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„Du bist zu dumm für diese Welt“, „Wir kriegen dich“ – solche Beschimpfungen verbreiten sich im Internet rasend schnell. Vom sogenannten Cybermobbing sind gerade Jugendliche betroffen: Laut einer Studie wurde jeder 3. Schüler schon mal gemobbt
Der Begriff Cybermobbing umfasst die Beleidigung, Bedrohung oder das Bloßstellen mithilfe neuer Kommunikationsmedien, z.B. über Handy, E-Mails, in sozialen Netzwerken, Foren und Chats. Das Problem: Im Gegensatz zum Mobbing in der realen Welt ist Cybermobbing häufig anonym. Meist kennt das Opfer die Täter nicht einmal. Dadurch ist deren Hemmschwelle niedriger. Hinzu kommt, dass die ganze Welt mitverfolgen kann, wie jemand gemobbt wird. Gefühle von Scham und Angst werden dadurch beim Opfer verstärkt. Und: Das Netz vergisst nichts. Was einmal online ist, bleibt online.
Das Leiden der Opfer von Cybermobbing ist enorm. Sogar Selbstmordgedanken sind keine Seltenheit. Sie ziehen sich immer stärker zurück, verstummen, reduzieren soziale Kontakte. Ein Teufelskreis: Irgendwann glauben sie selbst, was sie über sich lesen. Eltern sollten daher genau hinsehen, wenn sich ein Kind über einen längeren Zeitraum stark verändert. Es könnte Cybermobbing dahinter stecken. Der erste Schritt: das Kind stärken. Dann sollten alle Beweise gesichert werden. Denn ohne konkrete Beweise können Polizei und Anwälte nichts ausrichten. Außerdem sollten Eltern mit ihrem Kind zur Schulleitung oder zum Klassenlehrer gehen und darauf bestehen, den Vorfall im Unterricht zu thematisieren.
Was einmal im Internet kursiert, wird man nicht so einfach wieder los. Spezielle Agenturen versprechen, das Internet von schlechtem Leumund über die eigene Person zu säubern. Allerdings sind auch sie häufig machtlos. Selten kann ein Betreiber dazu gezwungen werden, einen Inhalt zu löschen. Alternative: Einen Google Alert mit dem eigenen Namen einrichten. Dadurch erfährt man sofort, wenn wieder etwas über einen im Netz steht. Dann über die zentrale deutsche Registrierungsstelle für Websites Denic (kurz für Deutsches Network Information Center) den Betreiber der Website ausfindig machen und diesen um Löschung bitten.
Um Cybermobbing aber von Vornherein zu verhindern, sollten Eltern und Lehrer sich stets mit der Medienwelt der Kinder beschäftigen - egal, ob sie diese gut finden oder nicht. Das heißt, gemeinsam die damit verbundene Risiken zum Thema machen und darüber aufklären, was man selbst über sich preisgeben sollte.
Beitrag von Christine Schaller












