Service - Hygiene im Haushalt

Auf Telefonen und häufig angefassten Oberflächen tummeln sich 400-mal mehr Erreger als auf der Klobrille. Diese ist hingegen einer der saubersten Orte im Haushalt. Desinfektionsspray ist im Alltag überflüssig. Unsere Hygiene-Experten warnen: Nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen.

Die Toilette ist eine der am häufigsten geputzten Orte im Haushalt – von hier droht also in der Regel kaum Gefahr. Aggressive Chemie schadet eher als dass sie nützt. Wer zum Beispiel ständig Desinfektionsmittel einsetzt, riskiert sogar Resistenzen. Kinder sollten auf keinen Fall damit in Berührung kommen. Doch es gibt auch Ausnahmen: Ist im Haushalt jemand an Noroviren erkrankt, gelten spezielle Hygiene-Regeln. Die Erreger werden über den Stuhl des Menschen oder über Erbrochenes ausgeschieden. Wer mit einem Infizierten zusammenlebt, sollte sich mit einem Mund- und Nasenschutz vor einer Ansteckung schützen sowie regelmäßig die Hände gründlich waschen. Und in diesem Sonderfall können auch Desinfektionsmittel, die auch Viren bekämpfen, eingesetzt werden.

Legionellen aus der Dusche

Doch auch in einem Haushalt mit gesunden Bewohnern gibt es unerkannte Keimschleudern. So können sich in Kalkablagerungen der Dusche oder des Waschbeckens Keime bilden. Sie lassen sich zum Beispiel mit einer selbstgemachten Paste aus Salz und Essigreiniger entfernen. Wenig genutzte Duschschläuche sollten regelmäßig durchgespült werden, da sich im sogenannten Stagnationswasser Legionellen ansammeln können. Bei der nächsten Benutzung würden die Erreger dann übers Wasser in der Luft verteilt und könnten eingeatmet werden. Sie lösen schwere Lungenentzündungen aus. Generell gilt: Die Dusche nach dem Benutzen immer gut trocknen und das Badezimmer lüften, sonst entsteht schnell gesundheitsschädlicher Schimmel.

Betten vor Milben schützen

40 Prozent der Deutschen wechseln nur alle drei bis vier Wochen ihre Bettwäsche. Ein Fehler: Empfohlen sind mindestens alle zwei Wochen, um Milben keine Nahrung zu geben. Milbensprays sind hingegen in der Regel nicht nötig. Wichtiger ist es, die Matratze regelmäßig abzusaugen und das Bettzeug alle paar Monate zu waschen. Damit Daunen wieder fluffig werden, können Kissen und Decken auch immer mal wieder im Trockner aufgefrischt werden. Wer befürchtet, an einer Hausstauballergie zu leiden, sollte spezielle Hygiene-Maßnahmen mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Keimschleuder Waschmaschine

Die Waschmaschine sorgt eigentlich für Reinlichkeit in der Wohnung. Doch wird sie nicht regelmäßig gereinigt, können sich auch hier gesundheitsschädliche Keime vermehren. Nach jedem Waschgang die Trommel trocken wischen und immer die Tür offen stehen lassen. Das Einfüll-Fach für das Waschmittel ebenfalls auswischen und auslüften. Spezielle Hygienespüler sind beim Waschen indes nicht erforderlich. Entscheidend ist die Temperatur: Erst bei über 60 Grad werden Keime abgetötet. Sportkleidung sowie Hand- und Geschirrtücher also nicht zu kalt waschen.

Beitrag von Christine Knospe