zibb-Service - Was machen glückliche Paare richtig?

Am Valentinstag haben wir die Tipps für eine glückliche Beziehung: Wie verhält man sich in Krisensituationen? Wie behält man den Blick auch in einer längeren Beziehung für den Partner frisch? Diese Fragen klären wir mit Paarberater Christian Thiel.

Er erklärt, wie man aus einem Stimmungstief kommt, gibt Tipps für mehr gegenseitiges Verständnis und verrät Tricks dazu, wie Paaren mehr Intimität in der Beziehung gelingt.
Irgendwann verschwinden die Schmetterlinge im Bauch und der Alltagstrott holt die Paare ein. Man beginnt, am anderen herumzunörgeln und regt sich über Kleinigkeiten auf. Wenn man dann noch versucht, ein lange währendes Streitthema zu besprechen, kann das Ganze schnell eskalieren und der ein oder andere findet sich schneller als ihm lieb ist als Single wieder. Damit diese Negativspirale sich nicht immer weiter dreht, empfiehlt der Berliner Paarberater Christian Thiel in seinem Buch „Was glückliche Paare richtig machen“ ein Programm, das sofort für bessere Stimmung in der Beziehung sorgt.

Das Programm dauert drei Tage und enthält 6 Schritte. Die Reihenfolge kann geändert werden und das Programm nach Belieben verlängert werden. Es ist auch nicht zwingend nötig, dass beide Partner mitmachen. Es reicht, wenn einer von beiden folgende Schritte unternimmt:

1.) Meiden Sie Problemgespräche. Denn ist die Stimmung in einer Beziehung gerade schlecht, finden sich nur schwer Lösungen für Streitfragen. Ist die Stimmung dagegen gut, klappt es besser.

2.) Auch wenn es vielleicht schwer fällt: Unterlassen Sie in den nächsten Tagen Kritik am Partner.

3.) Kümmern Sie sich um sich selbst, verwöhnen sie sich z.B. mit einem Saunabesuch. Denn steigt die eigene Zufriedenheit, hat das positive Auswirkungen auf die Beziehung.

4.) Erledigen Sie etwas, was sie schon lange vor sich herschieben.

5.) Kümmern Sie sich um ihren Partner/ihre Partnerin. Loben Sie ihn/sie, kochen sie etwas für ihn oder sie, fragen Sie nach seinen Erlebnissen des Tages.

6.) Schreiben Sie jeden Abend die Eigenschaften auf, die Sie an ihm oder ihr schätzen und lenken Sie so den Blick auf die positiven Seiten ihrer Beziehung.

Es geht darum, den „bösen Blick“ abzuwehren, bei dem man nur noch die negativen Seiten des Partners sieht. Ist die Stimmung in der Beziehung erstmal dank des Sofortprogramms wieder gut, fallen Problemgespräche viel leichter. Diese sollten ruhig und sachlich, ohne Vorwürfe erfolgen. Denn laut Christian Thiel ist Streit nicht die Lösung. Der „reinigende Effekt“ des Streitens stellt sich seiner Erfahrung nach in der Praxis nicht ein. Wer lernt, seine Wut am Partner auszulassen, trainiert vielmehr den „bösen Blick“ und vergiftet die Stimmung in der Beziehung. Nach Meinung einiger Psychologen und Paartherapeuten gehen  glückliche Paare Konflikten eher aus dem Weg. Sie haben Wege gefunden, aufkommenden Beziehungsstreit die Spitze zu nehmen und so emotionale Verletzungen zu vermeiden. Das bedeutet aber nicht, dem anderen auszuweichen oder sich nicht mehr mit ihm zu beschäftigen. Um eine Eskalation zu vermeiden, sollte man das Gespräch beenden mit den Worten „Ich bin gerade sehr wütend. Ich möchte mich erst beruhigen, bevor wir weitersprechen.“ Am nächsten oder übernächsten Tag sollte man versuchen, den Blick auf die gemeinsame Schnittmenge zu lenken. Finden wir eine Lösung, mit der wir beide leben können?

Auch mal wieder etwas nur für sich tun
Viele Paare glauben, dass es der Partnerschaft gut tut, wenn man alles gemeinsam unternimmt. Doch das Gegenteil ist eher der Fall: Wer innerhalb einer Beziehung eigene Wege geht, trägt zu ihrer Stabilität bei. Wer immer alles gemeinsam mit dem Partner machen will, muss viele Kompromisse eingehen. Irgendwann wird derjenige, der sich zu oft den Wünschen des anderen anpasst, unzufrieden. Laut Christian Thiel neigen vor allem Frauen dazu, ihr gesamtes Leben umzustellen, wenn sie einen neuen Partner haben. Sie verzichten auf ihre geliebten Theaterbesuche, weil er es nicht mag; sie fangen ihm zuliebe mit dem Bergwandern an etc.  Ihre eigenen Interessen vernachlässigen sie dabei. Auf lange Sicht werden sie dadurch unzufrieden und darunter leidet auch die Stimmung in der Beziehung. Deshalb: Um eine Partnerschaft lebendig zu halten, ist es sehr wichtig, weiter eigene Wege zu gehen, Freundschaften und Hobbys zu pflegen.

Zum Sex verabreden
So wichtig wie gute Gespräche ist auch körperliche Nähe. Doch das ist ein Punkt, mit dem viele Paare, die schon lange zusammen sind, oft zu kämpfen haben: Im Schlafzimmer passiert kaum noch etwas. Christian Thiel empfiehlt als wirksames Gegenmittel: Sexdating. Verabreden Sie sich zum Sex oder zum Kuscheln. Gerade Paare, die beruflich stark eingespannt sind, haben nur noch selten spontan Lust auf Erotik. Darauf zu warten, dass sich die Lust von alleine einstellt, hat in diesen Fällen wenig Sinn. Noch ein Tipp: Sorgen Sie für Vertrautheit in ihrer Beziehung, indem Sie sich täglich mindestens 20 Minuten miteinander unterhalten und dem anderen aufmerksam zuhören. Interessieren Sie sich für Ihren Partner, für das was er erlebt, für seine Meinung.

Beitrag von Sina Krambeck