Service - Hygiene in der Küche

Die Zahl der Durchfallerkrankungen nimmt stark zu. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat jetzt insbesondere vor den so genannten Campylobacter-Bakterien gewarnt, die vor allem in der Küche auftauchen, wenn nicht genug auf Hygiene geachtet wird.

Die Grill-Saison steht kurz vor der Tür – und damit auch die Durchfall-Saison. Denn was viele nicht wissen: Fast auf jedem Stück rohem Geflügelfleisch tummelt sich der sogenannte Campylobacter, einer der häufigsten Durchfall-Erreger. Gerade beim Grillen sind viele nachlässig, zuerst mit bloßen Fingern einen Hühnerschenkel auf den Grill gelegt, kurz darauf die fertige Bratwurst mit denselben Fingern in den Mund geschoben. Es sind solche Momente, in denen sich Menschen mit dem Bakterium infizieren und danach für ein bis zwei Wochen Durchfall haben.

Immer mehr Campylobacter-Infektionen

Die Krankheit ist laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) stark im Kommen: „2016 war es ein Anstieg um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr“, so Kerstin Stingl vom BfR. Und im Vergleich zu 2013 sei es sogar eine Steigerung um 15 Prozent. Alleine in Berlin wurden 2016 5.000 Fälle gemeldet – nur die Spitze des Eisbergs, denn viele gehen wegen Durchfall nicht zum Arzt und so bleiben viele Infektionen unregistriert. Eine Campylobacter-Infektion beginnt zwei bis fünf Tage nach der Infektion mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Dann folgen Bauchkrämpfe und starker Durchfall. 80 bis 90 Prozent der Betroffenen brauchen keine besondere Behandlung und müssen nur viel trinken.

Vorsicht beim Umgang mit rohem Fleisch

Dabei schützen ein paar simple Tricks vor einer Infektion – egal, ob es sich um Salmonellen oder den Campylobacter handelt. Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts Berlin hat gezeigt, dass mehr als 70 Prozent der Lebensmittelinfektionen im Haushalt erworben werden und nicht, wie angenommen, in öffentlichen Einrichtungen wie Restaurants oder Cafés. Rohes Fleisch, vor allem Geflügel, sollte immer separat aufbewahrt und zubereitet werden. Das Fleisch nicht mit Wasser abspülen, da das Spritzwasser dann Bakterien enthalten kann, die andere Lebensmittel kontaminieren könnte. Stattdessen einfach mit Küchenpapier abtupfen und das Papier direkt entsorgen. Auch die Hände nach Kontakt mit rohem Fleisch gründlich waschen.

Kühlschrank regelmäßig reinigen

Eine weitere Keimschleuder in der Küche ist der Kühlschrank. Amerikanische Wissenschaftler haben im Schnitt rund 11,4 Millionen Bakterien pro Quadratzentimeter in Kühlschränken entdeckt. Zwar vermehren sich Bakterien in der Kälte nicht so schnell wie bei Raumtemperatur, sie werden aber auch nicht abgetötet. Gerade gefährliche Krankheitserreger wie Salmonellen und Campylobacter können längere Kälteperioden überdauern. Und ab sieben Grad, explodiert die Keimbesiedlung geradezu. Experten raten daher, die Kühlschrank-Temperatur regelmäßig zu prüfen. Zudem sollten Lebensmittel nie unverpackt gelagert werden, da sie sich sonst gegenseitig anstecken können. Aggressive Reiniger und Desinfektionsmittel sind hingegen nicht empfehlenswert. Besser ist es, den Kühlschrank mindestens einmal pro Monat mit Essig auszuwaschen. Und auch im Gefrierschrank halten sich Lebensmittel nur einige Wochen oder Monate – nicht Jahre. Dabei zubereitete Speisen immer mit Datum versehen und generell nur gut Verpacktes lagern.

Keimschleuder Spülschwämme

Bis zu vier Millionen Mikroorganismen haben Forscher bereits aus Spüllappen gepresst. Kein Wunder: Keime fühlen sich vor allem dort wohl, wo es warm und feucht ist. Werden die verkeimten Lappen und Schwämme dann zur Reinigung von Arbeitsflächen oder für den Kühlschrank benutzt, verteilen sich die Mikroben überall. So gelangen die Keime auch ins Essen. Spüllappen und –schwämme deshalb nach dem Gebrauch immer gut trocknen lassen und regelmäßig auswechseln. Viele Lappen können bei über 60 Grad in der Waschmaschine gewaschen werden, sie sind gegenüber den schwer zu reinigenden Schwämmen zu bevorzugen.

Beitrag von Christine Knospe

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