und Befriedigend: 21 Sitze. 4 Sitze schrammten mit Ausreichend gerade noch an Mangelhaft vorbei. Nur zwei Mal konnte ein Sehr Gut vergeben.
Bei den Babyschalen an PEG PEREGO Primo Viaggio SL, für immerhin 290 € empfohlen im Handel. Und in der Kategorie bis 4 Jahre bzw. 18 kg Körpergewicht an KIDDY Phoenixfix Pro 2, für 199 €. Generell auffällig ist, dass diese besten Sitze sowie die Sieger in allen anderen Sitzkategorien mit Isofix bestückt sind. Eine Einrasttechnik zwischen Sitz und Autokarosse, die für einen festen, nicht dehnbaren Verbund zwischen Sitz und Auto sorgt und somit ein entscheidendes Sicherheitskriterium von vornherein einbringt.

Die Sieger in den anderen Kategorien: 1
bis 12 Jahre und bis 36 kg,
Gut: Recaro Monza für 270 €.
4 bis 12 Jahre und bis 36 kg,
Gut: CHICCO Oasys 2/3 für 199 €.

Die Verlierer des ADAC-Kindersitztests sind:
Bei den Babyschalen
JANE Strata mit schwachem Ausreichend, aber sattem Preis von 418 €.
In der Kategorie 1 bis 12 Jahre bis 36 kg,
Ausreichend: IWH Multimax für 99 €.
Bei 4 bis 12 Jahre und bis 36 kg Körpergewicht
KLIPPAN Triofix zum Preis von 265 €.

Selbst der beste Sitz schützt nicht, wird er nachlässig oder gar falsch ins Auto integriert.
Die häufigsten Fehler:
- Der feste Verbund zwischen Auto und Sitz ist nicht gegeben. Der vorgeschriebene
Gurtverlauf durch bzw. um Babyschalen wird ignoriert. In der Unfallfolge
wird der Sitz samt Kind zum Wurfgeschoß, beschleunigt auf ein Vielfaches des Gewichtes.
- Der Autogurt sitzt zu locker am Sitz, lässt für diesen zuviel Bewegungsspielraum, zuviel
Beschleunigungsweg. Aber das mit dem Wurfgeschoß bei Unfall hatten wir ja schon mal.
- Der Sitz umschließt das Kind nicht bis in Scheitelhöhe. Also Genickbruchkante
statt Kopfstütze.
- Der Autogurt verläuft über den Hals des Kindes, nicht über die Schulter. Schon bei kleinem
Auffahrunfall droht Strangulationsgefahr.
- Ab Juli gibt es eine EU- Neuerung in Sachen neue Kindersitze. In neuen Produkten müssen
Kinder bis zu einem Alter von 15 Monaten entgegen der Fahrtrichtung angeschnallt werden.
Begründung: So sei das Kind gerade in diesem Alter bei Frontalzusammenstößen besser
geschützt, weil weniger belastet.

Beitrag von Reinhard Rychlyk