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Er ist der bekannteste Namensforscher Deutschlands: Prof. Jürgen Udolph. Auch an diesem Montag klärt er uns wieder über Herkunft und Bedeutung von Namen auf.
Namen verraten etwas über die geografische Herkunft, die Berufe oder Eigenschaften unserer Vorfahren und sind unsere ganz aktuelle "Visitenkarte." Den einzigen Lehrstuhl für Onomastik (Namenkunde) gab es an der Universität Leipzig, Professor Dr. Jürgen Udolph besetzte ihn bis zu seiner Pensionierung 2008.
Namen dienen dazu, Menschen zu unterscheiden. Lange Zeit kamen unsere Vorfahren mit nur einem Rufnamen aus. Ab etwa dem 12. Jahrhundert, als die Siedlungen wuchsen, reichte das nicht mehr aus. Um den einen Hans vom anderen zu unterscheiden wurden Zu- oder Beinamen notwendig. Zum Beispiel "Hans der Große" oder "Hans der Schmied". Die Nachnamen wurden beispielsweise von besonderen Eigenschaften, von Berufen oder geografischen Merkmalen abgeleitet.
Im Laufe der Zeit wurden die Nachnamen verfremdet. Aus "Hans der Große" wurde z.B. Hans Groß oder Grothmann. Bei vielen Namen ist uns ihre Herkunft oft ein Buch mit sieben Siegeln.
In vielen Fällen sind die Bedeutungen der Familiennamen ohne Namenkundliche Forschung nicht mehr zu ermitteln. Selbst bei scheinbar eindeutigen Namen: So hat Herr "Frauenschläger" einst nicht unbedingt seine Frauen geschlagen. Es ist vielmehr die mittelalterliche Bezeichnung für einen Holzfäller, der in einem Waldstück arbeitet, das wiederum im Besitz eines Nonnenklosters ist - der Mann schlägt also für Frauen Holz!
Kostenlose Seite zur Recherche von Vornamen
Die kostenlose Internetseite www.beliebte-vornamen.de wird seit zehn Jahren vom Informatiker und Hobby-Namenforscher Knud Bielefeld betrieben. Das Kernstück der Seite bilden Statistiken zu den häufigsten Vornamen in Deutschland. Unter dem Menüpunkt Vornamen-Hitlisten kann man für jeden Geburtsjahrgang die beliebtesten Vornamen für Jungen und Mädchen nachschlagen.
Ein Klick auf 2003 zum Beispiel verrät, welche Vornamen vor zehn Jahren die beliebtesten waren. Da es keine offizielle Auswertung von Vornamen gibt, hat der Seitenbetreiber aufwändig verschiedene Quellen recherchiert und analysiert, u.a. Standesämter, Geburtskliniken und Geburtshäuser.
Auf die gleiche Weise kann man bis ins Jahr 1890 zurückblicken. Offenbar war der Name Anna schon damals sehr beliebt! Ein Klick auf den Namen öffnet eine Statistik. Die belegt, dass der Name in den 60er Jahren eher gemieden wurde aber 2006 wieder auf Platz eins kletterte. Scrollt man weiter runter, erfährt man Interessantes über die Herkunft und Bedeutung des Namens, berühmte Namenvorbilder und Namenvarianten.
Die Seite bietet darüber hinaus noch viele Infos zur Namensfindung, zu Geschwisternamen, internationalen und kuriosen Namen sowie Tipps zum Namensrecht. Egal ob Sie nur neugierig sind oder sogar selbst einen Namen suchen, bei beliebte-Vornamen.de werden Sie fündig.
Professor Udolph auf Antenne Brandenburg
Seit Oktober 2011 geht Professor Udolph von Montag bis Sonnabend - immer zwischen 10:00 und 11:00 Uhr - den Nachnamen der Hörer von Antenne Brandenburg auf den Grund.
Wer wissen möchte, was es mit seinem Nachnamen auf sich hat, kann sich bei Antenne Brandenburg melden: Füllen Sie das Kontaktformular (zu finden in der rechten Spalte) aus oder schreiben Sie Ihre Angaben per Post an Antenne Brandenburg, Marlene-Dietrich-Allee 20, 14482 Potsdam.
Beitrag von Michael Großmann



