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Die ersten Zugvögel kehren zurück, Kröten werden schon gesichtet, aber das Eichhörnchen sammelt noch fleißig Nüsse für eine kalte Hungerperiode: Der milde Winter bringt den Rhythmus der Tiere durcheinander und lockt sie aus dem Winterschlaf. Der Winter, der ein Frühling ist: Vor- und Nachteile für die Tierwelt.
Dieser Winter war ganz klar ein Frühling. Im Februar und März über zehn Grad - so warm war es in den vergangenen Jahren eher selten bis gar nicht.
Die milden Temperaturen bringen nicht nur unsere Gefühle durcheinander. Den Tieren geht es nicht anders. Die Zugvögel kommen früher zurück, und die ganz Ungeduldigen haben ihre Vogelhochzeit längst hinter sich. Es zwitschert schon ganz mächtig im Geäst.
Die "Frühlingsgefühle" der Vögel äußern sich im verfrühten Balzverhalten, sie beginnen schon, Nester zu bauen, ihre "Balzkleidung" färbt sich ein, sie verscheuchen bereits Rivalen aus den Nestern. Vögel, die zur Zeit noch im Süden überwintern, könnten den Nachteil haben, dass ihre Reviere schon besetzt sind, wenn sie kommen.
Die Krötenzäune sind schon aufgestellt, denn man weiß ja nie. Noch sind die Amphibien nicht aktiv. Sie beginnen zu wandern, wenn es nachts nicht mehr kälter als 8 Grad ist und die Tagestemperaturen bei Regen etwa bei 10 Grad liegen.
Einige Zugvögel sind gar nicht gezogen - bei den Kranichen wird die Zahl der "Hierbleiber" immer größer. Der erste Storch ist schon da - Kurtchen Rotschnabel aus Bad Freienwalde. Und auch die ersten Frischlinge sind schon geboren. Wäre es jetzt noch kalt, würde die Bache ihre Eiruhe verlängern und die kleinen Ferkel erst im sonnigen April zur Welt bringen.
Die Eichhörnchen sind etwas "verwirrt". Sie halten Winterruhe, und dafür sammeln sie Nahrung, um nach dem Erwachen Futter zu haben. In diesem Jahr sind sie aber gar nicht zur Ruhe gekommen. Es war zu warm. Und so sammeln sie immer noch - für den kommenden Winter, der hoffentlich nicht mehr kommt.
Sollten die Igel schon aufwachen, haben sie durch den verfrühten Frühling kein Problem, Nahrung zu finden. Aber auch die Schädlinge haben in diesem Jahr wohl "gute Karten". Die Puppen der Miniermotte, die die Kastanien schädigt, können sich schneller bei warmem Wetter entwickeln. Es wird mehr Blattläuse geben - aber die dienen ja den Marienkäfern als Nahrung. Und leiderr konnten auch die Mückenlarven in ihren Verstecken gut überwintern.
Beitrag von Roswitha Puls










